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Medien & TV „Game of Thrones“-Folge 3 „The Long Night“: Was passiert und wer stirbt?
Nachrichten Medien & TV „Game of Thrones“-Folge 3 „The Long Night“: Was passiert und wer stirbt?
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10:53 29.04.2019
Der Winter ist da: Kit Harington als Jon Schnee und Emilia Clarke als Daenerys Targaryen bei „Game of Thrones“. Quelle: Sky/dpa
Westeros

Eine Chance? Nicht die Geringste! Lasset, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren, wollte man mit Dante Alighieri all denen zurufen, die sich in den ersten beiden Folgen der achten „Game of Thrones“-Staffel in der nördlichen Burg Winterfell einfanden. Hier will man also die Armee der Toten zurückschlagen? Der Zuschauer erinnert sich an die Schlacht am Strand von Hartheim, wo in der fünften Staffel der Serie die Zombiesoldaten der Weißen Wanderer wie Heuschrecken über die Wildlinge und Mitglieder der Nachtwache herfielen. Ein relativ einseitiges Gemetzel. Der böse Trick der dunklen Mächte: Jeder Tote auf Menschenseite reiht sich durch Wiederauferstehungszauber sofort in die Gegenseite ein, in die Legionen des Nachtkönigs. Heißt: Unendliche Überlegenheit, beliebig wiederholbar. Wie unfair!

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Die Ausgangslage

Zwei Folgen lang herrscht bange Ruhe vor dem Sturm. Zigtausende Kämpen treffen in Winterfell ein. Es gibt viele Wiedersehen und auch erste Aufeinandertreffen heißgeliebter Figuren. Man erfährt von Skepsis und Abneigung der Nordleute gegen „die aus dem Süden“, vor allem gegen eine mögliche neue Targaryenkönigin. Jon Schnee wird vorgehalten, dass er das Knie vor Königin Daenerys gebeugt hat, wo ihn die Vasallen doch zum „König des Nordens“ gewählt hatten. Bevor Jon dann von seiner wahren Identität Kenntnis erhält – nicht ein Stark-Bastard sondern König Aegon VI. Targaryen zu sein und Erbe des Eisernen Throns. Die gerade noch in seinen Armen liegende Daenerys reagiert auf die dynastischen Neuigkeiten sichtlich verschnupft. Und dann sieht man die Weißen Wanderer auf ihren fahlen Pferden vor Winterfell. Jetzt gilt’s: Alles oder nichts.

Das große Vorbild

Regisseur Miguel Sapochnik führte die Besetzung und 750 Crewmitglieder durch 55 Drehtage und –nächte – oft bei Temperaturen um null Grad. Nordirische Niederschläge machten den Matsch am Set authentisch. Das Vorbild für den Regisseur, der sich schon durch seine Arbeit an den kriegerischsten „GoT“-Folgen „Hartheim“ (5. Staffel) und „Die Schlacht der Bastarde“ (6. Staffel) ausgezeichnet hatte, war für die dritte (78 Minuten lange) „GoT“-Episode die „Schlacht um Helms Klamm“ aus Peter Jacksons zweitem „Herr der Ringe“-Film. Diese mit rund 40 Minuten ausführlichste und visuell bis heute eindrucksvollste Kriegssequenz der Filmgeschichte galt es heute nacht zu toppen. Inhaltlich war die Situation ähnlich. Aber den eingekesselten Menschen kamen in „Herr der Ringe“ erst die magisch verbrämten Elben, dann Zauberer Gandalf zu Hilfe. Wer nun könnte den Bedrängten in Winterfell einen guten Ausgang bescheren? Die Kinder des Waldes, die die Weißen Wanderer einst erschaffen hatten? Es gibt nicht sonderlich viele von ihnen und sie haben zu den Menschen ein eindeutig abgeneigtes Verhältnis? Königin Cersei? Die hasserfüllte Königin spielt bekanntlich ihr eigenes böses Spiel. Und wer nicht wissen will, was in Winterfell in Episode 3 passiert, der hört hier auf zu lesen. Denn hier beginnt – dunkle Basstrommel, schrille Fanfaren – die Spoilerzone!

