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Kultur Tino Standhaft goes Woodstock – Konzert in der Peterskirche
Nachrichten Kultur Tino Standhaft goes Woodstock – Konzert in der Peterskirche
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10:03 13.08.2019
Gottesdienst für den Rock’n’Roll: Tino Standhaft rockt am Donnerstag in der Peterskirche. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Zwei thematisch verwandte Feiern werden miteinander verknüpft: Gerade wird weltweit das Woodstock-Festival geehrt, das vor 50 Jahren musikalisch wie politisch ein wichtiges Zeichen setzte. Und die jener Ära huldigende Kneipe Flowerpower existiert seit 23 Jahren. Deshalb steigt am Donnerstag in der Peterskirche ein besonderes Konzert, mit Tino Standhaft – Leipzigs Hippie-Ikone – als zentraler Figur. Wir sprachen mit ihm.

Du hast eine lange Karriere hinter dir. Aber zu den Zeiten des Woodstock-Konzertes warst Du erst sechs Jahre alt.

Stimmt. Aber der Geist war auch später unglaublich präsent. Wir haben Ende der Siebziger an der Schule eine Band aufgemacht. Unsere Stars waren die von Woodstock.

In der Szene von Leipzig warst du in den 80ern als bunter Hund bekannt. Eigentlich war Neue Deutsche Welle Mode, man musste Punk sein oder Heavy Metal Freak, es gab die ersten Gothic-Ansätze. Du aber fielst mit schrillen, farbenfrohen Outfits auf. Ein Paradiesvogel.

Ja, wir haben das gelebt. Das ging auch im Osten. Es gab eine Kommune, wo wir uns immer trafen. Ich habe da nicht gewohnt, aber war regelmäßig da. Unsere Ideale waren die der Hippies. Die Staatsmacht hatte uns natürlich im Visier, aber wir wurden wohl nicht als besonders gefährlich eingestuft. Wir waren ja nicht eigentlich oppositionell, wir wollten den Staat nicht ändern. Warum auch, Staaten waren uns egal, wir wollten nicht dazu gehören. Dieser ganze Scheiß hat uns einfach nicht interessiert. Wie hatten unsere eigene Welt.

Was habt ihr für Musik gehört?

Das Dreifachalbum vom Woodstock-Festival war unsere Bibel. Ich kenne noch heute jede Note. Ich habe es selbst nicht besessen, da brauchtest du Westgeld. Aber irgendwer hat immer die Platten besorgt und wir haben sie dann getauscht und auf Kassette gezogen.

Und das habt ihr dann in eurer Schülerband gespielt?

Da liegst du falsch. Ich habe damals nie irgendwas nachgespielt, ich wollte eigene Sachen machen. Und das haben wir auch. Erst später hat sich meine Lust entwickelt, Songs meiner Helden auf der Bühne neu zu erfinden.

Was davon wirst du an diesem Abend spielen?

Es wird nicht nur Songs von Künstlern geben, die in Woodstock aufgetreten sind. Diese Breite abzudecken ginge zu weit und wäre vermessen. Ich habe nun mal nicht die Stimme von Joe Cocker. Ich möchte den Spirit rüberbringen. Neil Young zum Beispiel war mit seiner Band in Woodstock eingeladen, damals Crosby, Stills, Nash & Young. Er weigerte sich zunächst aufzutreten, weil er nicht gefilmt werden wollte. Die anderen haben einfach ohne ihn angefangen. Es gibt keinen anderen, dessen Musik dieses Feeling so authentisch rüberbringt. Wir werden auch Led Zeppelin spielen, die sich damals gerade in der Gründung befanden. Aber sie hätten da hingehört.

Und Hendrix? Von dir als Gitarrist darf man an solch einem Abend doch eine Reminiszenz erwarten, oder?

Jimi Hendrix hat mich schon immer fasziniert. Er war der Grund, warum ich zur Gitarre gewechselt bin, in der Schülerband war ich noch Basser. Hendrix ist der Gitarrist schlechthin. Ich arbeite daran, seine Woodstock-Version von „Star Spangled Banner“ an diesem Abend zu bringen, wenigstens anzudeuten. Aber das ist eine wirklich heftige Aufgabe, der Mann ist unerreicht. Ich weiß, offen gestanden, derzeit noch nicht, ob ich es wage, das anzubieten.

Auf jeden Fall ist es eine wunderbare Idee, diesen Jahrestag zu feiern. Wirst du weitere solche Konzerte organisieren?

Nein, das ist nicht mein Geschäft und wird es auch nicht werden. Die Initiative kam von der Kultkneipe FlowerPower. Die wissen, worum’s geht, wir kennen uns bestens. In der Peterskirche haben wir wunderbare Partner gefunden, die offen für diese Ideen sind. „Peace & Love“ ist die Botschaft von Woodstock. Ich glaube, das passt fantastisch in eine Kirche. Der sehr offene Pfarrer sieht das genauso. Ich fühle mich da wunderbar aufgehoben!

Vielen Dank, Liebe und Frieden!

„Standhaft goes Woodstock“ am Donnerstag um 20 Uhr in der Peterskirche, Karten gibt’s bei Culton für 14 Euro, an der Abendkasse für 16 Uhr. Das weitere Programm steht auf www.flower-power.de.

Von Lars Schmidt

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