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Medien & TV Der RND-Seriensommer 2019 – Von Prinzen, Vandalen und Dämonen
Nachrichten Medien & TV Der RND-Seriensommer 2019 – Von Prinzen, Vandalen und Dämonen
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13:24 26.07.2019
Wer aneckt, muss kämpfen: Szenen aus den Serien „Good Omens“ (v. l.), „American Vandals“ und „Der Prinz von Bel-Air“. Quelle: Amazon, Netflix, dpa
Hannover

Sie wollen sich im Sommer mit richtig gutem Fernsehen beschäftigen? Die RND-Redaktion gibt Tipps – eine Neuheit, einen Geheimtipp und einen Klassiker aus den Zeiten vor HBO und Streaming.

Neuheit: „Good Omens“, Staffel 1

Himmel und Hölle waren ja nie die allerbesten Kumpel. Jetzt soll beim Armageddon ein für alle Mal geklärt werden, wer die größere Macht hat. Dafür muss nur die Erde draufgehen. Wenig begeistert sind die beiden Abgesandten, die seit Anbeginn biblischer Zeiten auf der Erde Menschen zum Guten oder Bösen verleiten sollen. In vielen Seitensträngen wird in der Serie „Good Omens“ die Freundschaft zwischen dem abgebrühten Dämon Crowley (David Tennant) und dem Engel Erziraphael (Michael Sheen) gefeiert.

Himmel und Hölle scheinen sehr britisch zu sein. Das liegt an den ebenfalls sehr britischen Autoren der Buchvorlage – Terry Pratchett und Neil Gaiman haben „Good Omens“ 1990 veröffentlicht. Gaiman hat es nach dem Tod Pratchetts 2015 zu einem Drehbuch umgearbeitet – und bleibt sehr nah am Original. Die Serie ist wie ein Denkmal für seinen verstorbenen Freund. Aber ebenso zelebriert Gaiman die Teile desBuchs, die von der Bürokratie im Himmel erzählen, die von unfähigen Helden handeln und von Menschen, die heiliger als der Himmel und teuflischer als die Hölle sein können.

„Good Omens“ ist streambar bei Amazon Prime.

Geheimtipp: „American Vandal“, Staffel 1

Okay, für „American Vandal“ braucht man einen entspannten Umgang mit derbem, pubertärem Humor. Doch ist diese Low-Budget-Satire aus dem Hause Netflix ein großartiges Fundstück. Denn sie seziert die Scheinheiligkeit so mancher schulischen Einrichtung. Die Lehrer der fiktiven Hanover High School sind schockiert, als sie nach einer Sitzung zu ihren Fahrzeugen wollen – auf ihren Autos auf dem Lehrerparkplatz prangen 27 rote Penisse.

Die Schulverwaltung hat gleich einen konkreten Verdacht: der notorische Schwänzer Dylan soll es gewesen sein. Ein anderer Schüler, Tyler, macht die Geschichte zu seinem Projekt und dreht eine fiktive Dokumentation über den Fall. Schließlich drohen auch ernste Konsequenzen für ihn.

Die Auftraggeber von Netflix hatten Angst, dass die Show nur ein Peniswitz werden würde – aber sie ist durchaus mehr. Mit großer Treffsicherheit wird die Satire zum Ernst, weil die Erwachsenen die Penisse als Symbole für die Verrohung der Gesellschaft interpretieren – während Jugendliche dort nur Penisse sehen.

„American Vandal“ ist streambar bei Netflix.

Der Klassiker: „Der Prinz von Bel-Air“

Will Smith wurde mit dem berühmt, was er am besten konnte: sich selbst spielen. Als junger Schauspieler und Rapper war er Anfang der Neunziger vorlaut und steckte schnell in Schwierigkeiten. Nach anfänglichen Erfolgen musste er im wahren Leben nämlich einen Riesenbatzen Steuern nachzahlen. Ein TV-Produzent fand Smith als gescheiterten Sunnyboy so gut, dass er ihm gleich eine Sitcom auf den Leib schneiderte: „Der Prinz von Bel-Air“.

Von 1990 bis 1996 lief die Serie im TV, machte Will Smith zum Star. Der Fernseh-Will wurde von seiner Mutter aus Westphiladelphia nach einem Streit mit bösen Jungs zu der reichen Familie seiner Tante geschickt. Und Will, aus einfachen Verhältnissen, eckt an. Als Kind fand man die Slapstick-Witze und die Lässigkeit von Will cool. Als Erwachsener schätzt man das Spiel mit den Klischees, mit Arm und Reich, mit Schwarzsein, mit Oberflächlichkeit und Tiefgang.Unvergessen ist aber der Tanz von Bruder Carlton, der heute noch ein reges Leben als Meme für Smartphone-Nachrichten fristet.

„Der Prinz von Bel-Air“ ist als DVD erhältlich.

Von Geraldine Oetken/RND

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