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Panorama Lehrer richtet nach Mordkomplott dringenden Appell an die Öffentlichkeit
Nachrichten Panorama Lehrer richtet nach Mordkomplott dringenden Appell an die Öffentlichkeit
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17:32 22.05.2019
Auf diesem Garagenhof wollten drei Jugendliche den Lehrer der angrenzenden Schule mit Hämmern ermorden. Quelle: Bernd Thissen/dpa
Dortmund

Der Lehrer sollte in einen Hinterhalt gelockt und mit Hammerschlägen getötet werden. Drei Schüler aus Dortmund – 16, 17 und 18 Jahre alt – hatten den Mordkomplott genau geplant. Glücklicherweise brachen sie ihr Vorhaben Anfang Mai ab, weil zufällig ein Spaziergänger vorbeikam.

Ein 16-jähriger Schüler soll laut Staatsanwaltschaft so unzufrieden mit seiner Benotung gewesen sein, dass er einen 17-Jährigen Schulkameraden und einen 18-Jährigen Bekannten angestiftet haben soll, ihm zu helfen, den Lehrer zu töten. Doch damit nicht genug. Laut Polizei soll es nach dem ersten Plan neue Bestrebungen des Trios gegeben haben, den Lehrer gewaltsam loszuwerden. Die beiden älteren Beschuldigten hatten gestanden, während der 16-jährige die Vorwürfe zunächst bestritten hatte.

Meine lieben Freunde, Schüler, Exschüler, Kollegen und Bekannte: In Folge der vergangenen Ereignisse habe ich so...

Gepostet von Wolfgang Wittchow am Dienstag, 21. Mai 2019

Mordkomplett: Lehrer bedankt sich für Zuspruch

Nun hat sich erstmals der betroffene Lehrer via Facebook ausführlich geäußert. Zu den beiden Mordplänen darf und will er nichts sagen, weil es sich um ein schwebendes Verfahren handelt. In dem Text bedankt er sich ausdrücklich für den Zuspruch von allen Seiten. Seine pädagogische Arbeit will er fortführen wie bisher: „Es muss niemand Sorge haben, dass ich die Lust an meinem Job verloren haben könnte, dass ich Angst hätte, zur Arbeit zu gehen oder Schülern mit mehr Misstrauen begegnen würde.“ In seinem Post lobt er ausdrücklich die Polizei: „Ich möchte mich an dieser Stelle von jedem Kommentar, der die Polizeiarbeit in meinem Falle verunglimpft, distanzieren!“

„Ich möchte nicht vom rechten Rand instrumentalisiert werden“

Gleichzeitig verbittet sich der Lehrer, den Fall für jeglichen Zweck zu missbrauchen: „Ich möchte nicht vom rechten Rand der Gesellschaft instrumentalisiert werden“, schreibt er. All dies sei nicht geschehen, weil die Schule ein Problem mit „Migranten“ habe. „Euch muss ich sagen: Ihr könntet falscher nicht liegen.“ Er habe nach Bekanntwerden der Mordpläne unglaublich viel Zuspruch von allen Seiten, von Deutschen, Polen, Türken, Kurden, Libanesen, Persern, Albanern und Afrikanern bekommen.

Und dann schreibt der Lehrer über drei ehemalige Schüler mit Migrationshintergrund, darunter einen Neonazi, die eines gelernt hätten: „An unserer Schule müssen wir die Leistung bewerten. Und wir versuchen, auch den Menschen zu bewerten. Und diese zwei Dinge sind nicht deckungsgleich.“

„Der Haupttäter war wie ein kleiner Junge“

Zum Schluss des langen Textes geht er dann doch auf den Haupttäter ein. Einen Jungen, der von ihm als Lehrer eine seiner drei besten Noten bekommen habe. Er habe ihn aber trotzdem darauf hinweisen müssen, dass er mit seinem Vorhaben, nach dem Hauptschulabschluss Abitur zu machen, scheitern würde. „Der Haupttäter hingegen war wie ein kleiner Junge, der Fußballstar bei Real Madrid werden will, beim Ortsverein nur auf der Ersatzbank sitzt und dem Trainer dafür die Reifen zersticht. Das hat nichts mit Migrationshintergrund oder Religion zu tun. Das ist eine Frage des Charakters“, so der Lehrer.

Zum Schluss seiner Ausführungen warnt er vor rechter Hetze und Deutschtümelei: „Was ich den Rechten vorwerfe, ist besonders die Vorstellung, dass es einen Wert an sich habe, Deutscher zu sein. Das sieht meine Schule nicht so und das sehe ich nicht so. Es ist eine Gnade, Deutscher sein zu dürfen, wenn wir es mit den Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt vergleichen. Seien wir dieser Gnade würdig, indem wir sie teilen mit denen, die sich darum bemühen an ihr Teil zu haben.“

Von RND/hma

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