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Kultur Weltweit „Von Bienen und Blumen“: Neurosen im Gemüsebeet
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12:12 08.05.2019
Gemeinsam gärtnern: Hier packen alle mit an. Quelle: Foto: Eksysten Distribution
Hannover

Ein Film zur weit verbreiteten Landlust ist schier überfällig gewesen – Regisseurin Lola Randl hat ihn nun gedreht: Ihre Dokumentation „Von Bienen und Blumen“ schlägt durchgehend ironische Töne an, zuweilen wird sie sogar parodistisch. Doch hat das Werk auch einen realen Hintergrund.

Randl ist mit ihrem Partner Philipp und zwei Kindern in die Uckermark gezogen. Sie leben in einer alten Gärtnerei, anfangs ein reines Wochenenddomizil. Dann beschließen die beiden, ein Projekt mit sanftem Landkommunenanstrich zu entwickeln. Berliner Freunde werden eingeladen, sich am Obst- und Gemüseanbau zu beteiligen und ganz nebenbei auf dem Hof auch neue Lebensformen auszuprobieren.

Hilflose Großstädter beim Ackerbau

Der Film dokumentiert die Arbeit an diesem Projekt und beschreibt die Hilflosigkeit der Großstädter beim Ackerbau und im Umgang mit dem lieben Vieh. Auch die Kontaktpflege mit der alteingesessenen Bevölkerung und sogar die Beziehungskrise zwischen Lola und Philipp thematisiert, einschließlich einer doch recht merkwürdigen Paartherapie.

Das Ernsthafte wird aber stets durch einen ironischen Off-Kommentar konterkariert. Dieser stammt aus einer wohl fiktiven Doktorarbeit mit dem wunderbaren Titel „Sinnsuche des postkapitalistischen Individuums am Fallbeispiel des Wiederaufbaus einer alten Gärtnerei, genauer am Fallbeispiel der Wunschvorstellung eines zugezogenen Paares“. Viel besser lässt sich der Film nicht zusammenfassen, der Menschen zeigt, die ihre großstädtischen Neurosen besser pflegen als ein Gemüsebeet.

„Von Bienen und Blumen“ – Filminfo

Kinostart Deutschland: 9. Mai 2019

• Produktionsland: Deutschland

• Regie: Lola Randl

• Genre: Dokumentation

• Laufzeit: 96 Min

• Altersbeschränkung: FSK ab 6

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