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Kultur Weltweit “Mein Papa Bud”: Tochter veröffentlicht Buch über Bud Spencer
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17:48 08.09.2019
Cristiana Pedersoli, Tochter vom Schauspieler Bud Spencer, hält ihr Buch über ihren Vater "Mein Papa Bud". Quelle: Christophe Gateau/dpa
Berlin

In seinen Filmen konnte Bud Spencer ordentlich draufkloppen. Der Italiener spielte oft den harten Kerl. Privat dagegen war der Westernstar selten wütend, wie seine Tochter Christiana Pedersoli (56) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin erzählt. Noch heute denkt sie oft an ihren Vater, drei Jahre nach dessen Tod hat sie ihm nun ein Buch gewidmet.

In "Mein Papa Bud" erzählt sie Anekdoten über den großen, bärtigen Mann. Bud Spencer - bürgerlich Carlo Pedersoli - verpasste seinen Gegnern im Film gerne einen ordentlichen Schlag auf den Kopf. Bekannt machten ihn Filme wie "Sie nannten ihn Plattfuß" oder "Vier Fäuste für ein Halleluja" mit seinem Kollegen Terence Hill.

Bud Spencer wird als "lebenshungriger Mann" beschrieben

Wenn er im echten Leben mal sauer geworden sei, habe er nach zehn Minuten wieder gelacht. Er habe keinen Groll oder Neid gekannt. "Er war sehr ausgeglichen und weise", sagt Tochter Christiana. Die zierliche Frau hat noch zwei Geschwister. Im beigen Hosenanzug sitzt sie in einem Verlagsraum in Berlin und beginnt zu gestikulieren und zu lachen, wenn sie von ihrem Vater erzählt.

Im Buch schildert sie ihn als lebenshungrigen und fantasievollen Mann, der Experimente wagte. Einmal habe er ein sehr langes Wohnmobil in den USA gekauft, das auf italienischen Straßen überhaupt nicht zugelassen gewesen sei. Mit einem mitgebrachten Kanu sei er daheim direkt gekentert. Und seinen Flugschein habe er bekommen, obwohl er schlecht gesehen habe.

Vier Fäuste für eine Freundschaft: Terence Hill (links) und Bud Spencer (rechts) waren nicht nur am Filmset ein gutes Team. Auch privat waren sie Freunde.

Christiana (Spitzname "Cri Cri") teilt im Buch Fotos von Bud Spencer als Olympia-Schwimmer, von Dreharbeiten und seinem Schiff. Auch Familienrezepte für Fleischbällchen oder Spaghetti mit Kirschtomaten kommen vor. "Er mochte es nicht, Diäten zu machen", sagt Pedersoli. Einmal sei er zum Abnehmen in einem Klinikhotel in Deutschland gewesen, nach kurzer Zeit aber in ein Restaurant abgehauen.

In Schwäbisch Gmünd ist ein Freibad nach Bud Spencer benannt

Auch mit seinem Kollegen Terence Hill hat er demnach oft Pasta gegessen, beide hätten sich gut verstanden. "Sie waren sehr unterschiedlich", sagt Pedersoli. Beide seien aber echte Gentlemen und sehr authentische Menschen gewesen. Sie hätten dieselben Werte gehabt und sich etwa um ihre Familien gekümmert. Zu Bud Spencers Trauerfeier 2016 war auch Hill nach Rom gekommen.

Der Riese Spencer hatte in Deutschland viele Fans - in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) ist ein Freibad nach ihm benannt. "Er war sehr glücklich über dieses Zeichen der Liebe", sagt seine Tochter heute. Ihr Buch erscheint am Dienstag (10. September) in Deutschland. In Italien ist laut deutschem Verlag erst für nächstes Frühjahr eine Ausgabe geplant. Das Buch ist vor allem etwas für Fans.

Der Schauspieler kommt in den Erzählungen gut weg. Dass er wohl aber durchaus einen eigenen Kopf hatte, klingt in einem Beitrag seiner Frau Maria durch. Die beiden waren bis zu seinem Tod verheiratet - fast 60 Jahre lang. "Ich kann sagen, dass das Leben mit meinem Mann immer sehr abenteuerlich war", wird Maria in einem Kapitel zitiert.

Seine Tochter sagt: "Wir feiern Bud jeden Tag"

Er habe nicht verstanden, warum er nach der Hochzeit seine Gewohnheiten habe ändern sollen. Er habe morgens das Haus verlassen und sei nicht auf den Gedanken gekommen, ihr zu sagen, wohin er gehe und wann er zurückkomme. "Wenn ich jetzt an unser Eheleben zurückdenke, merke ich, dass ich all seine Extravaganzen immer akzeptiert habe, weil ich verstanden hatte, dass dies seine Natur war."

Christiana Pedersoli sagt, sie habe von ihrem Vater eins gelernt: "Er hat das Leben akzeptiert, wie es war, mit schlechten Dingen und guten Dingen." Sie denkt noch heute viel an ihren Vater, der im Oktober 90 Jahre alt geworden wäre. In seiner Geburtsstadt Neapel sei demnächst eine Ausstellung über ihn geplant. "Wir feiern ihn jeden Tag."

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dpa

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