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Panorama Kind in Frankfurt vor einfahrenden ICE gestoßen – Junge (8) tot
Nachrichten Panorama Kind in Frankfurt vor einfahrenden ICE gestoßen – Junge (8) tot
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22:58 29.07.2019
Ein ICE steht am Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs, nachdem es bei der Einfahrt des Zuges zu einem Zwischenfall mit einem Kind kam. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Frankfurt/Main

Im Frankfurter Hauptbahnhof ist ein Kind ins Gleis vor einen einfahrenden ICE gestoßen und anschließend überrollt worden. Das bestätigte die Polizei bei Twitter: „Nach derzeitigem Stand hat ein Mann ein Kind ins Gleisbett gestoßen“. Das Kind, es handelt sich um einen acht Jahre alten Jungen, überlebte nicht. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest. Der Mann soll auch die Mutter des Jungen ins Gleisbett gestoßen haben. Die 40-Jährige habe sich aber retten können. Die Polizei ermittelt wegen eines Tötungsdelikts.

Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 40-Jährigen mit eritreischer Staatsbürgerschaft, der seine Opfer nicht kannte. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wohnt er in der Schweiz. Bislang hat er sich noch nicht zu der Attacke geäußert. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, wird er am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

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Zunächst hatten die „Hessenschau“ und die „Bild“ über den Fall berichtet. Laut „Hessenschau“ habe ein Mann in dunkler Kleidung das Kind vor den Zug gestoßen. Am Bahnhof spielten sich anschließend dramatische Szenen ab, berichtet die „Hessenschau“. Menschen seien weinend zusammengebrochen. Eine Schaffnerin habe laut geschrien.

Auch die Mutter wurde ins Gleisbett gestoßen

Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatte ein Mann Zeugenaussagen zufolge den achtjährigen Jungen und seine Mutter am Morgen an Bahnsteig 7 vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Das Kind wurde von dem Zug erfasst und erlitt tödliche Verletzungen. Laut Polizei gibt es zudem Hinweise, dass der mutmaßliche Täter im Anschluss eine weitere Person auf die Gleise zu stoßen versuchte, die sich jedoch in Sicherheit bringen konnte.

Der Tatverdächtige flüchtete zunächst, wurde später außerhalb des Bahnhofs mithilfe von Passanten festgenommen. Am Hauptbahnhof sei es zu einem „massiven Polizeieinsatz“ gekommen, berichtete die Sprecherin. Auch die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften im Einsatz.

Am Hauptbahnhof wurden die Gleise 4 bis 9 für mehrere Stunden gesperrt. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte. Wann die Gleise wieder freigegeben werden könnten, war zunächst unklar.

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Ähnlicher Fall vor wenigen Tagen in Voerde

Erst am 20. Juli wurde im Bahnhof der nordrhein-westfälischen Stadt Voerde eine 34 Jahre alte Mutter vor einen Regionalzug gestoßen und getötet. Der 28-jährige Tatverdächtige - ein in Deutschland geborener Serbe - sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Mann soll sich der Frau wortlos von hinten genähert und sie auf die Gleise gestoßen haben, berichteten Zeugen der Polizei. Der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten sich den Ermittlern zufolge nicht. Der 28-Jährige soll die Frau heimtückisch und aus Mordlust ins Gleisbett vor die Regionalbahn gestoßen haben. Er schwieg bislang zu den Vorwürfen.

Nach den Untersuchungen einer Blutprobe gibt es Hinweise auf Kokain-Konsum. Es seien bei ihm Abbauprodukte von Kokain im Blut nachgewiesen worden. „Das heißt aber nicht, dass er konkret unter Kokaineinfluss stand“, sagte der Duisburger Staatsanwalt Alexander Bayer am Montag.

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Von RND/seb/dpa