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Kultur Weltweit „Kursk“ – Trailer und Kritik zum Kinostart
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06:00 10.07.2019
Eingeschlossen im Boot: Pavel Sonin (Matthias Schweighöver) ist einer der Matrosen auf der Kursk. Quelle: Foto: Wild Bunch
Hannover

Am 12. August 2000 lief das atombetriebene U-Boot K-141 Kursk aus, um an einem Manöver in der Barentsee teilzunehmen. Durch ein defektes Übungstorpedo wurde der Bootskörper schwer beschädigt. Alle 118 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unglück ums Leben.

23 Seeleute konnten sich nach der Detonation in einen abgeschotteten Teil des U-Bootes retten, warteten dort jedoch vier Tage lang vergeblich auf ihre Bergung. Die russische Marine verfügte nicht über die notwendigen Spezialgeräte und lehnte Hilfsangebote von britischer und norwegischer Seite strikt ab.

Kursk“ – Thomas Vinterberg gilt als Meister des Gesellschaftsdramas

Nun hat sich der dänische Regisseur Thomas Vinterberg in „Kursk“ der Ereignisse angenommen. Eine interessante Wahl, hat sich der „Dogma“-Mitbegründer doch weniger durch großformatige Action als intime Gesellschaftsdramen profiliert.

Sein Film zeigt die russischen Matrosen, die zu Beginn von „Kursk“ im Rahmen eines rauschenden Hochzeitfestes vorgestellt werden, als fest verschweißte Gemeinschaft. Die glänzenden Tage der russischen Nordmeerflotte liegen lange zurück. Der Sold ist schlecht, die Einsätze spärlich, der Zusammenhalt der Seemänner und ihrer Familien auf dem abgelegenen Posten an der Barentsee umso wichtiger.

Zum ersten Mal seit einigen Jahren soll die „Kursk“ nun wieder an einem Manöver teilnehmen und die Männer nehmen den Befehl zum Auslaufen mit verkatertem Enthusiasmus entgegen.

Kursk“ – Bis zu den letzten Sauerstoffreserven

Nach der Explosion teilt sich der Film in drei Erzählstränge auf: Der eine begleitet Kapitänleutnant Mikhail Averin (Matthias Schoenaerts), der mit den anderen Überlebenden (darunter Matthias Schweighöfer) auf Rettung hofft. Derweil kämpft eine hochschwangere Frau Tanya (Léa Seydoux) gegen die bürokratischen Militärstrukturen, die den Vorfall vertuschen wollen.

Auf einer dritten Erzählebene versucht der britische Marinekommandant David Russell (Colin Firth) dem russischen Admiral Gruzinsky (Peter Simonischek) seine Hilfe zur Bergung der Überlebenden anzubieten. Dessen Vorgesetzter Admiral Petrenko (Max von Sydow) befürchtet jedoch Spionage und sieht das Ansehen der russischen Flotte gefährdet.

Mit zunehmender Dynamik verbindet Vinterberg die Geschehnisse unter Wasser, auf hoher See und dem Festland miteinander. Während die Matrosen sich die letzten Sauerstoffreserven teilen, kulminieren die Ereignisse um die scheiternden Rettungsversuche und die amtliche Informationspolitik.

Kursk“ – Die Frauen der Matrosen ziehen die Militärs zur Rechenschaft

Der dramatische Höhepunkt ist eine Pressekonferenz, in der die Frauen der Matrosen vor Kameras die Militärs zur Rechenschaft ziehen. Dennoch handelt Vinterberg die Gegenüberstellung von menschlichem Überlebenskampf und kaltem Kalkül ohne persönliche Schuldzuweisungen ab. Die russische Admiralität trifft ihre moralische Fehlentscheidung aus einer immanenten Logik heraus. Nicht ein personifizierbarer Bösewicht, sondern der menschenverachtende, militärische Pragmatismus per se steht hier auf der Anklagebank.

„Kursk“ – Filminfo

Kinostart in Deutschland: 11. Juli 2019

Regie: Thomas Vinterberg

Darsteller: Matthias Schoenaerts, Léa Seydoux, Colin Firth

Filmlänge: 117 Minuten

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Von Martin Schwickert / RND

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