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Kultur Räume für neue Rüstkammer-Schau im Dresdner Residenzschloss fertig
Nachrichten Kultur Räume für neue Rüstkammer-Schau im Dresdner Residenzschloss fertig
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20:55 27.01.2016
Am Mittwoch wurden sieben rekonstruierte Säle im Dresdner Residenzschloss eröffnet. Quelle: dpa
Dresden

Sieben Monate nach Eröffnung des Münzkabinetts im Georgenbau des Dresdner Residenzschlosses sind dort am Mittwoch sieben weitere rekonstruierte Säle an die Staatlichen Kunstsammlungen übergeben worden. In den auf die Exponate abgestimmten Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss wird in den nächsten Wochen die Ausstellung „Weltsicht und Wissen um 1600“ der Rüstkammer eingerichtet, wie Finanzminister Georg Unland (CDU) sagte. Für deren Rekonstruktion wurde das Aussehen der einstigen fürstlichen Wohnräume angepasst.

So wurde ein dreidimensional profiliertes Deckenbild nachgebildet. Eine neuartige Beschichtung der Wandflächen ermöglicht die variable farbige Gestaltung der Räume, deren Wände einst textil bespannt waren. Dazu wurde eigens eine Technologie entwickelt, bei der feiner Sand und Grünpigmente mit einem speziellen Bindemittel auf die Flächen aufgetragen werden. Am Boden wurden nach historischem Vorbild Eichenholztafeln in der Art des Versailler Parkettbodens verlegt.

Das Dresdner Residenzschloss

Die 1945 zerstörte Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhundert wird seit 1985 wiederhergestellt und zum Museumszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen ausgebaut. Bisher sind dort das Grüne Gewölbe, Kupferstich- und Münzkabinett sowie Türckische Cammer und Riesensaal als erste Teile der Rüstkammer eingerichtet sowie die Kapelle im Rohbau wiedereröffnet worden. Aktuell wird der Georgenbau, in dem sich früher die fürstlichen Wohnräume befanden, auch mit Geldern vom Bund innen ausgebaut.

Bisher investierte der Freistaat nach Angaben des Finanzministeriums rund 303 Millionen Euro in Sachsens größte Kulturbaustelle. Aktuelle Schätzungen gehen von 378,6 Millionen Euro Gesamtkosten für die künftige „Residenz der Kunst und Wissenschaft“ aus - etwa 40 Millionen Euro mehr als 1997 angenommen. Bisher ist gut die Hälfte der Gesamtfläche nutzbar. Die äußere Wiederherstellung dauerte bis 2007 und damit zehn Jahre länger als geplant.

Die Anordnung der Vitrinen, in denen die meisten Objekte präsentiert werden, folgt der freien Positionierung der Möbelstücke von damals. Die Ausstellung mit Exponaten aus der Rüstkammer und dem Mathematisch-Physikalischen Salon soll ab dem 19. März Einblick in die Kunstkammer als Quelle fürstlichen Sammelns am Dresdner Hof geben. Bereits seit Juni 2015 ist das Münzkabinett mit einer Dauerausstellung im Georgenbau präsent.

Am rund 16,1 Millionen Euro teuren Ausbau des Schlossteils, in dem sich einst die fürstlichen Wohnräume befanden, beteiligt sich der Bund mit fünf Millionen Euro. Nach Ministeriumsangaben sind weitere 18 Millionen Euro für den noch laufenden Schloss-Wiederaufbau aus Berlin zugesagt.

LVZ

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