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Panorama Liveblog: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt – mindestens 35 Tote
Nachrichten Panorama Liveblog: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt – mindestens 35 Tote
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21:48 14.08.2018
Von der Autobahnbrücke Ponte Morandi ist ein 200 Meter langes Teilstück mehr als 40 Meter in die Tiefe gestürzt. Rettungskräfte suchen in dem Schutt nach Verletzten und Toten. Quelle: DPA/RND
Genua

Beim Einsturz einer Autobahnbrücke im norditalienischen Genua sind mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das italienische Innenministerium am Dienstag. 18 weitere Menschen seien verletzt, fünf davon schwer. Elf Überlebende konnten aus den Trümmern geborgen werden. Mehr als 300 Rettungskräfte seien vor Ort. Laut der italienischen Tageszeitung Repubblica mussten die Retter den Unglücksort zeitweise verlassen, weil es ein offenes Gasleck gefunden wurde. Mittlerweile haben sich verschiedene Politiker zu dem Unglück geäußert.

Der Einsturz habe sich während eines gewaltigen Unwetters ereignet, teilte die Polizei auf Twitter mit. Die Behörden vermuteten nach ersten Angaben von Ansa, dass der Einsturz der Ponte Morandi durch strukturelle Schwächen am Bau ausgelöst worden sein könnte. Über die 1967 eröffnete Brücke führt die Autobahn A10, die jetzt gesperrt wurde. Die Ponte Morandi ist an der höchsten Stelle knapp 90 Meter hoch und etwas mehr als einen Kilometer lang.

Der eingestürzte Brückenabschnitt ist in rot gekennzeichnet. Quelle: imago/Italy Photo Press

Ein 200 Meter langer Teil der Brücke sei über einem Industriegebiet in sich zusammengefallen und stürzte 40 Meter in die Tiefe, berichtete der private Fernsehsender Sky TG24.

Karte vom Unglücksort der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua. Quelle: Dpa

Laut Feuerwehr seien mindestens 38 Fahrzeuge – 35 PKW und drei LKW – von dem Kollaps betroffen. Spürhunde seien im Einsatz, um nach weiteren Opfern zu suchen. Zudem werde schweres Gerät eingesetzt, um Teile der eingestürzten Brücke anzuheben.

Die aktuellen Entwicklungen live in unserem Blog:

+++ 21.40 – Brücke soll abgerissen werden +++

Der Einsturz dürfte weitreichende Konsequenzen haben: Die Brücke werde abgerissen und das werde einhergehen mit „schwerwiegenden Auswirkungen“ auf den Verkehr und mit Problemen für die Bürger und Unternehmen, sagte der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Edoardo Rixi.

+++ 20.50 – Bauwerk weiter einbruchgefährdet +++

In der Nähe der Brücke wurden nach dem Einsturz vorsichtshalber Gebäude geräumt. Es bestehe das Risiko, dass weitere Teile des Bauwerks einbrechen, berichtete Ansa unter Berufung auf Rettungskräfte vor Ort. Drei Krankenhäuser in Genua wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

+++ 19.15 – Auswärtiges Amt richtet Hotline ein +++

Wer sich Sorgen um Angehörige macht, die gerade in Italien sind, der kann sich über extra eingerichtete Hotlines über den Verbleib der Vermissten und die aktuelle Situation in Genua informieren:

+++ 18.55 – Rettungsarbeiten bis in die Nacht +++

Die Rettungsarbeiten am Unglücksort dauern weiter an, sie sollen auch in der Nacht fortgesetzt werden. „Wir werden nicht aufhören zu suchen“, sagte der Einsatzleiter des Zivilschutzes, Luigi D’Angelo. Vermisst werden derzeit noch mindestens zehn Menschen.

+++ 18.20 Uhr – Blitz kann keine Brücke zerstören +++

Diplom Ingenieur Frank Jansen widerlegte im Gespräch mit der „Bild“ die Theorie, ein Blitz könne für den Einsturz der Brücke verantwortlich sein: „Ein Bauwerk dieser Größenordnung verfügt über Blitzschutzsysteme. Wenn der Blitz einschlägt, dann wird er – ohne die Struktur des Gebäudes zu beschädigen – in den Boden geleitet.“

+++ 17.30 Uhr – Mindestens 35 Tote +++

Die Zahl der Opfer in Genua weiter gestiegen. Es seien mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr. Zuvor hatte Innenminister Matteo Salvini von 30 bestätigten Toten und Verletzten in ernster Verfassung gesprochen. Die Rettungsarbeiten an der Unglücksstelle im Westen der Hafenstadt gingen unvermindert weiter. Mehr als 200 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Generalkonsulat Mailand stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden, um Informationen auch zu eventuellen deutschen Opfern zu sichern. Weitere Angaben konnten nicht gemacht werden.

+++ 17.10 Uhr – Zahl der Toten steigt auf mindestens 30 +++

„Es gibt 30 bestätigte Tote und viele Schwerverletzte“, sagte der italienische Innenminister Matteo Salvini. Die Behörden sprechen von bisher 13 Verletzten, davon fünf sind schwer verletzt. Staatssekretär Edoardo Rixi sagte dem Fernsehsender SkyTG24 gegenüber, dass er mit steigenden Zahlen rechnet. Bürgermeister Marco Bucci bestätigte, dass elf Überlebende aus den Trümmern geborgen worden sind. Aktuell werden noch zehn Menschen vermisst.

