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Kultur Weltweit „Drachenzähmen leicht gemacht 3“: Saukomische Balzrituale
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06:00 04.02.2019
Mein Freund und Drache: Hicks in luftigen Höhen. Quelle: Foto: Universal
Hannover

Hicks ist ein schöner Name für einen Kinderbuchhelden. Klingt ein wenig nach Schluckauf und passt bestens zu dem schmächtigen Wikingerjungen, der sich in Cressida Cowells Roman „Drachenzähmen leicht gemacht“ nicht mit den drachentötenden Traditionen seiner nordischen Vorfahren abfinden will. Der Bestseller kam 2010 als Animationsabenteuer ins Kino, das leichte Unterhaltung und emotionale Komplexität nahtlos miteinander verband. Für die Freundschaft zu dem Nachtschatten-Drachen Ohnezahn legte sich Hicks mit dem Häuptlingsvater und seinem gesamten Dorf an. Schließlich schaffte er es, eine jahrhundertelange Fehde zwischen Mensch und Monstern zu beenden.

Im mittlerweile dritten Teil ist der mutige Bursche zum jungen Mann und Häuptling herangewachsen. Die Insel Berk regiert er mit unorthodoxen Methoden. Menschen und Drachen leben dort im chaotischen Einklang. Die Bewohner zeigen eine erstaunliche Toleranzbereitschaft, schließlich kann so ein Vieh beim Ausatmen das Wohnzimmer in Brand stecken. Immer wieder ziehen Hicks und Freunde auf den Flugreptilien hinaus, um fiesen Drachenjägern das Handwerk zu legen. Die befreiten Feuerspucker finden auf der Insel Asyl, aber langsam wird es eng auf Berk. Es ist Zeit, eine neue Heimat zu finden.

Wunderschöne Drachenfrau

Seefahrersagen erzählen von einem geheimen Ort jenseits des Horizontes. Aber die Suche nach Utopia wird durch den bösen Drachenfänger-Anführer Grimmel empfindlich gestört, der alles daran setzt, die Monster gefangen zu nehmen. Dafür schleust er eine wunderschöne Tagschatten-Drachenfrau ein, die Ohnezahn kräftig den Kopf verdreht. Darunter leiden nicht nur die Führungsfähigkeiten des Leitdrachens, der hormongesteuert seiner Traumfrau hinterherjagt und in bizarren (und saukomische) Balzrituale verfällt. Auch die tiefe Freundschaft zu Hicks steht auf dem Spiel, der lernen muss, seinen Lieblingsdrachen loszulassen.

Im letzten Teil der Trilogie verschreibt Regisseur Dean DeBlois seinem jungen Helden einen mehrfachen Reifungsprozess. Hicks muss sich als vorausschauender Anführer, generöser Freund und schließlich auch als angehender Ehemann seiner tapferen Gefährtin Astrid beweisen. Bei so viel Erwachsenwerden geraten die Kampfgemetzel gegen den fiesen Bösewicht fast in den Hintergrund, aber in diesem Franchise hatte die Figurenentwicklung schon immer Vorrang.

Nichtsdestotrotz überzeugt auch der dritte Teil auf optischer Ebene. Einfallsreich sind die zahlreichen Wikinger- wie Drachenfiguren gestaltet. Wenn sich die ganze Inselpopulation zum Exodus in den Himmel erbebt, ist das ein Meisterwerk trickfilmtechnischer Diversität, das in schillerndem 3D bestens zur Geltung kommt.

Von Martin Schwickert / RND

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