Die Schlacht im Großen und Ganzen

Dunkel war’s, der Mond schien nicht immer sonderlich helle. Man sieht also öfter mal wenig bis nix, verliert auch leicht den Überblick! Die Nacht ist hier die Helferin der Tricktechniker. Oft sind die Heerscharen nur schemenhaft zu sehen, wimmelnde Punkte, Wischiwaschi und großes Durcheinander – eher Masse statt Klasse. Dann aber gibt es auch immer wieder beeindruckende, ideenreiche Schlachtenszenen, intensive Blicke auf kleinere Gefechte und überaus spannende einzelne Begegnungen von Kontrahenten. Peter Jacksons Schlacht um Helms Klamm mag kürzer sein, ihre Dramaturgie und Rhythmus aber sind virtuoser. Große Hoffnung hat man nicht für die Menschheit von Westeros, denn als Jon Schnee dem Nachtkönig Auge in Auge gegenübersteht, öffnet der mal schnell seine Handflächen zur vertrauten Lazarusgeste – und alle bislang gestorbenen Kämpfer wachen wieder als Parteigänger der Weißen Wanderer auf.

Die Toten

Der erste namhafte Recke, der auf Seiten der Lebenden stirbt, ist Eddison Tollett alias der „schwermütige Ed“ von der Nachtwache, nachdem er soeben seinem in Kampftechniken eher dürftig geschulten Freund Samwell Tarly das Leben gerettet hat. „Sam …“ ist denn auch sein letztes Wort. Die todesmutige kindliche Lady Lyanna von den Bäreninseln opfert ihr Leben, um einen ziemlich rabiaten untoten Riesen auszuschalten. Der wiederholt von den Toten zurückgekehrte Lord Beric mit dem Flammenschwert verliert sein letztes Leben bei der Rettung Aryas in der von Zombies durchwanderten Bibliothek von Winterfell. Und auch Theon Graufreuds vorwiegend tragisches Schicksal erfüllt sich: Er erhält von Bran Stark im Götterhain die Auszeichnung, „ein guter Mensch“ zu sein, was ihn zu einem Duell mit dem Nachtkönig ermutigt, das er dann überraschend schnell verliert. Ser Jorah, Daenerys getreuer Old Shatterhand, immer noch bis über beide Ohren verliebt in seine Königin, verteidigt Daenerys bis zum letzten Schlag seines Herzens. Sterbend will er ihr vermutlich noch seine Liebe gestehen, doch bevor ihm ein „I love You“ oder ein „Khaleesi“ (Daenerys’ Dothraki-Titel ist sein Lieblingswort) über die Lippen kommt, bricht Jorahs Auge. Und Zauberin Melisandre legt ganz am Ende der Episode ihren Verjüngungsrubin ab, schreitet durch die Leichenfelder in die Pläne vor Winterfell hinaus, altert in Sekundenschnelle und zerfällt zu Staub.

Aryas Episode

Alles Bisherige ergibt in Episode 3 einen Sinn für Arya: Die jüngste Stark-Tochter übt die Schwerttänze, die sie in Königsmund beim sympathischen Fechtlehrer-Snob Syrio Forel gelernt hat, gekonnt aus, ebenso die Stockfechtereien, die sie in Braavos bei ihrer Ausbildung zur Gesichtswandlerin einstudiert hat. Sie rettet dem Bluthund, der lange auf ihrer Todesliste stand, das Leben (wofür der sich bald revanchiert) und tötet schließlich – dank eines Ablenkungsmanövers ihres Bruders Bran – den Nachtkönig. Der zerspringt in Stücke wie ein Butterkeks unter einer Kinderfaust und ist weg. Einfach so. Viel zu einfach, oder? Dass der Sieg der Lebenden in der ungewinnbaren Schlacht doch noch errungen wird, ist somit Aryas Verdienst. Chapeau!