+++ 16.45 Uhr – Sind solche Katastrophen auch bei uns möglich? +++

Der Brückeneinsturz in Genua schockiert ganz Europa. Vielen sind verunsichert, dass hierzulande ein ähnliches Unglück passieren könnte. Doch wie realistisch ist das? Frank Ehlert, Pressesprecher im Bereich Industrieservice beim TÜV Rheinland, sprach mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland über die Sicherheit von deutschen Autobahnbrücken.

+++ 16.30 Uhr – Blitz könnte für Brückeneinsturz verantwortlich sein +++

Stefano Marigliani, Direktor der für die Brücke zuständigen Autobahngesellschaft, sagt gegenüber dem italienischen Sender „Radio Capital“: „Die Brücke wurde regelmäßigen Inspektionen unterzogen“. Marigliani weiter: „Einer der drei Stützpfeiler ist zusammengebrochen. Die Ursache müssen wir noch ermitteln.“ Zu den Berichten, ein Blitz habe unmittelbar vor dem Kollaps der Brücke in einen Brückenpfeiler eingeschlagen und den Einsturz verursacht, sagte Marigliani: „Das gilt es zu verifizieren.“.

+++ 15.50 Uhr – An der Brücke in Genua gab es Bauarbeiten +++

An der eingestürzten Autobahnbrücke bei Genua mit mindestens 22 Toten waren zum Zeitpunkt der Tragödie Bauarbeiten im Gange. Wie die Betreibergesellschaft Autostrade per Italia auf ihrer Homepage mitteilte, sei an der Sohle des Polvecera-Viadukts gerade gearbeitet worden. Auf der Brücke selber habe ein Baukran gestanden.

Der Zustand der Brücke sowie der Fortgang der Renovierung seien immer wieder kontrolliert worden. Erst wenn ein gesicherter Zugang zur Unfallstelle möglich sei, könne Näheres über die Ursachen des Einsturzes gesagt werden, teilte das Unternehmen weiter mit.

+++ 15.25 Uhr – Merkel übermittelt Anteilnahme +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat betroffen auf den Einsturz reagiert. „Nach dem schrecklichen Brückeneinsturz sende ich den Menschen in Genua und in Italien meine Anteilnahme“, erklärte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert. „Zusammen mit vielen Deutschen bin ich in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

+++ 15.15 Uhr – Italienische Behörden melden 22 Tote+++

Nach Angaben des Verkehrsministeriums sind mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Leider werde diese Zahl noch steigen, sagte Staatssekretär Edoardo Rixi am Dienstag dem Fernsehsender SkyTG24.

+++ 15.05 Uhr – Macron bietet Hilfe an+++

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat Italien nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke Hilfe angeboten. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen italienischen Volk“, teilte Macron auf Twitter mit. „Frankreich steht in dieser Tragödie an der Seite Italiens und hält sich bereit, jegliche nötige Unterstützung zu leisten.“

+++ 14.15 Uhr – Video zeigt Einsturz der Brücke +++

Die italienische Polizei hat ein Video des Brückeneinsturzes auf Twitter veröffentlicht:

+++ 14 Uhr – Elf Tote vom Innenministerium bestätigt +++

Beim Einsturz einer Autobahnbrücke im italienischen Genua sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Innenministerium in Rom.

+++ 13.30 Uhr – Überlebende aus Trümmern gerettet +++

Der Einsturz riss offenkundig mehrere Fahrzeuge mit. „Zahlreiche Autos“ seien zwischen den Trümmern eingequetscht, berichtete Ansa unter Berufung auf Polizeikreise. Mehrere Lastwagen seien im Fluss Polvecera gelandet, über den die mehr als 40 Meter hohe Brücke der Autobahn 10 auch führt. In der Nähe der Brücke seien nach dem Einsturz vorsichtshalber Häuser evakuiert worden. Die Brücke führt unter anderem über Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet. Die A10 wurde gesperrt.

+++ 12.45 Uhr – Italiens Verkehrsminister spricht von „entsetzlicher Tragödie“+++

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli hat den Einsturz der Autobahnbrücke in Genua als „entsetzliche Tragödie“ bezeichnet. „Ich beobachte mit größter Besorgnis, was in Genua passiert ist und was wie eine entsetzliche Tragödie aussieht“, twitterte der Fünf-Sterne-Politiker. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Autobahnbetreibern und werden mit Vizeminister (Edoardo) Rixi vor Ort sein.“ Er sprach der Stadt Genua seine Anteilnahme aus.

+++ 12 Uhr – Ponte Morandi stürzt ein +++

Der Feuerwehr zufolge ereignete sich der Einsturz des Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird, am Dienstag gegen 12.00 Uhr. „Massenhaft“ Einsatzkräfte seien vor Ort, erklärte sie auf Twitter. Die Feuerwehr veröffentlichte ein dramatisches Bild: Ein Lastwagen steht auf der Brücke, die direkt vor ihm eingestürzt ist.

Von RND/dpa