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Panorama 3,50 Euro Strafe: Bürgermeister auf Philippinen will Klatsch und Tratsch verbieten
Nachrichten Panorama 3,50 Euro Strafe: Bürgermeister auf Philippinen will Klatsch und Tratsch verbieten
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13:54 06.05.2019
Polizisten auf den Philippinen: Bald auch Ermittlungen wegen Klatsch und Tratsch? (Archivfoto) Quelle: picture alliance / Pacific Press
Manila

Mit einem offiziellen Erlass will der Bürgermeister einer philippinischen Provinzstadt, Ramon Guico III., die Verbreitung von Gerüchten unter Strafe stellen. Guico ist Chef im Rathaus der 54.000-Einwohner-Stadt Binalonan, etwa 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. In zehn von 24 Stadtteilen gibt es eine solche Regelung bereits. Der Bürgermeister will sie nun auf die gesamte Stadt ausweiten, wie die Verwaltung am Montag bestätigte. Der Stadtrat muss noch zustimmen.

„Wir wollen die Leute daran erinnern, dass sie gute Nachbarn sein sollen“, sagte seine Assistentin Donabel Sabado am Montag. Der Verwaltung zufolge wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere Einwohner zu Geldstrafen verurteilt, weil sie Klatsch gestreut hatten. Meist sei es dabei um angebliche Schulden oder um vermeintliche außereheliche Affären von Nachbarn gegangen.

Papst warnt Friseure vor Klatsch und Tratsch

Bei der ersten Verfehlung werden 200 Pesos (etwa 3,50 Euro) Strafe fällig. Zudem müssen drei Stunden gemeinnützige Arbeit geleistet werden. Im Wiederholungsfall kann sich die Strafe auf 1000 Pesos (etwa 17,50 Euro) erhöhen. Allerdings gab es der Stadtverwaltung zufolge bislang noch keine „Wiederholungstäter“.

Das Vorhaben dürfte im Sinne von Papst Franziskus sein: Der hatte Friseure und Kosmetikerinnen unlängst bei einer Audienz für Vertreter der beiden Berufsgruppen vor Klatsch und Tratsch gewarnt. Der Papst rief sie Vatikanangaben zufolge auf, sich an ihrem 1966 von seinem Vorgänger Paul VI. heiliggesprochenen Schutzpatron Martino de Porres (1579-1639) ein Beispiel zu nehmen, indem sie Kunden „mit Freundlichkeit und Höflichkeit“ begegneten. Dabei müssten sie der Versuchung des Klatsches widerstehen, mahnte das Kirchenoberhaupt.

Von RND/dpa