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Kultur Weltweit Rammstein äußern sich erstmals zum umstrittenen „Deutschland“-Teaser
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11:48 28.05.2019
Provoziert gern: Die Band Rammstein um den Sänger Till Lindemann (m). Quelle: Jes Larsen/Universal Music/dpa
Berlin

Sie sind die erfolgreichste deutsche Band, aber wohl auch die provokanteste. Rammsteins Teaser zur Single „Deutschland“ sorgte im März 2019 für Furore. Die Musiker der Band waren darin in KZ-Häftlingskleidung aufgetreten. Der Holocaust werde hier zu „Marketingzwecken missbraucht“, hatte unter anderem Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, gesagt. Jetzt äußern sich Rammstein zum ersten Mal im Rolling Stone (Juni-Ausgabe) zu dem umstrittenen Video-Trailer.

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Keyboarder Flake Lorenz: „Wir wollen provozieren“

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„Es geht uns nicht darum, Leute zu schocken“, sagt Keyboarder Flake Lorenz in der Zeitschrift. Aber natürlich habe die Band diese Reaktionen aktiv provoziert. „Wir wollen provozieren, Leute in Bewegung bringen. Das ist das Gegenteil von Entertainment.“ Es stelle sich auch die Frage, „warum wir beim Thema Deutschland immer gleich so empfindlich sind.“ Flake weiter: „Der Song handelt von dem ambivalenten Verhältnis, das wir zu Deutschland haben. Und das Video zeigt, woher dieses Verhältnis womöglich kommt.“

Schlagzeuger Christoph Schneider: „Haben mit dem Song einen Nerv getroffen“

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Die heftigen Reaktionen haben indes Schlagzeuger Christoph Schneider überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so einen Aufruhr geben würde“, sagt er in dem Interview. „Für mich ist das eine starke Szene.“ Er stehe nach wie vor hinter der Entscheidung, den 35 Sekunden langen Filmausschnitt ins Netz zu stellen. Er repräsentiere gut das zwei Tage später in voller Länge veröffentlichte Rammstein-Video „Deutschland“. Niemand werde verhöhnt, die Band mache sich nicht lustig. „Aber die Tatsache, dass hier Rammstein am Galgen hängen, macht den Trailer eben für einige zur Provokation“, so Schneider. „Wir haben mit dem Song einen Nerv getroffen, etwas erschaffen, das viele bewegt und anspricht. Ich finde es gut, dass das Stück ein bisschen getrennt vom Album wahrgenommen wird.“

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Gitarrist Richard Z. Kruspe: „Der Kreis schließt sich“

Rammstein sprechen auch offen über die zermürbenden Aufnahmen zum neuen, namenlosen Album, mit dem sich für Gitarrist Richard Z. Kruspe ein Kreis schließt: „Ich habe das Gefühl, dass wir wieder an dem Punkt angekommen sind, an dem wir damals angefangen haben. Der Kreis schließt sich, inhaltlich und musikalisch.“ Selbstkritisch merkt er an: „Was mir fehlt, ist ein Moment mit positiver Perspektive auf dem Album, ein Hoffnungsschimmer. Aber vielleicht gibt es den gerade einfach nicht.“

Rammstein: Neue Ankündigung auf Youtube

Die „positive Perspektive“ bleibt wohl auch mit der neuesten Youtube-Ankündigung der Band aus. Fans dürfen sich trotzdem freuen: An diesem Dienstag um 19 Uhr soll das offizielle Video zu „Ausländer“ veröffentlicht werden. Das lässt jedenfalls die kurze Sequenz auf Youtube vermuten, in der Mitglieder der Band in einem Schlauchboot über das Meer paddeln.

Von RND

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