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Kultur Mit Bleistift und spitzer Feder gegen die Arroganz der Macht
Nachrichten Kultur Mit Bleistift und spitzer Feder gegen die Arroganz der Macht
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16:01 19.09.2013
Von Kostas Kipuros
Karikatur der Möglichkeiten: Klaus Stuttmanns Blick auf die Bundestagswahl.

Warum eigentlich? Klar, es liegt vor allem an den Themen: Hartz IV, Mindestlöhne, Auslandseinsätze der Bundeswehr oder Eurokrise - da gibt's nunmal nichts zu Lachen. Auch die exekutierenden Personen, die Politiker selbst, sind häufig Teil des Problems. Oder schon mal einen Witz gehört, den die Kanzlerin erzählt hätte?

Es nützt aber nichts: Politik befasst sich mit dem Leben und zwar in all seinen Facetten, muss also so oder so an den Mann/die Frau gebracht werden. Spätestens hier gilt es eine Gilde zu preisen, die sich der Quadratur des Kreises annimmt: Karikaturisten beherrschen sozusagen von Berufs wegen die Kunst, die häufig komplizierten und mitunter sogar traurigen Sachverhalte der Politik mit wenigen Strichen aufs Blatt zu bringen - unparteiisch, dennoch Partei ergreifend, bissig, dennoch respektvoll, witzig, dennoch in vollem Ernst. Kaum eine Zeitung, die etwas auf sich hält, kommt ohne sie aus. Vor allem während politischer Hochzeiten wie der Bundestagswahl sind Karikaturisten unentbehrliche Exegeten.

Was also liegt näher, als die Werke der vier besten Zeichner Deutschlands zu präsentieren? Der Schaltzeit Verlag hat sich dieses Vorhabens angenommen und den Sammelband "Prost Wahlzeit" herausgegeben. Neben den Zeichnungen von NEL (Ioan Cozacul), Thomas Plaßmann und Heiko Sakurai dürften den Lesern der Leipziger Volkszeitung vor allem jene des "Hauskarikaturisten" Klaus Stuttmann bekannt sein. Tag für Tag beliefert der Berliner Künstler die Redaktion (sowie weitere 19) mit seinen gezeichneten Kommentaren zur politischen Szenerie.

In "Prost Wahlzeit" hat der Herausgeber unter dem Leitthema Wahl mehrere Kapitel inhaltlich zusammengefasst. Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa reüssiert als Titelverteidigerin oder als System Merkel, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wird als Herausforderer aufs Korn genommen und die FDP mit ihren fragwürdigen Rezepten zur Bewältigung der Euro-Finanzkrise. Wer mag, kann sich also an den einzelnen Themen und Kapiteln delektieren und dabei trefflich die verschiedene Handschrift der vier Protagonisten vergleichen.

Aber es bereitet auch Vergnügen, den Band wahllos aufzuschlagen. Welche Seite auch immer man "erwischt" - man ist stets im wahrsten Sinne des Wortes "im Bild".

Natürlich vermögen Karikaturen ebensowenig wie Musik oder andere Formen der Kunst, Machtverhältnisse zu verändern. Aber sie können unser Verhältnis zur Macht beeinflussen. Und in diesem Sinne attestiert man dem augenzwinkernden Hinweis des Bandes "Vorsicht: Dieses Buch könnte Ihre Wahlentscheidung beeinflussen!" gern Realitätsbezug.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Kostas Kipuros

"Späte Heimkehr" heißt die Ausstellung des Künstlers Gerhard Dörner, die am Freitag im Foyer des LVZ-Gebäudes zu sehen ist. Vier großformatige Bilder zeigt der freischaffende Künstler, Maler und Illustrator zu diesem Anlass erstmals: Auf den Acryl-Gemälden fliegen Puppen, Fische, ein Pavian auf einer löchrigen Kugel, menschliche Torsi, Klavierflügel schwerelos durch den Bildraum.

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