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Panorama Bergungsaktion des kleinen Julen: „Die Eltern schäumen vor Wut“
Nachrichten Panorama Bergungsaktion des kleinen Julen: „Die Eltern schäumen vor Wut“
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16:09 25.01.2019
Minenarbeiter kommen in Totalan an – dem Ort, wo der zweijährige Julen in einem Brunnenschacht verschwunden ist. Quelle: Foto: Lorenzo Carnero/imago
Totalán

Mehr als 40.000 Tonnen Erde haben die Helfer auf dem Unglücksberg bewegt. Doch erst am Donnerstagnachmittag sollten die Spezialisten in den Schacht hinabsteigen. Die Männer müssen in mehr als 70 Metern Tiefe per Hand eine Verbindung graben bis zu der Stelle, an der ein Kind vermutet wird. Der zweijährige Julen steckt seit dem 13. Januar in einem illegalen Bohrloch in Spanien, nahe des Ortes Totalán, fest. Ob er noch lebt, ist ungewiss. Elf Tage haben die Retter benötigt, um einen parallelen Schacht zu bohren, ihn mit Stahlrohren auszukleiden und zu sichern. Sie befinden sich auf den letzten Metern – allerdings noch nicht in unmittelbarer Reichweite zu dem Zweijährigen. Doch diesen Freitag soll es endlich soweit sein.

Rettungsteams arbeiten an der Stelle des Brunnenschachts, in den der zweijährige Julen gestürzt sein soll. Quelle: Daniel Pérez/dpa

Aus Kreisen der Familie des Jungen heißt es, die Spezialisten hätten angeboten, auch ohne Auskleidung in die Tiefe zu gehen. Seit mehr als einer Woche sind sie vor Ort. Die Einsatzleitung habe das abgelehnt. Am Donnerstag versicherte der Präsident der Provinzfeuerwehr von Málaga und Politiker der andalusischen Regierungspartei PP, Francisco Degaldo Bonilla, dass „menschlich und technisch“ alles unternommen würde, um das Kind schnellstmöglich, aber ohne Risiko für die Bergarbeiter zu erreichen.

Kompetenz der Helfer wird in Frage gestellt

Den guten Willen spricht den Helfern niemand ab, die Kompetenz schon. Je länger der Einsatz dauert, desto lauter wird die Kritik. „Man hätte Julen innerhalb von wenigen Tagen befreien können“, glaubt der spanische Architekt Jesus Flores Vila. Der Einsatz ungeeigneter Maschinen und falsche strategische Entscheidungen hätten eine zügige Befreiung verhindert. Vila und andere spanische Ingenieure haben ihre Hilfe angeboten, aber keine Antwort bekommen.

Die Kritik bekommt in Spanien wenig Plattform. Viele Medien übernehmen die Angaben von offizieller Seite unkritisch. Dazu trägt die Pressesprecherin des Einsatzes bei, die die Journalisten vor Ort daran erinnert, sich bei den Fragerunden „gut zu benehmen“. Erboste Bürger schimpfen über jene, die es wagen, den Rettungseinsatz beschmutzen zu wollen. Entsprechend wohlgesonnen blicken manche Unbeteiligte nach Totalán. „Die geben ihr Bestes“, hört man oft.

Jose Rosello (l) und Vicky Garcia (M.), Eltern des zweijährigen Julen, stehen bei einem Treffpunkt mit Medien. Quelle: Pérez/dpa

„Wir helfen den Eltern, mit der Realität umzugehen“

Die Eltern des Kindes sind dagegen der Verzweiflung nah. Santiago Cortón Díaz, ein Freund des Vaters, kommt jeden Tag zur Unglücksstelle. „Die Eltern schäumen vor Wut“, sagt er. Täglich würden sie von den Verantwortlichen informiert, immer wieder gebe es neue Probleme. Verschwörungstheorien verwirft Díaz. Viele Menschen in Spanien glauben, dass Julen sich überhaupt nicht im Schacht befindet. „Ich halte es für nahezu unmöglich, dass der Junge in diesem Schacht drin ist“, sagte Luis Avial von der Geophysik-Firma Falcon High Tech im Fernsehen. Normal wäre es gewesen, dass das Kind in dem winzigen Schacht ziemlich weit oben steckengeblieben wäre, ist er überzeugt. „Das Kind hatte eine Winterjacke an, die Wände des Schachts sind nicht glatt, es gibt Wurzeln, Unebenheiten, das ist schon sehr komisch.“Auch Schachtbauer Francisco Barranquero zweifelt: „Ist es möglich, dass ein Kind da nicht steckenbleibt und bis ganz unten durchrutscht? Ich sage Dir, das ist sehr unwahrscheinlich“, sagte er gegenüber„El Español“.

Díaz bezeichnet das als Tratscherei. „Ich habe die Eltern noch nie so am Boden zerstört gesehen“, sagt er. Auch José, der Vater von Julen, sagt im Interview mit „Diario Sur“: „Mein Sohn ist da (im Loch), das soll niemand anzweifeln.“ Francisca Ruíz ist eine der Psychologinnen, die Julens Eltern betreuen. Ob sie ihnen noch Hoffnung macht? „Wir helfen ihnen, mit der Realität umzugehen“, sagt sie. „Das Team sagt, es gibt noch eine minimale Möglichkeit, dass der Junge lebt. Wenn sie diese Illusion nicht hätten, könnten sie so doch auch nicht arbeiten.“

Von Marcel Grzanna/RND

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