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Panorama Attacke wegen Mathe-Rätsel: Richter hat Zweifel
Nachrichten Panorama Attacke wegen Mathe-Rätsel: Richter hat Zweifel
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15:26 20.10.2016
Hat die Attacke nur knapp überlebt: Der 19-jährige Robert. Quelle: dpa
Schwerin

Im Prozess um die Messerattacke von Wismar nach einem Facebook-Streit zweier junger Männer um eine Matheaufgabe hat der Vorsitzende Richter Zweifel geäußert, dass Täter und Opfer einander am Tattag wirklich zufällig begegnet sind. „Ich stelle mir das schwierig vor“, sagte Otmar Fandel am zweiten Prozesstag am Donnerstag im Landgericht Schwerin.

Opfer: Es gab keine Verabredung

Das heute 19-jährige Opfer, das als Zeuge gehört wurde, blieb aber bei seiner Darstellung, dass der Angriff völlig überraschend gekommen sei. Es habe keine Verabredung gegeben, das Problem von Angesicht zu Angesicht zu klären, betonte Robert.

Der 29-jährige Angeklagte Alexander L. und Opfer Robert sollen im April auf Facebook in Streit geraten sein. Grund war eine Mathe-Rätsel, dass in einer Facebook-Grippe diskutiert wurde.

„Die Hälfte meiner Zahl ist die Hälfte von 400“ lautete die Aufgabe, deren Lösungsversuche auf dem Facebook-Account in Beleidigungen und Drohungen ausartete. Einige meinten, das Ergebnis sei 400, andere kamen auf 100. Statt einer Einigung gab’s Hasskommentare und wüste Beleidigungen. Robert soll dabei besonders ausfällig geworden sein.

Dieses Rätsel bei Facebook hat einen blutigen Streit ausgelöst. Quelle: Facebook

Der Angeklagte Alexander L. wollte ihm darauf eine Lektion erteilen, wie der 29-Jährige vor Gericht erklären ließ. Dabei gestand er den Messerangriff, betonte aber, dass er ihn nicht lebensgefährlich verletzten wollte.

Der Staatsanwalt ist sich dagegen sicher: Alexander L. hat sein Opfer anhand der Bildes bei Facebook erkannt und dann attackiert. Versuchter Totschlag und gefährlicher Körperverletzung lautet daher seine Anklage.

Von dpa/RND/zys