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Panorama Herzzerreißende Bilder zeigen das Leid der Tiere im Flammen-Inferno
Nachrichten Panorama Herzzerreißende Bilder zeigen das Leid der Tiere im Flammen-Inferno
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12:36 14.11.2018
Der zwei Jahre alte Golden Retriever Shiloh wurde bei den Waldbränden in Kalifornien verletzt. Quelle: AP
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Los Angeles

Die Flammen in Kalifornien schlagen weiter um sich und bringen dabei nicht nur Menschenleben in Gefahr: Mehrere Tierschutzorganisationen sind in den betroffenen Gebieten unterwegs, sammeln herrenlose und verletzte Tiere ein.

Ein Schicksal ging der Netzgemeinde dabei besonders ans Herz: Das schlimme Bild einer verbrannten Katze, das den ganzen Horror der Tierwelt bei dem kalifornischen Feuerinferno zusammenfasst, ging viral. „Billiegirl“, wie Helfer das Tier genannt haben, wurde halbverkohlt am Sonntag vor den Überresten ihres Hauses im kalifornischen Paradise entdeckt, nachdem die ganze Nachbarschaft von der Flammenwalze überrollt worden war.

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Das Tier wurde in eine Klinik gebracht und in sozialen Medien als „Wunder-Katze“ gefeiert. Zu früh – denn ihre sieben Leben reichten nicht aus. Die Tierschutzorganisation „California Wildfire Pets“, die vermisste Haustiere mit ihren Besitzern wiedervereint, meldete auf Facebook: „Das Kätzchen ist leider gestorben.“

Die verheerenden Waldbrände von Kalifornien zwangen Tausende zur Flucht. Für einige kam die Evakuierung so schnell, dass sie nicht einmal Zeit hatten, ihre Tiere mitzunehmen. Um die herrenlosen und verletzten Tiere kümmern sich jetzt Freiwillige.

Tausende Tiere fielen den Flammen zum Opfer

Während die Zahl der menschlichen Todesopfer auf über 40 gestiegen ist, soll sich die geschätzte Anzahl von toten Haus- und Wildtieren in den Tausenden bewegen. Die Geschwindigkeit der durch die Santa Ana-Winde getriebene Feuerwalze war so hoch, dass selbst Hasen keine Chance zur Flucht hatten.

Das Schicksal des kleinen verbrannten Hasen wird täglich auf Facebook dokumentiert. Und es geht bergauf: Inzwischen hopst er wieder durch sein Gehege und trinkt selbstständig Wasser.

Amerikaner rettet Pferd aus Pool

Auch der Amerikaner Jeff Hill verbreitet auf seiner Facebook-Seite ein bisschen Hoffnung und teilte ein kleines Wunder. Als er nachsehen wollte, ob das Haus von Freunden noch steht, fand er im Pool hinter dem Haus ein Pferd. Auf seiner Flucht war es über die Poolabdeckung gerannt und im Wasser versunken. „Es ist nicht zu sagen, wie lange sie da war, aber sie zitterte unkontrolliert. In ihren Augen war keine Hoffnung mehr. Sie war in der Poolabdeckung gefangen, aber sie wurde von ihr getragen. Sie hinderte die Stute daran, zu ertrinken“, schreibt Hill auf seiner Facebook-Seite. Auf der Plane habe er das Pferd dann zu den Stufen gezogen, wo es den Pool verlassen konnte.

Auch Hollywoods bekannteste Filmgiraffe ist in Sicherheit: Nachdem sich tausende Fans Sorgen um Stanley, der unter anderem in „Hangover 3“ mitspielte, machten, gab es auf seiner Instagram-Seite Entwarnung: „Unser Management-Team und unsere Tiertrainer sind vor Ort und füttern, stellen Wasser bereit, reparieren die Anlage und kümmern sich um unsere Tierfamilie (inklusive Stanley)“. Die Saddlerock Ranch, auf der Stanley lebt, liegt nur knapp 15 Kilometer von der Gottschalk-Villa entfernt, die am Wochenende komplett abgebrannt war.

Mehr als 800 Tiere hat „Animal Care & Control“ in Los Angeles in ihre Obhut genommen, wie „CNN“ berichtet. Unter den geflohenen Tieren sind allein 550 Pferde. „Dies ist ein verheerendes Ereignis“, so Allison Cardona, stellvertretende Direktorin, zu „CNN“.

In Nordkalifornien haben ehrenamtliche Helfer am Flughafen Chico eine provisorische Unterkunft für herrenlose und verletzte Tiere eingerichtet. Seit Öffnung des Lagers am 8. November seien laut „CNN“ mehr als 5.000 Anrufe bei der Hotline eingegangen. Derzeit betreue die Gruppe mehr als 1.400 Tiere – darunter Alpakas, Truthähne, Reptilien, Enten und Kaninchen.

„Die Tiere sind teilweise vom Feuer gezeichnet“

„Es kann schwierig sein, das eigene Haustier wiederzuerkennen. Sie sind teilweise vom Feuer gezeichnet“, so Sandy Doolittle zu „CNN“. Die Freiwillige hat bei den verheerenden Waldbränden ihr Haus verloren, hilft aber weiterhin, Familien mit ihren Haustieren wieder zusammenzuführen.

Drei Frauen haben die Seite „California Wildfire Pets“ ins Leben gerufen, mit deren Hilfe sie die Besitzer der aufgelesenen Tiere wiederfinden wollen. Die Initiatoren fordern dazu auf, die Suche nicht zu früh aufzugeben und persönlich in den Einrichtungen vorbeizuschauen. Oft seien die Bilder irreführend, da die Tiere Spuren des Feuers tragen.

Direkt in den Bergen von Santa Monica, neben dem berühmten „Hollywood“-Schriftzug, leben mehrere Berglöwen. Auch sie wurden von den Flammen bedroht. Park-Ranger verfolgen sie mithilfe von GPS-Halsbändern, doch von fünf der 13 überwachten Tiere gibt es bisher kein Lebenszeichen.

Von RND/mat/ds