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Kultur Stiller Kunstgenuss im LVZ-Foyer
Nachrichten Kultur Stiller Kunstgenuss im LVZ-Foyer
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14:34 19.09.2013
Gerhard Dörner beim Aufbau seiner Ausstellung Späte Heimkehr im LVZ-Foyer. Quelle: André Kempner

"Wir alle sind durch die Gravitation fest verankert. Eine Loslösung ist in der Realität nicht möglich und kann nur durch künstlerische Ausdrucksmittel geschehen", erklärt Dörner, während des Aufbaus - einen Akkuschrauber in der Hand. Mit Hilfe dieses Werkzeugs lässt er seine Bilder auch in der Wirklichkeit im LVZ-Foyer zwischen den Pfeilern schweben.

Das titelgebende Bild zeigt eine Heimkehrer-Szene: Ein Schiff, das der Titanic ähnelt, legt an, Autos eines vergangenen Jahrhunderts parken daneben, über einen fliegenden Steg gehen die Passagiere an Land. Hier sät ein Mann Fische, die ihn in der Luft umkreisen. Gleich drei Mal taucht derselbe Mann im Bild auf - die Figuren und Gegenstände sind losgelöst von der Zeit. Und das Thema Heimkehr ist nicht nur in diesem Werk immanent: "Für mich bedeutet 'späte Heimkehr', wieder realistischer zu malen", sagt der Autodidakt, der sich bisher auch auf abstraktem Terrain bewegte. Kunst studiert habe er nicht - aus Prinzip nicht. Der 1954 geborene Harthaer hat sich dennoch einen Namen gemacht: vor allem durch Arbeiten im öffentlichen Raum - wie zum Beispiel einem überlebensgroßen Acrylglas-Objekt am Beruflichen Schulzentrum Oschatz oder einer Holzskulptur für die Stadt Freiberg - und durch Illustrationen, unter anderem für die Leipziger Volkszeitung. Dörner ist Träger des Mittelsächsischen Kulturpreises und wurde im letzten Jahr mit dem Goldenen Stiefel - dem Heimatpreis der Region Döbeln der Döbelner Allgemeinen Zeitung, des Landratsamts Mittelsachsen und der Sparkasse Döbeln - für sein Werk ausgezeichnet. "Grund genug, Gerhard Dörners Kunst in unserem Haus auszustellen", findet LVZ-Marketingleiterin Corinna Karl. So können sich die Besucher "rund um die Uhr", wie Karl betont, in die Welt der Schwerelosigkeit mitnehmen lassen.

"Die Sekunde der Stille" heißt ein weiteres Bild aus der Serie "Späte Heimkehr". Es herrscht eine gelöstere Stimmung: Anstatt in ein dunkles, fast bedrohlich wirkendes Rot ist der Himmel hellblau gefärbt - es symbolisiert zeitliche und räumliche Weite. Ein Pavian sitzt auf einer schwebenden Kugel, die von einer Zunge umfasst wird, die sich wiederum am unteren Bildrand in eine Schlange verwandelt. Klavierflügel schweben durch die Atmosphäre - sie haben keine Tasten und sind, wie es der Bildtitel bereits sagt, still. Die Besucher werden vom Künstler eingeladen, den Moment der Ruhe auch selbst zu erfahren: Am besten in der "Ein-Mann-Galerie", einem Objekt aus dem letzten Jahr. In einem Raum, der einer mit Filz eingepackten Dixie-Toilette ähnelt, kann sich der Kunstgenießer für 27 postkartengroße Tusche-Illustrationen Zeit nehmen - und zwar auf einem gepolsterten (und nicht gebrauchten) Klo. Die Leidenschaft für Filz zeigt der Künstler auch in seinem Werk "(Weiches) Stillleben mit Apfel und Banane".

Eröffnung: Freitag, 19 Uhr; anschließend bis 15. November 24 Stunden am Tag, LVZ-Foyer (Petersteinweg 19).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

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