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Kultur Thomaner-Serie: Jahresabschluss im Nieselregen
Nachrichten Kultur Thomaner-Serie: Jahresabschluss im Nieselregen
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17:03 02.01.2015
Von Martin Pelzl
Kurz vor Beginn der Silvestermotette in der Thomaskirche: Jonathan Wolf, Victor Reiser, Ludwig Führer, Tobias Gründel und Nathanael Vorwergk (von links). Quelle: André Kempner

Jene von 2013 wird die LVZ auf ihrem Weg zum Chor-Olymp in loser Folge begleiten. Heute: Die Silvestermotette.

Nieselregen. Solch einer, der aber auch alles mit einem feinen Wasserfilm bedeckt. Es ist Silvester, mittags um 12 Uhr. In anderthalb Stunden beginnt die Motette in der Thomaskirche. Schon jetzt stehen über 400 Menschen Schlange, um einen der begehrten 1450 Plätze zu erhaschen. "Wahnsinn", entfährt es Stefan Altner, Geschäftsführer des Thomanerchors. Zu diesem Zeitpunkt sind Ludwig Führer (10), Tobias Gründel (11), Victor Reiser (10), Nathanael Vorwergk (10), Jonathan Wolf (11) und all die anderen Thomaner noch beim Mittagessen im Thüringer Hof. Bereits am Vormittag haben sie mit dem Gewandhausorchester in 6-4-3-Besetzung geprobt.

Bei den Jungs im Matrosenanzug sind die Weihnachtsgeschenke noch Thema. Fahrrad (Tobias), Computer (Jonathan) oder Kopfhörer (Victor) sind die Highlights. Unterdessen erklimmt Thomaskirchenpfarrerin Britta Taddiken zehn Minuten vor Motettenbeginn die Kanzel, später wäre dies wohl angesichts von geschätzt 2700 Besuchern unmöglich gewesen.

Bevor es gleich mit Bachs berühmter Toccata und Fuge d-Moll (Orgel: Thomasorganist Ullrich Böhme) und "Dona nobis pacem", der von Thomaskantor Georg Christoph Biller bearbeiteten Chorvariation von Bachs Air, losgeht, schweifen die Gedanken der Jungs schon mal auf den weiteren Verlauf des Abends. Böllern wollen alle mit ihren Familien. Zuvor stehen Raclette (Nathanael, Ludwig) oder Käsefondue (Jonathan) auf den heimischen Speiseplänen. In fast allen Familien werden vor der großen Knallerei Spiele gespielt oder Filme geschaut. Bei Führers werden spielerisch "nicht gebrauchte Geschenke" anderweitig verteilt. Das letzte Wispern verstummt, die Motette beginnt.

Im Anschluss blicken die nun nicht mehr jüngsten Thomaner noch auf ihre Höhepunkte des fast abgelaufenen Jahres oder wagen einen Ausblick. Eigentlich für alle war die Fußball-WM das Größte im Jahr 2014, für Nathanael zudem die Gemeinschaft im Chor, für Victor, gute Freunde zu haben. Im neuen Jahr will Letzterer auf jeden Fall "etwas Besonderes machen", Nathanael will an seinen Muskeln arbeiten. Spannend wird es 2015 für alle Fünf, große Konzertreisen nach China und Israel stehen an. Während Ludwig (Sopran) und Tobias (Alt) wohl sicher dabei sind, müssen die anderen noch zittern. Thomaskantor Biller wünscht ihnen und allen anderen Thomanern unterdessen "viel Gesundheit und Erfolg".

Bevor der Tag im Privaten endet, singt das Quintett mit den Kollegen noch einmal am Bach-Denkmal vor großer Kulisse - im Nieselregen.

Alle Folgen unter www.lvz-online.de. Mehr Infos unter www.thomaskirche.org.

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Martin Pelzl

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