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Panorama Nach nur fünf Jahren Bauzeit: Peking eröffnet den größten Flughafen der Welt
Nachrichten Panorama Nach nur fünf Jahren Bauzeit: Peking eröffnet den größten Flughafen der Welt
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18:34 25.07.2019
Peking hat den größten Flughafen der Welt. Quelle: Foto: Pacific Press
Peking

Bauarbeiter mit gelben Helmen kratzen noch die letzten Reste der Schutzfolie des neuen Gepäckbands ab. Ein paar Meter weiter poliert eine Putzkolonne die Scheiben der Rolltreppen. Aus einem Sicherheitskasten hängen zwar noch ein paar Kabel heraus. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem Kabelgewirr, das bis vor Kurzem beim nach wie vor nicht eröffneten Hauptstadtflughafen BER in Berlin zu finden war.

Und während der für 2020 vorgesehene BER-Eröffnungstermin wieder auf der Kippe steht, gibt es an der Eröffnung des neuen Pekinger Flughafens Daxin nichts mehr zu rütteln. Der Probebetrieb läuft – und zwar so gut, dass die chinesische Fluggesellschaft China United Airlines bereits den Flugbetrieb vor der offiziellen Eröffnung aufnehmen darf. „Wir stehen unmittelbar vor dem Umzug zum internationalen Flughafen Beijing Daxing“, gab Liu Beige, Vizechef von China United Airlines, Anfang Juli bekannt.

Pekings neuer Flughafen ist für bis zu 45 Millionen Passagiere ausgelegt

Pekings neuer Flughafen liegt im Stadtbezirk Daxing, 67 Kilometer südlich des Stadtzentrums. Bei der Eröffnung ist er mit den vier fertiggestellten Start- und Landebahnen zunächst für bis zu 45 Millionen Passagiere ausgelegt. In einer zweiten Ausbaustufe bis 2025 soll er Kapazitäten für 72 Millionen bieten. Bis zur Vollendung der dritten Ausbaustufe 2040 mit dann acht Start- und Landebahnen wird er gar 130 Millionen Fluggäste abfertigen können.

Im Dezember 2014 war Spatenstich – keine fünf Jahre später ist der „Seestern“, wie er im Volksmund wegen seiner sechs charakteristischen Seitenarme genannt wird, vollendet. Der besondere Clou an dieser Architektur: Mit den fünf fast gleich langen Seitenarmen ist der Laufweg zu jedem Flugsteig nie länger als 600 Meter.

Rund zwölf Milliarden Euro hat das Bauprojekt gekostet

Die Gestaltung des neuen Flughafenterminals erfolgte durch das Büro der 2016 verstorbenen britischen Stararchitektin Zaha Hadid. 200.000 Kubikmeter Stahl und 100.000 Kubikmeter Beton wurden für das Bauwerk verbaut. Umgerechnet rund zwölf Milliarden Euro hat das Bauprojekt gekostet. Auch das liegt im Plan. Der offizielle Eröffnungstag ist nur deswegen erst Ende September, weil die kommunistische Regierung am 1. Oktober den 70. Jahrestag der von ihr ausgerufenen Volksrepublik begeht. Die Eröffnung des neuen Flughafens soll Teil der Feierlichkeiten werden.

Dabei hat Peking im Nordosten der Stadt bereits einen Großflughafen. 2008 hatte die chinesische Führung pünktlich zu den Olympischen Spielen mit dem dritten Terminal bereits eins der größten Flughafengebäude der Welt errichtet. Pekings Passagieraufkommen hat sich seitdem fast verdoppelt. Und längst platzt der bestehende Flughafen aus allen Nähten. Angefragte Flugrouten müssen abgelehnt werden, weil dort mit 100 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr schon mehr Fluggäste starteten, als zugelassen sind. Pekings alter Flughafen soll deshalb auch weiter in Betrieb bleiben.

Wie schaffen es die Chinesen, so schnell zu bauen?

Doch wie schaffen es die Chinesen, so schnell zu bauen? Sheng Guangyao, Stadtforscher der Akademie der Sozialwissenschaft in Shanghai, erklärt sich das mit unterschiedlichen Entwicklungsstufen. „Europa ist entwickelt und hat es vielleicht nicht mehr so eilig“, vermutet der Wissenschaftler. Dass in China vieles an Baumaßnahmen schneller geht, dürfte noch einen anderen Grund haben: Flughäfen haben höchste Priorität. Bürokratische Hürden räumt die autoritäre Führung rigoros aus dem Weg. Beim Bau des neuen Pekinger Flughafens rückten die Planierraupen bereits an, als die breite Öffentlichkeit noch gar nicht darüber informiert war. Dutzende Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht. Die Anwohner wurden zwar entschädigt. Eine Wahl hatten sie aber nicht.

Von RND/Felix Lee

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