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Panorama Mutmaßlicher Bahnschubser: Was wir über den Verdächtigen und die Tat wissen
Nachrichten Panorama Mutmaßlicher Bahnschubser: Was wir über den Verdächtigen und die Tat wissen
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09:26 31.07.2019
Ein Polizist legt an einer Stelle im Hauptbahnhof Frankfurt Blumen nieder. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Frankfurt

Gegen den mutmaßlichen Täter vom Frankfurter Hauptbahnhof ist Haftbefehl erlassen worden. Der 40-jährige Eritreer wurde am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt und muss nun in Untersuchungshaft, wie die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ihm wird Mord und versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen.

Nach der tödlichen Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof geht die Suche der Ermittler nach dem Motiv des Tatverdächtigen weiter. Der 40-Jährige soll am Montag einen achtjährigen Jungen vor einen einfahrenden ICE in den Tod gestoßen haben. Was wir bislang über die Tat und den Täter wissen.

Wie lief die Tat ab?

Der Verdächtige stieß Zeugenaussagen zufolge den achtjährigen Jungen und seine Mutter am Morgen an Bahnsteig 7 vor einen einfahrenden ICE. Das Kind wurde von dem Zug erfasst; es erlitt tödliche Verletzungen. Die 40-jährige Mutter rettete sich auf einen Fußweg zwischen zwei Gleisen. Eine dritte Person, die der Mann ebenfalls in die Gleise stoßen wollte, konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Tatverdächtige flüchtete, wurde von Passanten verfolgt und später von der Polizei außerhalb des Bahnhofs festgenommen.

Was ist über den Täter bekannt?

Der Tatverdächtige ist 40 Jahre alt und kommt laut Innenministerium aus Eritrea. Seit 2006 lebt er in Zürich in der Schweiz. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

In der Schweiz wurde er seit dem vergangenen Donnerstag gesucht. Der Mann habe seine Nachbarin mit einem Messer bedroht und eingesperrt. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch.

Im Video: 400 Menschen gedenken des in Frankfurt getöteten Jungen

Nach Informationen der Kantonspolizei Zürich war er in diesem Jahr in psychiatrischer Behandlung. Bei einer Hausdurchsuchung seien Dokumente gefunden worden, die auf eine psychische Erkrankung deuten würden. Der 40-Jährige war den Angaben zufolge seit Januar 2019 wegen psychischer Probleme krankgeschrieben.

Der Tatverdächtige hatte demnach am Donnerstag seine Ehefrau und die drei gemeinsamen Kleinkinder im Alter von ein, drei und vier Jahren sowie eine Nachbarin in ihren Wohnungen in Wädenswil eingesperrt. Laut Polizei gaben sowohl die Nachbarin als auch seine Ehefrau an, dass dieser Gewaltausbruch des Mannes für sie überraschend gewesen sei.

Was könnte die Tat ausgelöst haben?

Das Motiv der Tat ist bislang unklar. Erst am Samstag voriger Woche war im Bahnhof der niederrheinischen Stadt Voerde eine 34 Jahre alte Mutter vor einen Regionalzug gestoßen worden und ums Leben gekommen – ob es sich beim Fall in Frankfurt um eine Nachahmungstat handelt ist unklar. Klar scheint aber: Wie in Voerde kannte der mutmaßliche Täter von Frankfurt den Jungen und seine Mutter nicht – die Opfer wurden offenbar zufällig ausgewählt.

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Von RND/seb/dpa

Haftbefehl! Der Mann, der in Frankfurt eine Mutter und ihren Sohn vor einen ICE geschubst haben soll, muss in Untersuchungshaft. In der Schweiz war er bereits seit Donnerstag von der Polizei gesucht worden.

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