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Medien & TV Shitstorm für „Sportschau“-Moderatorin, weil sie über Fortnite-Zocker lästert
Nachrichten Medien & TV Shitstorm für „Sportschau“-Moderatorin, weil sie über Fortnite-Zocker lästert
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15:57 29.07.2019
In den USA war am Wochenende der Fortnite World Cup – nach einem Beitrag steht die „Sportschau“ bei Fans des Spiels nun in der Kritik. Quelle: Benedikt Wenck/dpa
New York

Zum ersten Mal ging am Wochenende die erste Weltmeisterschaft des erfolgreichen Computerspiels „Fortnite“ über die Bühne. Das Stadion in New York ist restlos ausverkauft. Der 17-jährige Österreicher David „aqua“ Wang gewann mit dem Norweger Emil „Nyhrox“ Bergquist Pedersen im Duo-Wettbewerb den Titel – und 3 Millionen Dollar Preisgeld. Am Sonntagabend gewann der 16-jährige US-Amerikaner Kyle „Bugha“ Giersdorf im Einzelturnier. Doch nach einem Bericht der „Sportschau“ geht es nicht um die Ergebnisse – sondern um den Beitrag des Ersten vom Sonntag.

„Kinder, die Tag und Nacht vor dem PC sitzen und sich selbst nicht mehr die Schuhe zubinden können. Jetzt können Sie selbst entscheiden, ob das Sport ist oder nicht...“, schloss „Sportschau“-Moderatorin Julia Scharf einen Beitrag zur WM. Die Reaktionen und ein Shitstorm ließen nicht lange auf sich warten. So regten sich Fans im Netz darüber auf, dass Fortnite einerseits erklärt wird, dann aber angezweifelt wird, ob das Spiel als Sport zu bewerten ist.

Sportschau“-Moderatorin Julia Scharf reagierte auf den Shitstorm

Moderatorin Julia Scharf reagierte am späten Abend auf die Kritik in zwei Statements. So sei ihr Satz nach dem Beitrag nicht ihre eigene Meinung, sondern lediglich ein Zitat des Psychologen gewesen. Dieser Jugendpsychologe betreut spielsüchtige Kinder und Jugendliche und äußerte sich in der Reportage folgendermaßen: „Ich habe auf meiner Station viele Jugendliche, die die feste Überzeugung haben, sie werden viel Geld verdienen, sehr erfolgreich sein, aber eigentlich nicht mehr in der Lage sind, sich ‘nen Schnürsenkel zuzubinden.“

„Ich habe es dem Zuschauer überlassen, ob er daraufhin das Ganze als Sport definiert oder nicht.“ Es sei ihr nicht darum gegangen, die Leistung der WM-Teilnehmer zu schmälern. Doch als Journalistin sei es ihre Aufgabe, Dinge zu hinterfragen. „Weil der ein oder andere geschrieben hat, dass ich davon [E-Sport] keine Ahnung habe: Wovon ich auf jeden Fall Ahnung habe, ist Sport, weil ich Sportwissenschaften studiert habe“, verteidigt sich Scharf weiter.

Nutzer kritisieren, den Ton der „Sportschau“-Reportage zur Fortnite-WM

Andere kritisierten Nutzer im Netz den Ton der Reportage: „Die „Sportschau“ konnte es in ihrem Beitragen nicht lassen, die gestrige Fortnite-WM mit moralischer Überheblichkeit zu bewerten“, schreibt ein Nutzer bei Twitter.

„Die Figuren entstammen einer bunten Comic-Welt, die durchaus darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein Schieß-Spiel handelt, mit dem sich viele stundenlang beschäftigen“, heißt es in der Reportage.

Von RND/goe

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