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Medien & TV Christoph Maria Herbst: „Sie ist der Stromberg“
Nachrichten Medien & TV Christoph Maria Herbst: „Sie ist der Stromberg“
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07:14 16.04.2019
Im echten Leben sind sie ganz lieb miteinander: Annette Frier und Christoph Maria Herbst streiten sich als Ehepaar Merz in der neuen ZDF-Serie „Merz gegen Merz“, die am Donnerstag startet. Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa
Hannover

Die Rolle als fieser Bürotyrann Stromberg hat ihn berühmt gemacht: Christoph Maria Herbst.Jetzt ist der 53-Jährige in der tragikomischen Sitcom „Merz gegen Merz“ (ab Donnerstag im ZDF) zu sehen, einer neuen Comedyserie von „Stromberg“-Erfinder Ralf Husmann. Die acht Episoden drehen sich um ein von Herbst und Annette Frier gespieltes Ehepaar, das sich trennen will – doch der Weg zur Scheidung ist mit Stolpersteinen gepflastert. Christoph Maria Herbst kam 1966 in Wuppertal zur Welt und machte nach dem Abitur zunächst eine Banklehre, spielte aber schon während seiner Ausbildung Theater. Seine Fernsehkarriere begann Herbst als Sketchkomiker, mit Auftritten in Anke Engelkes preisgekröntem Comedyformat „Ladykracher“ wurde er einem breiteren Publikum bekannt. Mit der Rolle als Ekelchef in der Serie „Stromberg“ hatte der Schauspieler seinen endgültigen Durchbruch. Herbst lebt mit seiner Frau in Köln.

Mehr zum Thema: Das ist die neue ZDF-Serie „Merz gegen Merz

Herr Herbst, Ihre neue Comedyserie, geschrieben vom Stromberg-Erfinder Ralf Husmann, dreht sich um ein Ehepaar in der Krise. Das klingt zunächst nicht zwingend komisch.

Stimmt, es ist wieder mehr eine Tragedy als eine Comedy. Ralf Husmann bedient sich ja grundsätzlich bei Themen, die eine gesellschaftliche Relevanz haben und wo man nicht a priori sagen würde: „Haha, das ist ja saukomisch: Demenz, Scheidung, ich lach jetzt schon!“. Das sind heiße Eisen, an die sich viele andere Komödienautoren nicht herantrauen.

Wie viel Stromberg steckt denn in Erik Merz, dessen Ehe mit der von Annette Frier gespielten Anne in der Serie vor dem Aus steht?

Die Texte sind von Ralf Husmann geschrieben und in ihnen schwingt eine ganze Menge Stromberg mit. Er bleibt sich da schon treu, auch sein teilweise recht zynischer, misanthropischer Blick aufs Menschsein und das Miteinander fließt in „Merz gegen Merz“ ein. Allerdings ist es vor allem Annette Frier, die Erik Sätze an den Kopf wirft, die ich früher eins zu eins als Stromberg hätte sagen können. In der Serie spielt also eigentlich sie den Stromberg (lacht).

An einer Stelle sagen Sie als Erik Merz: Ehen scheitern nicht an den großen Themen wie Zukunft, sondern an kleinen Themen.

Bekanntermaßen steckt der Teufel oft im Detail. Bei den einen ist es die berühmte Zahnpastatube, die nicht zugeschraubt ist, oder die dreckigen Socken, die irgendwo rumliegen. Wenn man der Meinung ist, dass man aus der Mücke einen Elefanten machen muss – selber schuld. In meiner Beziehung läuft das anders. Über viele Dinge, die bei anderen Paaren ein Problem werden könnten, haben wir längst schon offen gesprochen, eben um zu vermeiden, dass es die kleinen Dinge sind, die uns zum Scheitern bringen.

Ist es das Geheimnis einer geglückten Partnerschaft, dass man stets miteinander spricht und nicht erst dann, wenn man gemeinsam beim Paartherapeuten sitzt wie das Ehepaar Merz?

Die Kommunikationsschwierigkeiten beim Ehepaar Merz sind schlimm. Da sagt der eine Rot, aber der andere will ein Blau gehört haben. Das ist lustig, aber auch sehr realistisch. Damit berühren wir ja einen der wesentlichen Punkte des humoristischen Oeuvres von Loriot, den Mangel an Kommunikation zwischen den Menschen. Ich halte es für unabdingbar, dass man den Partner ausreden lässt und nicht glaubt, genau zu wissen, was er als Nächstes sagt. Man muss dem Partner jeden Tag aufs Neue die Chance geben, einen zu überraschen.

Und wie halten Sie es mit der Rollenverteilung? Sind Sie ein emanzipierter Ehemann?

Unbedingt. Bei uns daheim wird nicht thematisiert, wer den Müll runterbringt, und ich würde nie sagen: „Nee, ich bin der Mann, das machst du jetzt mal schön.“ Bevor mir meine Frau eine klatscht, hätte ich mir da selber schon eine reingehauen. Bei uns ist alles komplett auf Augenhöhe, also unisex. Diese geschlechtsspezifische Verteilung, die Rollenklischees, die man von unseren Eltern oder Großeltern kennt, die noch mit dem Muff der 50er- und 60er-Jahre zu tun hatten, gibt es doch heutzutage gar nicht mehr.

Aber heute halten sich alte Geschlechterklischees bei manchen Komikern sehr zäh.

Das sind Klischees, die entstanden sind, weil sie irgendwann mal ein Stück Realität abgebildet haben, aber sie haben mit unserer heutigen Lebenswirklichkeit nur noch marginal zu tun. In der ein oder anderen Sitcom, die einfach nicht erwachsen werden will, kann man so was verhandeln. Solche Stoffe finden Sie in meinem künstlerischen Schaffen nicht.

Von Cornelia Wystrichowski/RND

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