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Kultur Weltweit Rom in acht Runden bauen: „Carpe Diem“ im Spieletest
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14:00 03.02.2019
Komplex und trotzdem jederzeit schlüssig, dabei flott und eingängig: „Carpe Diem“ sorgt in der Kennerspiel-Szene für Furore. Quelle: Hersteller
Leipzig

Spieleautor Stefan Feld ist dank Titeln wie „Die Burgen von Burgund“ und „Brügge“ ein Liebling der Vielspieler. Feld schafft es, an sich simple Prinzipien so elegant mit raffinierten Mechanismen anzureichern, dass sie einerseits intuitiv funktionieren, andererseits anspruchsvoll und abwechslungsreich sind. „Carpe Diem“ ist dafür ein Paradebeispiel.

„Carpe Diem“ ist im Prinzip – wie auch „City of Rome“ – ein Legespiel. Jeder bastelt auf seinem Tableau in acht Runden zu je sieben Zügen sein eigenes kleines römisches Stadtviertel zusammen. Die viereckigen Bauplättchen zeigen Teile von Landschaften und Gebäuden, die man passend ablegen muss. Sie liegen angeordnet in Vierergruppen und in einem Kreis auf dem zentralen Spielplan.

Bis zum Schluss spannend

Dort hat auch jeder Spieler eine Figur stehen, den Patrizier. Der nimmt erst einen der zwei für ihn möglichen Wege und am Ziel eines der Plättchen. Man muss also nicht nur überlegen, was man aktuell möchte, sondern auch, wohin einen der Weg in den nächsten Zügen führen und was dann von Vorteil sein könnte.

Raffiniert ist die Wertung: Es gibt 60 Wertungskarten mit unterschiedlichen Bedingungen. Je nach Teilnehmerzahl liegen acht bis zwölf in einem Raster aus. Erfüllt der Spieler die Bedingungen nicht, folgen prompt Punktabzüge.

Und dann gibt es noch weitere Vorteile durch fertiggestellte Geländestücke, für Gebäude und Landschaften in den richtigen Reihen oder Spalten, für Brunnenkarten mit ihren jeweils eigenen Bedingungen ... Das klingt etwas kompliziert. Dadurch ist aber gewährleistet, dass es bis zum Schluss spannend bleibt. Den Tag verschwendet hat man mit einer Partie auf keinen Fall.

In der Szene hoch gehandelt

Dieses Spiel ist ein komplexes und doch jederzeit schlüssiges Gebilde, für ein Stefan-Feld-Produkt auch ungewohnt flott und eingängig. Was man von der Gestaltung leider nicht sagen kann: Das Material ist kleinteilig. Die Farben sind schwer unterscheidbar. Die Pappen spiegeln.

Der Verlag hat für eine eventuelle zweite Auflage bereits Besserung gelobt. Wie der Lateiner weiß: Errare humanum est – Irren ist menschlich. Dass „Carpe Diem“ in der Szene dennoch hoch gehandelt wird – und das völlig zu Recht – liegt an seiner herausragenden spielerischen Güte.

„Carpe Diem" von Stefan Feld Quelle: Alea/Ravensburger

Stefan Feld: „Carpe Diem“. Alea/Ravensburger, für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren, etwa 40 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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