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Kultur Welshly Arms lieben die deutschen Fans
Nachrichten Kultur Welshly Arms lieben die deutschen Fans
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06:35 31.07.2019
Fühlen sich vom deutschen Publikum wertgeschätzt: Welshly Arms mit Sänger Sam Getz (3. v. l.) Quelle: Foto: promo
Leipzig

Welshly-Arms-Frontmann Sam Getz spricht über die Vorbild-Funktion von LeBron James und lobt die deutschen Fans.

Ihr habt im letzten Jahr eure zweite LP „No Place Is Home“ veröffentlicht. Seid ihr zufrieden mit den Reaktionen darauf?

Bei diesem Album haben wir etwas an unserem Sound geändert. Wir haben versucht, neues Terrain zu betreten. Ich war mir deswegen nicht sicher, wie das ankommen würde. Aber unsere Fans haben die neuen Songs begeistert angenommen.

Ihr habt im Januar mit „Learn To Let Go“ einen neuen Track veröffentlicht, der sich nicht auf der aktuellen Platte befindet. Wie kam es dazu?

Dieses Stück haben wir kurz nach dem Release des neuen Albums geschrieben. Er wird wahrscheinlich auf unserer nächsten Platte enthalten sein – ein erster Vorgeschmack auf das, was unsere Fans demnächst von uns erwarten können.

Du bist ein großer Fan des Basketballteams Cleveland Cavaliers. Stimmt es, dass ein Teil des Songs „Legendary“ von LeBron James handelt?

Das ist wahr. LeBron James war eine große Inspiration für das Stück. Er ist wie wir in Cleveland aufgewachsen. Aus diesem Teil der USA herauszukommen, ist nicht so einfach wie in Los Angeles oder New York, wo man von Musikindustrie und Sportteams umgeben ist. Der große Erfolg von LeBron James ist deswegen für alle in Cleveland eine Inspiration. Ein Beispiel dafür, dass man es selbst auch schaffen kann.

Er ist aber nicht nur als Sportler ein Vorbild für dich, sondern auch durch sein soziales Engagement, richtig?

Ja, er hat eine Menge für die Stadt Akron getan, die sich 45 Minuten entfernt von Cleveland befindet. Er hat dort einige Schulprogramme für sozial benachteiligte Schüler aufgesetzt, außerdem wichtige Wohnungsbauprogramme initiiert.

Ihr standet kurioserweise erst bei einer deutschen Plattenfirma unter Vertrag, bevor ihr bei einem US-Label unterschrieben habt. Wie hat sich das ergeben?

Wir haben vor einigen Jahren den Track „Legendary“ veröffentlicht, als wir noch kein Label hatten. Er konnte bei Streaming-Plattformen wie Spotify angehört werden. Der Song war dann in den deutschen Spotify-Charts erfolgreich. Folgerichtig haben einige deutsche Labels Kontakt zu uns aufgenommen. Unser Manager hat einige Gespräche mit verschiedenen deutschen Labels geführt, und Universal hat das Rennen gemacht. In den USA haben wir erst ein Jahr später einen Vertrag unterschrieben.

Wann genau wurdet ihr in Deutschland gesignt?

Vor etwas mehr als zwei Jahren. Seit wir dort weitere Musik veröffentlicht haben, fühlt es sich an, als ob unsere Art von Musik beim deutschen Publikum besonders gut ankommt. Wir haben eine Menge Freude daran, in Deutschland zu spielen und Platten zu veröffentlichen. Wir empfinden eine echte Verbindung zu unseren deutschen Fans.

Gibt es für dich Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Publikum?

Es gibt einen kleinen Unterschied: Ich empfinde eine stärkere Wertschätzung vom deutschen Publikum. So fühlen sich vielleicht auch deutsche Bands, wenn sie in die USA kommen und ihre Musik über den Ozean hinwegtragen. Die Leute wissen das zu schätzen und verstehen, dass eine Menge Arbeit dahinter steckt. Vielleicht fühlen wir uns deswegen so sehr wertgeschätzt, wenn wir nach Deutschland kommen.

Bevorzugst du es, auf Tour zu sein, oder arbeitest du lieber im Studio?

Beide Seiten bedingen sich gegenseitig. Ich möchte die bestmöglichen Songs zur Verfügung haben, um sie dem Publikum live präsentieren zu können. Deswegen benötige ich die Zeit im Studio, um die Tracks entwickeln zu können. Ich genieße diesen kreativen Prozess, bei dem man nur mit Bandkollegen und Instrumenten das bestmögliche Stück Musik schreibt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das weitermachen wollen würde, wenn ich nicht die Möglichkeit hätte, diese Stücke live performen und die Energie eines Publikums spüren zu können.

Euer aktuelles Album heißt zwar „No Place Is Home“, aber gibt es für dich nicht trotzdem so etwas wie ein Zuhause, wenn du von einer Tour zurückkehrst?

Klar. Und ich mag es, wenn man nach Hause kommt und der Welt temporär den Rücken zukehrt. Aber manchmal dauert es etwas, sich daran zu gewöhnen, wieder im privaten Umfeld zu sein und den Ablauf eines normalen Alltags zu leben. Man gewöhnt sich nämlich daran, auf Tour direkt nach dem Aufwachen die Konzertlocation aufzusuchen oder in ein Restaurant zu gehen, in dem das Essen schon fertig ist. Wenn man dann in die eigenen vier Wände kommt, macht einem niemand das Frühstück. (lacht)

Konzert am Donnerstag im Werk 2, 20 Uhr; Karten für 34,14 Euro an allen LVZ-Geschäftsstellen und an der Abendkasse.

Von Dirk Hartmann

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