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Panorama Tod und Zerstörung: Hurrikan „Dorian“ lässt nicht von den Bahamas ab
Nachrichten Panorama Tod und Zerstörung: Hurrikan „Dorian“ lässt nicht von den Bahamas ab
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13:26 03.09.2019
Sturmböen von Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas. Quelle: Ramon Espinosa/AP/dpa
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Nassau/Miami

Hurrikan „Dorian“ bringt weiter Tod und Verwüstung über die Bahamas. Am Dienstag verharrte der Wirbelsturm den zweiten Tag über dem Norden des Inselstaats und sorgte für Überschwemmungen. Die Wassermassen schwappten auf den Inseln Abaco und Grand Bahama in den zweiten Stock von Gebäuden, Anwohner waren auf den Dachböden ihrer Häuser eingeschlossen. Mindestens fünf Menschen kamen nach Angaben von Behördenvertretern um, 21 weitere wurden von der US-Küstenwache in die Hauptstadt Nassau geflogen.

Der Premierminister der karibischen Inselgruppe, Hubert Minnis, sprach von "beispielloser Verwüstung" und einer "historischen Tragödie". „Die Verwüstung ist beispiellos und umfangreich.“

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„Dorian“ will nicht weichen

Bis zum frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) schwächte sich „Dorian“ zwar weiter ab und firmierte noch als Hurrikan der Kategorie drei. Seine Windgeschwindigkeit verlangsamte sich auf 193 Kilometer pro Stunde. Doch gab es keine Entwarnung, zumal sich der Hurrikan kaum von der Stelle bewegte.

Meteorologen des Wetterdienstes Weather Underground machten dafür ein Fehlen starker Winde in oberen Teilen der Atmosphäre verantwortlich. Die Winde in der oberen Atmosphäre in knapp fünfeinhalb Kilometern Höhe, ausgelöst durch Hoch- und Tiefdruckgebiete, seien normalerweise so stark, dass sie Hurrikans ziehen und schieben. Das sei derzeit aber nicht der Fall.

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Bahamas: Mindestens fünf Tote durch Hurrikan Dorian

In sozialen Medien wurden zahlreiche Videos und Nachrichten von Menschen verbreitet, die in ihren Häusern feststeckten oder Angehörige vermissten. Minnis zufolge hatten viele der mehr als 70.000 Bewohner der am stärksten betroffenen Gebiete die Aufforderung missachtet, sich in Sicherheit zu bringen. Bilder von den Abaco-Inseln, die bereits am Sonntag von dem Hurrikan getroffen worden waren, zeigten umfangreiche Verwüstungen.

„Dorian“ war am Sonntag als Hurrikan der stärksten Kategorie fünf auf die Insel Abaco getroffen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 297 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 355 Kilometern pro Stunde war er der heftigste Hurrikan, der seit 1935 am Atlantik in dieser Stärke auf Land traf.

"Dorian" soll auch der Ostküste Floridas „gefährlich nahe“ kommen

Behördenvertreter auf den Bahamas berichteten von einer „enormen“ Zahl von Notrufen. Eine Radiostation meldete, ein fünf Monate altes Baby sitze auf einem Dach fest. Eine Großmutter mit sechs Enkeln habe zudem ein Loch ins Dach geschnitten, um den anschwellenden Fluten zu entkommen. Mindestens zwei Notunterkünfte wurden überschwemmt.

Regierungschef Minnis klagte, viele Häuser und Gebäude seien stark beschädigt oder zerstört worden. Noch sei es aber zu früh, um die Kosten für Wiederaufbaumaßnahmen einzuschätzen. Der Abgeordnete Iram Lewis hatte der Nachrichtenagentur AP am Montagabend gesagt, seine größte Sorge sei, dass die Pegelstände über Nacht weiter stiegen und festsitzende Menschen wegen leerer Handy-Batterien den Kontakt zu den Notfallbehörden verlören. „Es ist beängstigend“, ergänzte Lewis. Selbst der Flughafen von Grand Bahama stehe fast zwei Meter unter Wasser.

Das US-Hurrikanzentrum geht davon aus, dass „Dorian“ sich am Dienstag langsam in west-nordwestlicher Richtung weiterbewegt und vom Abend (Ortszeit) an bis Mittwochabend der Ostküste Floridas „gefährlich nahe“ kommen werde. Im Anschluss könnte er Kurs auf die Küstengebiete von Georgia und South Carolina nehmen. Zwar dürfte der Hurrikan vor der Küste bleiben, erklärte Meteorologe Daniel Brown, aber: „Nur eine kleine Abweichung“ könnte das gefährliche Zentrum von „Dorian“ in Richtung Land ziehen.

RND/AP/dpa/msc