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Kultur Pro Leipzig gibt neues Buch mit alten Ansichtskarten aus Lindenau heraus
Nachrichten Kultur Pro Leipzig gibt neues Buch mit alten Ansichtskarten aus Lindenau heraus
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00:33 26.11.2015
Lindenau in alten Ansichtskarten: Pro Leipzig hat ein neues Buch über die Historie des Stadtteils herausgebracht. Nicht fehlen darf da der Palmengarten.  Quelle: Foto: Pro Leipzig
Leipzig

Kleinmesse, Palmengarten, Goldener Adler – Lindenau hatte viele Vergnügungsstätten und Ausflugsziele, die Menschen veranlassten, ihren Lieben viele Grüße zu schicken. Und zwar auf einer Postkarte. Wie diese den Stadtteil widerspiegeln, darüber gibt ein neues Buch von Wilfried Grylla und Thomas Nabert mit 450 Abbildungen Auskunft, das am Dienstag Premiere hat. Wer durch das Buch blättert, merkt schnell, wie durch das riesige Angebot an Freizeit- und Kultureinrichtungen aus dem früheren industriellen Vorort Lindenau eines der bedeutendsten kulturellen Zentren Leipzigs wurde.

Ab 1895 verbreitete sich die Ansichtskarte rasch, die Bildmotive werden millionenfach – etwa wie heute E-Mails – verschickt. Abgelichtet wurde alles, was sich vermarkten ließ. Das schreibt Thomas Nabert im Vorwort der Publikation und steuert eine Menge Fachwissen zur Regionalgeschichte Lindenaus bei. So zogen sogar Wanderfotografen und Inhaber von Kunstanstalten durch die Straßen und boten den Bewohnern oder Besitzern an, ihr Haus zu fotografieren. Bei Gastwirten und Geschäftsleuten wurden sie dabei besonders fündig. Das beschert uns heute einige der ältesten Ansichtskarten des Stadtteils. Lebendig wird so eine Zeit, in der Lindenau zum Ausflugsziel für die übrigen Leipziger wurde. Die beliebtesten Gaststätten hatten große Freisitze und Biergärten, auf denen die Ausflügler nach einem Spaziergang – etwa vorbei am Kuhturm am Ende der Frankfurter Straße (heute Jahnallee) einkehren konnten. „Wir geh’n nach Lindenau, da ist der Himmel blau“, hieß es in einem Lied. Und man schickte einen Gruß aus dem Palmengarten, der „Grünen Eiche“ oder aus dem „Deutschen Haus“ am Lindenauer Markt (heute Theaterhaus). Beschrieben wird, wie sich die vornehme Gesellschaft beim Schaugondeln im “Charlottenhof“ einfand. Eiswerkebesitzer Louis Uhlemann ließ ihn in der Wettiner Straße (heute Erich-Köhn-Straße) anlegen, um seinen Eisteich im Sommer gewinnbringend vermarkten zu können. So entstand ein Vergnügungspark für die Betuchten.

Das liebevoll aufbereitete Buch ist Teil einer Reihe, die bereits Großzschocher, Connewitz, die Südvorstadt sowie Möckern & Wahren ins Blickfeld rückte. Der Neuling beschreibt die besondere Affinität Lindenaus zur Turn-, Sport- und Kleingartenbewegung. Zu sehen sind aber vor allem die typischen Ortsbilder mit Fabriken, Läden und Handwerksbetrieben. Nicht vergessen wird die DDR-Zeit, als der Lindenauer Markt noch Wilhelm-Liebknecht-Platz hieß und zum 1. Mai 1955 ein Demonstrationszug durch die Dunckerstraße lief.

Die Buchpräsentation für „Lindenau. Ein Leipziger Stadtteil auf alten Ansichtskarten“ findet am Dienstag ab 18 Uhr im Gemeindesaal der katholischen Liebfrauenkirche, Karl-Heine-Straße 110, statt.

Von Mathias Orbeck

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