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19:52 13.11.2015
Thomaskantor-Kandidat Markus Teutschbein. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

„Es wäre wie eine Heimkehr“, würde er Thomaskantor, hatte Markus Teutschbein am Donnerstag noch zu Protokoll gegeben. Und damit meinte der Musiker gewiss nicht nur seine biografischen Wurzeln (er wurde 1971 in Schkeuditz geboren und in der Thomaskirche getauft, sein Vater war Thomaner), sondern auch und vor allem die ästhetischen. Denn der Auftritt in der Motette in der Thomaskirche zeigte am gestrigen Freitagabend ziemlich überzeugend, dass der amtierende Leiter des Baseler Knabenkantorei weiß, wofür die Thomaner stehen. Für eine glanzvolle Tradition, die unter der Leitung Johann Sebastian Bachs zweifelsfrei ihren Höhepunkt erlebte, die Musik aus der Zeit vor und nach dem größten aller Thomaskantoren aber nie ausklammerte. Und so spannt sein Bewerbungs-Programm einen weiten musikalischen Bogen von Heinrich Schütz über die Leipziger Dreifaltigkeit Bach, Mendelssohn, Reger bis zum 1962 geborenen Schweden Fredrik Sixten.

Dessen „Ave Maris Stella“ steht im Mittelpunkt der Motette sowie im Zentrum der Ansprache von Pfarrerin Britta Taddiken. Ungeheuer wirkungsmächtige Konsensmoderne ist das. Nie entfernt Sixten sich allzuweit aus dem sicheren Hafen der Tonalität. Das Ergebnis ist so dankbar und anspruchsvoll für den Chor wie unmittelbar erlebbar fürs Publikum.

Hier zeigt Teutschbein mit seiner fein ausdifferenzierten Zeichengebung, dass er auch den Klang der Thomaner als Teil der Tradition begreift: Er nimmt, was Georg Christoph Biller schuf und Gotthold Schwarz pflegte, als Verpflichtung und Auftrag, formt aus dem, was die Thomaner, die derzeit wirklich in sensationeller Verfassung sind, ihm anbieten, eine Klangrede von großer Eindringlichkeit und Pracht. Gleiches gilt für Max Regers „Du höchstes Licht, ewiger Schein“ und Mendelssohns Kyrie und Gloria aus der „Deutschen Liturgie“. Wenngleich sich hier das Grundproblem von derlei Probedirigaten erweist: Der Kandidat muss zeigen, was er alles kann. Im konkreten Falle ist das sehr, sehr viel. Und da es alles hinein muss in die wenigen knappen Sätze, grenzt die dynamische Detaiarbeit bisweilen ans Manierierte. Ein Eindruck, der sich noch verstärkt in den Teilen aus Bachs Motette „Jesu meine Freude“, wo selbst in den Chorälen der unbedingte Deutungs- und Gestaltungswille sich dem natürlichen Fluss der Musik in den Weg stellt.

Auf der anderen Seite dieser Medaille steht indes der Befund, dass Teutschbein die Thomaner zu fabelhafter Reaktionsschnelle zu führen vermag. Und die Subito-Piano-Effekte, die Schweller, die klanglichen Gloriolen geraten, jedes für sich, in der Tat so schön, dass gut nachzuvollziehen ist, warum Tischbein sie immer wieder vorführt. Zumal er in den Bach-Chorälen, die sich in „Es ist gewißlich an der Zeit“ mit dem Gemeindegesang abwechseln, demonstriert, dass er auch anders kann: schlichter, selbstverständlicher, organischer, natürlicher.

Kurzum: ein technisch exzellenter, ein ästhetisch interessanter Kandidat. Wenn die drei anderen, Clemens Flämig und Markus Johannes Langer im Januar und Matthias Jung im April, dieses Niveau halten, wird es spannend.

Heute, Samstag, 15 Uhr, und morgen, Sonntag, im Gottesdienst (9.30 Uhr) muss Teutschbein überdies zeigen, dass er auch mit Gewandhaus umzugehen weiß. Denn dann steht neben den A-cappella-Werken die Kantate „Wachet! betet! betet! wachet!“ auf dem Programm.

Von Peter Korfmacher

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