Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Ein Jahr nach Parkland: Amerikas Schüler geben nicht auf
Nachrichten Panorama Ein Jahr nach Parkland: Amerikas Schüler geben nicht auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:04 14.02.2019
Emma Gonzalez, eine Überlebende des Amoklaufs, wurde zur Symbolfigur der landesweiten Jugendproteste. Quelle: AP
Washington

Im Herbst beginnt ein prominenter junger Mann sein Studium an der Harvard-Eliteuniversität: David Hogg – hochgewachsen, etwas schlaksig. Vor einem Jahr kroch er ebenso wie seine Mitschüler unter Tische und Bänke, um sich vor einem wild um sich schießenden Massenmörder zu verstecken, der kurz zuvor noch auf dieselbe Schule ging. Für Hogg war das blutige Schulmassacker von Parkland ein traumatisches Erlebnis.

Hogg wollte sich jedoch nicht in seiner Trauer verlieren: Gemeinsam mit seiner Mitschülerin Emma Gonzalez ging er an die Öffentlichkeit und schrie seine Wut über die irrsinnigen Waffengesetze und die unzähligen Massenmorde der jüngsten Zeit heraus. Die Schüler starteten den „March for our Lives“ und inspirierten mit ihrem Protest ihre gesamte Generation.

Im März 2018 nahmen Tausende Jugendliche für den „March for our Lives“ in Washington teil. Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

Ein außergewöhnliches Verhalten hatte Hogg bereits während des Amoklaufs in Parkland an den Tag gelegt: Als viele Mitschüler hilflos durch die Gänge irrten, zückte er in seinem Versteck die Handykamera, zeichnete das Drama auf und forderte andere Jugendliche auf, ausgerechnet in diesen wirren Momenten strengere Waffengesetze zu fordern.

Es waren Bilder, die um die Welt gingen. Seitdem sind die Sicherheitsvorkehrungen in vielen US-Schulen, darunter auch in Parkland, verstärkt worden. Gab es vorher nur einen bewaffneten Beamten pro Schule, sind es nun zwei. Es wird häufiger der Ernstfall geprobt und Drohungen und andere Vorfälle werden genauer untersucht.

Parkland-Überlebender David Hogg kämpft für strengere Waffengesetze. Quelle: Sun SentinelSun Sentinel

Heute, ein Jahr nach dem Massaker, ist es ruhiger geworden um die Jugendlichen – aber nicht still. Die Zeiten, in denen ihre Köpfe die Titelseiten der Magazine zierten, sind vorbei. Stattdessen wird an der Basis gearbeitet. Hogg lacht, wenn er seinen Alltag beschreibt. Während sich andere Highschoolabsolventen eine Auszeit gönnen, verbringt der 18-Jährige die meiste Zeit in Bussen oder Flugzeugen: „Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir uns auf den Punkt konzentrieren, der der Gegenseite so richtig wehtut: die Wahlen“, sagt der junge Mann.

Hogg reist von Kleinstadt zu Kleinstadt, um vor allem junge Menschen zu motivieren, am Wahltag tatsächlich wählen zu gehen: „Als Donald Trump gewählt wurde, hatte sich in meinem Heimatbundesstaat Florida weniger als ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen an dem Urnengang beteiligt. Das müssen wir ändern.“ Wie erfolgreich das Engagement der Schüler ist, zeigte sich bei den Zwischenwahlen im November 2018: Amerikaweit stieg die Wahlbeteiligung der Jungwähler um 10 Prozent, in ihrem Heimatbundesstaat Florida dabei sogar um 15 Prozent.

14 Menschen starben bei acht weiteren Schießereien

Mit Stolz blickt Hogg auf die neue Zusammensetzung im Repräsentantenhaus, deren Mehrheit von den Republikanern zu den Demokraten wechselte: „Das ist natürlich nicht allein unser Verdienst. Aber wir haben kräftigen Rückenwind gegeben.“ Ihrem Ziel, die einflussreiche Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zurückzudrängen, seien sie näher gekommen. An dem eigentlichen Drama ändert die Protestwelle bisher jedoch nichts: Seit dem Verbrechen in Parkland starben in den USA 14 Menschen bei acht weiteren Schießereien an Schulen. Und die NRA bindet weitere Unterstützer.

Die politischen Lager sind in der Waffenfrage gespalten. Doch kurz vor dem heutigen Jahrestag von Parkland, der mit einer Schweigeminute und mehreren Gedenkveranstaltungen begangen wird, will das Repräsentantenhaus immerhin über ein Gesetz entscheiden, das strengere Überprüfungen von Waffenkäufern vorschreibt. Erstmals seit acht Jahren befasst sich ein Ausschuss der Kongresskammer mit dem Thema Waffengewalt.

Von Stefan Koch

Ex-Dschungelcamper und Motivations-Coach Bastian Yotta hat sich Haare transplantieren lassen. Er zeigt Bilder von seinem nun kahlgeschorenen Kopf auf Instagram. Ganz ohne Haare fühlt er sich auch gut, „irgendwie geil“.

14.02.2019

Ein schweres Busunglück erschüttert Nordmazedonien. 13 Menschen starben, als ein Bus auf die Gegenfahrbahn geriet, eine Absperrung durchbrach und umstürzte. 30 Menschen wurden verletzt.

14.02.2019

Schwere Vorwürfe gegen Ryan Adams: Sieben Frauen beschuldigen den Sänger der Manipulation und sexuellen Fehlverhaltens. Darunter ist auch seine Ex-Frau Mandy Moore. Der US-Musikstar weist die Vorwürfe zurück.

14.02.2019