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Medien „Lindenstraße“-Produzentin ist bereit für Fortsetzung – WDR weist Kritik zurück
Nachrichten Medien „Lindenstraße“-Produzentin ist bereit für Fortsetzung – WDR weist Kritik zurück
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18:49 19.11.2018
„Lindenstraßen“-Produzentin Hana Geißendörfer (links), Tochter von Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer (rechts) setzt sich für eine Wiederaufnahme der Seire ein. Quelle: Horst Galuschka / dpa
Köln

Nach dem Aus für die „Lindenstraße“ in der ARD hält Produzentin Hana Geißendörfer eine Fortsetzung der Kultserie für möglich. „Wer sagt denn, dass es zu Ende ist? Wir wären bereit, weiterzumachen, mit wem auch immer“, sagte die Tochter von Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag).

Nach fast 35 Jahren hatte der WDR am vergangenen Freitag die Einstellung der Serie im März 2020 angekündigt. Dann soll die letzte Folge ausgestrahlt werden. Zur Begründung hieß es, unvermeidbare Sparzwänge und das Zuschauerinteresse seien nicht vereinbar mit den Produktionskosten.

Hana Geißendörfer übt Kritik an der ARD

Hana Geißendörfer kritisierte die Entscheidung der ARD erneut scharf. „Die Aussage, dass das Aus der ‚Lindenstraße’ auch mit gestiegenen Produktionskosten begründet sei, ist nicht richtig, im Gegenteil“, sagte die Produzentin der Zeitung. Das Budget der Serie sei seit 2002 nicht gestiegen. Am Ende der jüngsten Verhandlungen sei man bereit gewesen, zum selben Preis wie in der vorangegangenen Vertragsperiode zu produzieren. Seitens der ARD sei der Wunsch geäußert worden, mehrere Millionen Euro im Jahr billiger zu werden, „aber das ist eine utopische Vorstellung“, sagte Geißendörfer. Brancheninformationen zufolge kostet die „Lindenstraße“ etwa acht Millionen Euro pro Jahr.

Die TV-Serie „Lindenstraße“ wird nach über 34 Jahren eingestellt. Das machen die bekanntesten Schauspieler der Serie heute.

Serienvater Hans W. Geißendörfer warf der ARD vor, die Serie zu wenig unterstützt zu haben. „Wir hatten sehr, sehr wenige werbemäßige Unterstützung der ARD“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Er habe mehrfach darum gebeten, die „Lindenstraße“ stärker zu bewerben. „Wenn sie uns jetzt vorwerfen, dass wir nicht gesehen werden, müssen sie sich selber an den Nabel fassen und sagen: Wir sind mit schuld, weil wir nichts dafür getan haben.“ Tochter Hana äußerte sich auch selbstkritisch. „Wir haben immer versucht, die ‚Lindenstraße’ an die Zeit anzupassen, aber vielleicht ist uns das wirklich nicht gelungen, sonst säßen wir heute vielleicht nicht hier.“

WDR widerspricht Produzentin

Der WDR weist die Vorwürfe allerdings zurück und verweist dabei auch auf die sinkenden Zuschauerzahlen. Laut WDR-Sprecherin Barbara Feiereis sind die Zuschauerzahlen allein in den 20 Jahren von 1995 mit damals 6,74 Millionen im Jahresschnitt bis 2015 auf 2,52 Millionen gesunken und auch in den beiden anschließenden Jahren zurückgegangen. Von 2017 auf 2018 habe es einen leichten Anstieg von 2,14 auf 2,18 Millionen gegeben, der auch auf die zuschauerstarke Folge zurückzuführen sei, in der Joachim Hermann Luger als Hans Beimer seinen Abschied gab.

Den Vorwurf der unzureichenden Unterstützung will der WDR ebenfalls so nicht stehen lassen: „Wir haben eine ganze Menge gemacht, auf unterschiedlichen Kanälen“, sagte Feiereis. „Es gibt viele Presse- und Online-Aktivitäten. Wir nutzen auch Events, um auf die „Lindenstraße“ aufmerksam zu machen.“ 2014 habe es eine Werbekampagne zur 1500. Folge, 2015 eine zu „30 Jahre Lindenstraße“ gegeben. „2017 hatten wir eine bundesweite Infoscreen-Kampagne zum Wiedereinstieg nach der Sommerpause.“

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Die „Lindenstraße“ lief seit Dezember 1985 wöchentlich immer sonntags im Ersten. Am vergangenen Sonntag lief die 1.696. Episode der Kultserie, die stets für sich beanspruchte, die bundesrepublikanische Realität abzubilden.

Von epd/RND

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