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Kultur Mighty Oaks auf der Geyerhaus-Parkbühne gefeiert
Nachrichten Kultur Mighty Oaks auf der Geyerhaus-Parkbühne gefeiert
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17:47 18.08.2019
Eine sehr entspannte Angelegenheit: Das Publikum vor der Geyserhaus-Parkbühne hört den Mighty Oaks aufmerksam zu. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Fingen so früher nicht mal Witze an oder Märchen? Treffen sich ein Amerikaner, ein Italiener und ein Engländer in Deutschland... Alle drei mögen Musik, alle drei spielen Instrumente – und so gründen sie eine Band, nennen diese Mighty Oaks, also „Mächtige Eichen“, und werden bald mächtig erfolgreich. Zumal in Deutschland, wo man zu Eichen ja schon immer ein inniges Verhältnis pflegte. Das zeigte sich auch am Freitag, als die in Berlin lebenden Mighty Oaks im Rahmen ihrer Akustiktour auf der Geyserhaus-Parkbühne Station machten.

Umrauschtes Terrain

Rappelvoll mit Fans war das hier auf dem ebenfalls von Eichen umrauschten Terrain. Und man fragte sich, ob an diesem weiträumigen Ort unter freiem Himmel, aber mehr noch ob in Anbetracht der Publikumszahl wohl tatsächlich diese ganz bestimmte kaminfeuerknisternde Intimität, diese kuschlige Zuhörer-Musiker-Nähe entstehen würde, die die Mighty Oaks mit dieser Konzertreihe ja ausdrücklich anstreben.

Songs aus neun Jahren

Pünktlich 20 Uhr kommen Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders auf die Bühne geschlendert. Klampfe, Mandoline, Bassgitarre und Bassdrum ist das aufs Wesentliche beschränkte Instrumentarium, mit dem das Trio in gut 80 Minuten eine Kollektion aus Songs darbietet, die sich in den inzwischen neun Schaffensjahren seit Gründung der Band angesammelt haben.

Schönheit der Schöpfung

Songs, die in ihren sonst üppigeren Bandarrangements nicht selten jene heute allzu beliebte Neigung zur in Standardpathos ausgestellten Standardinnerlichkeit pflegen; die also weniger Folk, sondern eher ein mit Neo-Folk etikettiertes sentimentalisierendes Folkklischee darbieten. Bionade-Folk für naturverbundene, nachdenkliche Großstädter, die es sich nie nehmen lassen, im Urlaub die Schönheit der Schöpfung oder bei Konzerten die Atmosphäre mit unzähligen Smartphone-Aufnahmen einzufangen.

Harmonischer Satzgesang

Die Liebe zur Natur oder auch mal zu einer Frau, Freundschaft und Familie sind passenderweise die bevorzugten Mighty-Oaks-Themen, die zum Konzert mit Stücken wie „Just One Day“, „The Great Northwest“, „Be With You Always“, „Brother“ oder final mit „So Low, So High“ am Gemüt rühren. Und das im wirklich schönen, harmonischen Satzgesang. Von Anfang an läuft das ganz entspannt, in ruhiger Konzentration ab. Und von Anfang an funktioniert das tatsächlich, entstehen unaufdringliche Nähe und Intimität.

Sanfte Leichtigkeit

Denn wie wirksam diese Songs sein können, zeigen sie genau in diesen abgespeckten und darin ursprünglicher klingenden Varianten einer wie blätterrauschend sanften Leichtigkeit und Zurückgenommenheit. Man könnte sagen: Erst als Bonsai-Eichen sind die Mighty Oaks wirklich bei sich selbst. Und ihre Musik wohl auch. Und wenn Ian Hooper nach einem Songtext-Hänger lachend verlauten lässt „Wir sind Menschen, die auch mal was falsch singen“ und später der simple, gleichwohl lebenskluge Rat folgt „mal freundlich zu Fremden sein, wir profitieren alle immer auch vom anderen“, ist das zudem noch ziemlich sympathisch.

Von Steffen Georgi

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