Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Bakterien in der Ostsee töten Frau in Mecklenburg-Vorpommern
Nachrichten Panorama Bakterien in der Ostsee töten Frau in Mecklenburg-Vorpommern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:32 08.08.2019
Urlauber baden in der Ostsee. Quelle: Markus Scholz
Rostock

Gesundheitsgefährdende Vibrionen in der Ostsee haben in diesem Sommer ein erstes Todesopfer in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Wie die “Ostsee-Zeitung” vom Landesamt für Gesundheit und Soziales erfuhr, handelt es sich bei der Toten um eine ältere Frau, die zur Risikogruppe der immungeschwächten Personen gehörte.

Neben dem Todesfall registrierte die Behörde seit Juni vier weitere Erkrankungen durch Vibrionen-Infektionen. „Alle Betroffenen gehörten zu den bekannten Risikogruppen“, sagte Martina Littmann, Leiterin der Abteilung Gesundheit im Landesamt der Zeitung. Wo sich die ältere Dame infizierte und woher diese stammte, teilte das Amt mit Verweis auf den Datenschutz nicht mit.

Drei Vibrionen-Tote im Super-Sommer 2018

Mit dem Klimawandel und steigenden Temperaturen in der Ostsee wächst auch die Gefahr von Vibrionen-Infektionen. „Vibrio-Bakterien vermehren sich vor allem bei einem Salzgehalt ab 0,5 Prozent und ab einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius stark“, sagte Littmann. Diese Bedingungen seien besonders in warmen Sommern an der deutschen Nord- und Ostseeküste gegeben. Im Super-Sommer 2018 zählte das Amt 18 Erkrankungen, davon drei Sterbefälle. Zum Vergleich: 2003 infizierten sich zwei Badende an den Erregern, einer starb.

Im Video: Frau stirbt nach Ostseebad an Vibrionen-Infektion

Die Untersuchungen auf Vibrionen begannen Ende Juni entlang der Ostseeküste und in den küstennahen Boddengewässern. Bis Anfang September werden 14-tägig oder monatlich Proben genommen – in diesem Jahr waren es bislang 16 Proben, wie Littmann sagte.

Trotz der tendenziell steigenden Erkrankungszahlen in den vergangenen Jahren, gehört die Untersuchung auf Vibrionen nicht zum standardmäßigen Untersuchungsprogramm der Kreis-Gesundheitsämter. Die Untersuchungen auf Vibrionen erfolgen zusätzlich. „Standardmäßige Untersuchungen sind nicht sinnvoll. Das derzeitige durchgeführte Monitoring wird erfahrungsgemäß als ausreichend angesehen“, so Littmann.

Wichtig ist die Rücksprache mit dem Arzt

Wichtig sei umso mehr die Information und Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzten sowie allen medizinischen Einrichtungen, sagte Littmann. „Da auch häufig Urlauber aus anderen Bundesländern betroffen sind, ist die Weitergabe von Informationen auch über die Landesgrenzen hinaus sehr wichtig“, so die Expertin. Nur so könne eine zielgerichtete und zeitnahe Behandlung gewährleistet werden. Das Landesamt für Gesundheit arbeitet deshalb mit dem Robert-Koch-Institut zusammen.

Vibrionen sind stäbchenförmige Bakterien, die vorwiegend im Meerwasser leben und schwere und tödliche Infektionen auslösen können. Die Keime können in Hautverletzungen eindringen und rufen in seltenen Fällen schwere Wundinfektionen hervor.

Menschen mit Immunschwäche gefährdet

Als besonders anfällig gelten laut Gesundheitsamt Menschen mit chronischen Grundleiden wie Lebererkrankungen oder Diabetes sowie Menschen mit einer bestehenden Immunschwäche. Bei geringsten Anzeichen einer Wundinfektion sollte sofort ein Arzt konsultiert werden und dieser auf Kontakt mit Meerwasser hingewiesen werden. Eine rechtzeitig eingeleitete Therapie kann lebensrettend sein.

Großaufgebot bei der Tageszeitung “USA Today” unweit von Washington: Die Polizei ließ das Verlagshaus räumen. Die Sorge vor neuen Gewalttaten in den USA ist groß.

07.08.2019

Gefälschte Website: Internetbetrüger vermietet Urlaubsdomizile in Zeeland, die gar nicht frei sind. Die Fremdenverkehrszentrale will helfen.

07.08.2019

Heftige Unwetter haben in der Nacht zum Mittwoch im Süden und Südwesten Deutschlands erheblichen Schaden angerichtet. Der Blick auf die Wetterkarte zeigt: Auch die kommenden Tage werden wohl durchwachsen.

07.08.2019