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Kultur Tom Walker im Werk 2
Nachrichten Kultur Tom Walker im Werk 2
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17:29 12.05.2019
100 Prozent radiotauglicher Pop: Tom Walker im Werk 2.
100 Prozent radiotauglicher Pop: Tom Walker im Werk 2. Quelle: Foto: Andre Kempner
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Leipzig

Er ist so etwas wie der Tim Bendzko aus England und wird immer noch als Singer-Songwriter angekündigt. Auch wenn seine Musik eigentlich eher in das Fach „100 Prozent radiotauglicher Pop“ passt. Die Rede ist vom Senkrechtstarter Tom Walker, der gerade hochambitioniert auf Europa-Tournee unterwegs ist und nach seinem ersten großen Hit „Leave a Light on“ von 2017, zwei Jahre später auch sein erstes Studioalbum vorgelegt hat.

Volles Haus im Werk 2

Das Album heißt wie die Tour: „What a Time to Be Alive“. In Leipzig aber konnte er die hohen Ambitionen nicht ganz einlösen. Eigentlich sollte Walker im Haus Auensee auftreten, aber schlussendlich hat es dann nur fürs etwas kleinere Werk 2 gereicht. Das immerhin war voll, als Tom Walker und Graace als Support am Freitag Abend dem Leipziger Publikum ihre Aufwartung machten. Graace setzte mit sattem Keyboard-Sound und einer beachtlichen Popstimme klar den Ton des Abends, bevor um 21 Uhr Tom Walker zusammen mit seinen vier Musikern die Bühne erklomm.

Unüberhörbar britischer Einschlag

Walker, in einer Steppweste und mit roter Mütze als persönlichem Markenzeichen, war dabei mal solo, mal mit Gitarre am Start, während die anderen vier mit Keyboards, E-Piano, Synthesizer, Schlagzeug und mehreren Gitarren den Hintergrundsound für Walkers trainierte Stimme liefern. Mit unüberhörbarem britischen Einschlag lieferte er perfekt ausgesteuerte Pop-Musik ab.

Starke Lichtshow

Mal sehr zurückgenommen, mal mit klaren Anleihen und gesangstechnisch auch stark mit Sprechgesangselementen durchsetzt, hatte er das Publikum sofort auf seiner Seite. Auch die Lichtshow mit fünf farbwechselnden Scheinwerfern hatte es in sich. Highlight der Bühnenausstattung waren dabei fünf weiße Blöcke, über die unentwegt abstrakte Animationen abgespielt wurden, farblich abgestimmt zum jeweiligen Lichtdesign. Da wurden Formen miteinander verwirbelt oder die Kuben gebaren in ruhigeren Momenten Heerscharen von Glühwürmern, die über ihre Oberfläche schweben. Auch hier zeigten sich aber die Begrenzungen der gewählten Bühne, all diese Effekte hätten eigentlich mehr Raum gebraucht, um sich wirklich zu entfalten, hier wirkte es doch etwas zu eng gestellt.

Bunt gemischtes Publikum

Das Publikum aber, das bunt gemischt vom Teenager bis zum Ü50-Pärchen in Werk II gekommen war, genoss offensichtlich die Nähe zum Musiker. Es wurde mitgesungen, mitgewippt und freundlich gejubelt. Auch wenn es nach etwa 70 Minuten schon wieder vorbei war, denn es ist trotz allem eben doch erst sein erstes Album und das Repertoire eben begrenzt.

Walker will wiederkommen

Dass der Schlussakkord dabei aber dem größten Erfolg „Leave a Light On“ zugestanden wurde, war zwar konventionelle Konzertdramaturgie, machte das Ende aber für viele auch zum Höhepunkt des Abends. Walker gab sich auch begeistert von dem warmen Empfang in Leipzig und versprach wiederzukommen. Vielleicht schafft er dann ja auch ein bisschen mehr Zeit mit seiner Musik zu füllen.

Von Torben Ibs