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Medien & TV Rückblende: „Feuchtgebiete“-Verfilmung ist ein sarkastischer Neurosen-Porno
Nachrichten Medien & TV Rückblende: „Feuchtgebiete“-Verfilmung ist ein sarkastischer Neurosen-Porno
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23:59 04.05.2015
Von Norbert Wehrstedt
Helen Memel (Carla Juri) in einer Szene des Kinofilms «Feuchtgebiete». Quelle: Majestic
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Hannover

Hygiene ist von kleinem Interesse, das wird mehr von Hämorrhoiden belegt. In Helen steckt ein Trauma, das mit ihren geschiedenen Eltern zusammenhängt – und das sie mit Sex bekämpft.

Wozu nicht unbedingt Männer gebraucht werden. Gemüse tut es auch. Oder der eigene Finger. Es geht in der provokativen Verfilmung des Bestsellers von Charlotte Roche gar nicht so sehr um Feuchtgebiete, sondern mehr um lustvoll betriebene Ekel-Aktionen. Ein Neurosen-Porno, der das, was arme, verlorene Seelen in Verirrung und Verwirrung treibt, ins Territorium der Körperöffnungen und Körperflüssigkeiten verlegt.

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Da tanzt nach heftiger Gruppen-Masturbation Sperma zu Walzerklängen und in Zeitlupe. Da verletzt Helen bei der Intimrasur ihre Rosette. Regisseur David Wnendt („Kriegerin“) hat es geschafft, die brachial-erotische Reise mit ironischem Abstand, sarkastischer Leichtigkeit und satirischer Heiterkeit zu absolvieren.

Feuchtgebiete“ – Mo., 22.15 Uhr, ZDF

Norbert Wehrstedt

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