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Panorama Udo Lindenberg: „Eine von Rocksängern regierte Welt wäre eine bessere“
Nachrichten Panorama Udo Lindenberg: „Eine von Rocksängern regierte Welt wäre eine bessere“
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21:00 21.02.2019
Hat jetzt einen gesünderen Lebensstil: der Musiker Udo Lindenberg. Quelle: Georg Wendt/dpa
Hamburg

Neue Tour, neues Album – und demnächst auch noch ein Kinofilm. Udo Lindenberg ist mit 72 Jahren aktiv wie nie. Das gilt auch für sein privates Sportprogramm, wie er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland erzählt.

Herr Lindenberg, wir treffen uns vor Ihrer heutigen Sporteinheit. Ist das Ihre Art der Tourvorbereitung?

Es ist nicht mehr lange bis zum Tourstart, daher trainiere ich zweimal die Woche mit einer Kickboxtrainerin, jeweils eine Stunde. Ich muss megafit sein für die ganze Rumrennerei. Außerdem jogge ich im Hoodie an der Alster entlang oder zickzack durch die Stadt, ich als Nachtigall natürlich immer erst wenn alle anderen schlafen. Heute bin ich viel fitter als vor 20 Jahren. Wenn ich so weitermache, werde ich wahrscheinlich stoned-alt. Na ja, ich bin ja eh der erste Vorliegende des Clubs der Hundertjährigen.

Ihr Lebensstil hat sich also etwas gewandelt?

Ich habe jahrelang so viel Whiskey getrunken und geraucht, damit meine Stimme so klingt, wie sie heute klingt. Es gab Zeiten, da habe ich 100 Zigaretten am Tag geraucht – oder 15 Zigarren. Jetzt hab ich das mal runtergefahren. E-Ziggis und ab und zu mal ’ne Zigarre und ’nen schönen Feierlikör.

Große Tour, neues Album, demnächst auch noch ein Kinofilm – wer achtet eigentlich darauf, dass Sie nicht zu viel machen?

Meine Schwester Inge hat schon ein Auge auf mich. Die sagt auch mal: „Udo, mach mal halblang …“Aber ich sage immer: Ich bin ein Hobbyist. Alles, was ich mache, ist ein großes Hobby. Ich mache das nicht mehr wegen der Knete, sondern weil ich so großen Bock drauf habe. Und weil ich es auch tun würde, ohne was damit zu verdienen. Musik und meine Art von Action sind meine Leidenschaft. Ein hohes Privileg, dass ich das alles machen und erleben kann. Es ist doch geil, dass ich sagen kann: „Bei der nächsten Tour würde ich gern mal durchs Stadion fliegen“, und dann kommt Daniel Düsentrieb und macht’s möglich.

Sind Sie manchmal traurig, dass Ihre Eltern den Wahnsinnserfolg der letzten Jahre nicht mitbekommen haben?

Meine Mutter hat ja noch einiges mitbekommen. Aber ich bin mir auch sicher: Hermine und Gustav bekommen da oben alles mit. Manchmal spreche ich mit ihnen und weiß, dass sie stolz sind, dass aus ihren Kindern was Korrektes geworden ist und es uns gut geht. Bei jedem Konzert schaue ich nach oben durch die Wolken und fühle, dass sie dabei sind.

Erfolgreiche, junge Sänger wie Max Giesinger und Mark Forster singen weniger über Krieg, Frieden oder Zusammenhalt. Würden Sie sich mehr Künstler wünschen, die sich politisch positionieren?

Ich finde es toll, wenn sich Künstler, die im Rampenlicht stehen und eine gewisse Vorbildfunktion haben, für Frieden, Freiheit und Toleranz stark machen. Machen zurzeit aber nicht so viele. Gibt viel seichtes Zeugs, viel milde Sorte. Ja, ich hab’s gern ’n bisschen härter, auch politisch. Auch wenn das nicht immer was fürs Radio ist. Meine kritischen Songs werden zum Beispiel so gut wie nicht im Weichspülradio gespielt. Aber egal, die Panik-Experten kommen auch so gut an meine Songs.

Dabei scheint es das Interesse an Politik in der jungen Generation durchaus zu geben – gerade gehen freitags Schüler auf die Straße, um zu demonstrieren …

Da wächst eine ganz tolle, mutige, neue Generation heran. Die sollten wir voll fördern. Die sind gut informiert und haben gemerkt: keine Warteschleife mehr. Wir müssen jetzt was ändern – jetzt und konsequent. Sonst sind wir demnächst die letzte Generation auf unserem Blauen Planeten. Die letzten 20 Jahre war auf unseren Straßen eh schon zu lange tote Hose.

Warum sind Sie eigentlich nie in die Politik gegangen?

Dafür fühle ich mich noch zu jung, ich bin doch erst 72. Adenauer war doch auch so um die 90. Ich muss noch ’n bisschen ranreifen. Ne, Quatsch: Ich bin sehr politikinteressiert, aber auf diesen Job müsste man sich schon sehr fokussieren und die Musik hintenanstellen. Das kann ich natürlich nicht machen. Außerdem passen mir die Arbeitszeiten nicht: Eine Nachtigall wie ich kann morgens nicht zu irgendwelchen Kabinettssitzungen erscheinen. Bundespräsident wäre da schon besser. Und dann sollten es uns andere Länder gleichtun und einen Rocker zum Präsidenten machen. Man stelle sich vor: Bruce Springsteen, Bono, Lady Gaga und Udo Lindenberg treffen sich nachts und verhandeln den Weltfrieden. Eine von Rocksängern regierte Welt wäre eine bessere.

Machen Sie sich eigentlich Gedanken darüber, wo Sie Ihren Lebensabend verbringen möchten?

Ich bleibe einfach hier mit meiner ganzen Panik-Family im Hotel. Ich habe hier im Atlantic doch ein tolles Zuhause, es fehlt an nichts. Vielleicht ziehen hier einfach noch ein paar mehr von meinen alten und neuen Kumpels ein, dann können wir eine entspannte Rocker-WG gründen. Und wenn ich weiter so geschmeidig bleibe wie bislang, dann bin ich hoffentlich auch noch sehr lange auf keinen Stützstrumpf angewiesen.

Von Lena Obschinsky / RND

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