Die stärkste Szene

Melisandre, Priesterin des Herrn des Lichts, entzündet zu Beginn der Schlacht die Arakhs des Dothraki-Khalasars mit einer Beschwörungsformel. Die reitenden Krieger bilden dann die erste Angriffswelle gegen die Armee der Toten und sehen mit ihren brennenden Krummschwertern von der Anhöhe, auf der Jon und Daenerys stehen, wie sich bewegende Glut aus. Doch nach und nach erlöschen die Glutpunkte. Zur Finsternis gesellt sich absolute Stille. Dann galoppiert ein reiterloses Pferd zur Burg zurück. Die Kavallerie von Essos, die man siebeneinhalb Staffeln lang begleitete, wurde also im Handumdrehen ausgeknipst. Und jetzt branden die Untoten wie ein Zombie-Tsunami über die entgegengereckten Speere der Unbefleckten her. Auch hier wird binnen kurzem ein ganzes Heer verheert.

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Die schlechteste Idee

Alle Schutzbedürftigen in die Krypta, dem sichersten Ort von Winterfell! Das wurde in der zweiten Episode oft wiederholt und ist auch am Anfang der dritten zu hören. Wie bitte? Wo der Nachtkönig doch die Toten auch aus steinernen Sarkophagen rufen kann! Also: Ganz schlechte Idee. Gehörten die Starks zu Lebzeiten auch zu den tapfersten und aufrechtesten Fürsten von Westeros, und sagt man in den Landen um Burg Winterfell gern „Der Norden vergisst nicht“, so sind bei den Wiedergängern alte Blutszugehörigkeiten und Loyalitäten eben doch weitgehend in Vergessenheit geraten. Jedenfalls: Als der Nachtkönig das Zeichen gibt, kommt mörderische Bewegung in die Grüfte von Winterfell. Immerhin gestattet diese strategische Idiotie den ehemaligen Eheleuten Sansa und Tyrion eine Beinahe-Liebeserklärung.

Die Drachen

Jon und Daenerys steigen auf Rhaegal und Drogon im Mondlicht vor Nachtwolken auf – ein überwältigendes Bild. Im Schneesturm verliert der Nachtkönig während eines Duells der Drachen den Halt auf dem untoten Viseryon, werden Rhaegal und Viseryon verletzt, wonach Viseryon blaues Feuer auch seitlich aus dem Hals entweicht. Rhaegal legt eine Bruchlandung hin, sein weiterer Verbleib ist ungewiss. Der schwarze Drogon wird am Boden von Hundertschaften der Armee der Toten „geflutet“ und kann sich nur mit letzter Kraft in die Lüfte retten. Am Ende bildet er mit Daenerys die Totenwache für Ser Jorah.

Beziehungskisten im Reich der Fantasy

Im Getümmel ist diesmal wenig Zeit für Persönliches. Ser Davos würde gern schon vor der Schlacht Melisandre an die Gurgel gehen, die für den Tod von Sharin Baratheon verantwortlich ist, des von ihm geliebten Töchterchens seines einstigen Lehnsherren Stannis: „Ihr könnt euch die Hinrichtung sparen“, sagt Melisandre, als ihm sichtlich das Messer in der Tasche aufgeht, „ich werde vor dem Morgengrauen tot sein.“ Nach der Erkenntnis, dass Jon Schnee in Wahrheit ihr Neffe Aegon VI. Targaryen ist und höhere Ansprüche auf den Eisernen Thron hat als sie, hat die Liebeshitze zwischen Daenerys und Jon einem Gefühlsfrost Platz gemacht, die in einer kurzen Szene angedeutet (Daenerys im Schnippisch-Modus) und sich in der nächsten Folge wohl ausweiten wird.

Und jetzt?

Die Heerscharen von Daenerys und Jon dezimiert zu nennen, wäre eine Untertreibung. Wie klein das Heer ist, das die Allianz gegen die Truppen von Königin Cersei und die Flotte von Euron Graufreud aufbieten kann, wird sich im Tageslicht von Episode 4 zeigen – auch ob noch ein oder zwei Drachen am Leben sind. Dass die magischen Heerscharen samt Nachtkönig (aber auch weitgehend die Dothraki und die Unbefleckten) so schnell ausgeschaltet wurden, wirkt zunächst ernüchternd und unwirklich. Wobei man weiß: Spätestens nach dem Tod ihres jüngsten Sohnes Tommen ist aus Cersei das eigentliche Monster der Serie geworden. Die drei verbleibenden Folgen werden jedenfalls Klarheit über die Frage aller Fragen bringen, die wie ein Abzählreim klingt: Wer wird der Boss von Westeros?

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Von RND/Matthias Halbig

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