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Panorama US-Teenager sollen in Rom einen Polizisten erstochen haben
Nachrichten Panorama US-Teenager sollen in Rom einen Polizisten erstochen haben
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11:46 28.07.2019
Ein US-Bürger, der im Falle eines getöteten Carabinieri-Polizisten befragt wurde, sitzt in einem Polizei-Auto vor einer Polizeistation. Zwei US-Amerikaner haben der Polizei zufolge einen tödlichen Angriff auf einen Polizisten in Rom gestanden. Quelle: Andrew Medichini/AP/dpa
Rom

In Italien sind zwei Teenager aus den USA wegen der Tötung eines Polizisten verhaftet worden. Nach Angaben eines Ermittlers wollten die 18 und 19 Jahre alten Männer von einem Drogenhändler Geld und Kokain erpressen. Als am vereinbarten Treffpunkt zwei Carabinieri in Zivil erschienen, seien die beiden Amerikaner auf diese losgegangen und hätten einen 35-jährigen Beamten erstochen. Ein Richter habe Untersuchungshaft angeordnet, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Sonntag.

Die beiden Verdächtigen kommen den Angaben zufolge aus einer wohlhabenden Gegend in Kalifornien, waren allein nach Italien gereist und wohnten in einem gehobenen Hotel in Rom. Von dem Drogenhändler wollten sie Kokain kaufen, doch der gab ihnen einen anderen Stoff. Darauf hätten sie ihm den Rucksack weggenommen und 100 Euro sowie ein Gramm Kokain für die Rückgabe verlangt, erklärten die Carabinieri. Am Übergabeort in der Nähe des Hotels der Verdächtigen hätten sich die Beamten am frühen Freitagmorgen zu erkennen gegeben, doch die beiden jungen Männer hätten sie ohne Zögern angegriffen. Der 18-Jährige habe einen Carabinieri geschlagen, der 19-Jährige den Zweiten mit acht Stichen getötet.

Erinnerungen an den Fall Amanda Knox

Dank der Aufnahmen einer Überwachungskamera seien die beiden identifiziert und festgenommen worden, erklärten die Carabinieri. Im Verhör hätten sie angesichts der Beweislage die Tat eingeräumt. Ihnen wird zudem versuchte Erpressung vorgeworfen.

Die Tat weckt Erinnerungen an den Fall der Amerikanerin Amanda Knox, die vor knapp zehn Jahren des Mordes an eine Mitbewohnerin für schuldig befunden, im späteren Berufungsprozess aber freigesprochen wurde.

Anders als damals konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der italienischen Medien diesmal aber auf das Opfer. Der 35-Jährige war erst vor wenigen Tagen aus den Flitterwochen zurückgekehrt und wegen seines Einsatzes für Obdachlose und Notleidende beliebt. Italienische Zeitungen brachten seine Hochzeitsfotos. Der Tatort war mit Blumensträußen übersät, die unter anderem Eltern und Kinder niedergelegt hatten. Innenminister Matteo Salvini forderte lebenslange Arbeitshaft und twitterte, in den USA riskiere man für so etwas die Todesstrafe.

Von RND/dpa