Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Neues Solo-Stück mit Antje Poser: Lenes laues Leben mit „Hase“
Nachrichten Kultur Neues Solo-Stück mit Antje Poser: Lenes laues Leben mit „Hase“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:00 12.02.2020
Die Rolle scheint ihr auf den Leib geschneidert: Antje Poser spielt Lene Ludwig, die beim Warten auf den Gatten ins Nachdenken kommt.
Anzeige
Leipzig

Steht der 20. Hochzeitstag ins Haus, dürfen schon mal festliche Töne aus der Stereoanlage schallen: Beethovens Götterfunken untermalen bedeutungsvoll die neue Premiere, zu der Antje Poser ins Frauenzimmertheater geladen hatte. Und da ging es um eben ein solches Jubiläum.

Ene mene Maus und du bist raus – eine Mordskomödie“ heißt das Ein-Personen-Stück anspielungsreich. Wir sehen die Dame des Hauses in ihrem stilvoll schwarz-weiß designten Wohnzimmer mit Zebramusterkissen auf ihren Ehemann warten, seines Zeichens viel beschäftigter Banker. Ein fürstliches Mahl will sie auf den Tisch bringen, des Anlasses würdig, schraubt aber peu à peu ihre Ansprüche aus verschiedenen, vor allem beschaffungstechnischen Gründen herunter. Am Ende verlegt sie sich auf schnöde Schnittchen. Und wartet weiter.

Flotter Theaterabend – lebhaft von Ev Schreiber inszeniert

Doch Däumchen drehen ist nicht ihr Ding. Denn unsere Frau Dr. Lene Ludwig, hochgescheite Erziehungswissenschaftlerin im besten Alter, leider zur Hausfrau degradiert, nutzt ihr brachliegendes geistiges Potenzial – erst einmal zum Nachsinnen: Wo bleibt er nur, der sonst so pünktliche Odin?

Denke, denke … Der nach einer halben Stunde Wartens entkorkte Weißwein hilft der Erinnerung und der Fantasie auf die Sprünge. Lene lässt die Jahre ihrer an Höhepunkten armen Ehe mit dem Langweiler Odin, den sie „Hase“ nennt, Revue passieren, denkt an die Aufgabe ihrer einst vielversprechenden Universitätskarriere zugunsten von Odins beruflichen Interessen. Besonders aber treibt sie ihre sexuelle Frustration um. Sie, die Vollblutfrau in den besten Jahren, hat sich so schön ausgemalt, wie sie mit Odin heute Abend endlich mal wieder in die Kiste springt.

Nach zwei Stunden Warten und tristem Sinnieren schieben sich Verdachtsmomente vor ihren Blick: Mit wem ist er wohl durchgebrannt? Noch dringlicher scheint aber die Frage: Hat „Hase“ für seine treue Gattin vorgesorgt, falls er gar tot ist? Oder gibt es etwa eine andere Nutznießerin seines Vermögens?

Ein Blick auf Lene, wie sie sich energisch an den mit Spießen erdolchten Schinkenhäppchen vergreift, lässt erahnen, bei entsprechendem Emotionsstau ließe sie sich wohl von ihrem Temperament zu gar Schrecklichem hinreißen.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, als Lene schließlich wild entschlossen den Safe aufbricht, denn da entdeckt sie neben einem hübschen Vorsorge-Sümmchen noch etwas anderes, was in der Folge über ihr eigenes und das Schicksal ihres Göttergatten entscheiden wird ...

Drei Stunden aus dem deprimierenden Leben der Lene Ludwig rafft die lebhafte Inszenierung von Ev Schreiber zu einem nicht ganz so langen, eher flotten Theaterabend. Die Zuschauer können sich an den Einfällen, Irrungen und Wirrungen einer Dame von Format ergötzen, die lange über selbsterfüllende Prophezeiungen nachdenkt und sich von nichts und niemandem, schon gar nicht von Odin, ins Bockshorn jagen lässt, egal welch schauerlichem Ausgang ihre Entschlusskraft entgegenstrebt. Vorzüglich gespielt von Antje Poser, der die Rolle auf den Leib geschneidert scheint. Schwarzer Humor, der einen Abend unterhaltsam verkürzt!

Weitere Vorstellungen gibt es am 23. Februar und am 1. März jeweils um 18 Uhr, am 21., 22., 28. und 29. Februar jeweils um 20 Uhr in Wagners Restaurant, Richard-Wagner-Platz 1, Ticketgalerie 0800 2181 050 oder Kartentelefon 0176 2948 5677

Von Juliane Lochner

Das Schauspiel-Kollektiv Iris X erzählt die Geschichte eines Tieres, das der Mensch vernichtet hat. Die Gründe dafür reichen bis zur Schöpfungsgeschichte. Eine eindrückliche Erzählung über Opfer, die wir nie gekannt haben.

12.02.2020

Wie auf der Party ihres Lebens: Klassisch ausgebildete Tänzer zwischen Poesie und Akrobatik, schwebender Leichtigkeit und Höchstleistungssport, dazu eine sensationelle Live-Band – das ist „Ballet Revolución“ aus Kuba, bis zum 16. Februar ist die Produktion in der Oper Leipzig zu erleben.

12.02.2020

Nach tagelangen Streitigkeiten und zahlreichen Statements von Prominenten hat der Dresdner Semperopernball-Verein jetzt die Reißleine gezogen. Die umstrittene Verleihung des St. Georg Ordens an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi wird rückgängig gemacht

05.02.2020