Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Region Kyritz weiter ohne Vertreter im Landtag
Nachrichten Panorama Region Kyritz weiter ohne Vertreter im Landtag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 02.09.2019
Der Wahlsonntag lief in den Wahllokalen der Stadt Kyritz eher beschaulich ab. Die Beteiligung war vergleichsweise niedrig. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Im Kyritzer „Linkseck“ war die Stimmung auch am Montag, dem Tag nach der Landtagswahl, noch immer sehr gedämpft. „Wir sind der Wahlverlierer in beiden Ländern“, stellte der Kreisgeschäftsführer der Linken Justin König aus Metzelthin klar.

Seine Partei hatte auch in der Kleeblattregion die deutlichsten Verluste von allen zu verzeichnen. Im Wahlkreis 1, zu dem die Gemeinde Gumtow zählte, waren es 8,4 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren. Im Wahlkreis 2 mit der Stadt Kyritz beliefen sich die Verluste auf 10, 1 und im Wahlkreis 4 mit der Gemeinde Wusterhausen und dem Amt Neustadt auf 10,4 Prozentpunkte.

„Wir haben zehn Jahre lang mitregiert und bei den beiden letzten Landtagswahlen jeweils Stimmen in dieser Größenordnung verloren“, fasst König zusammen. „Ein ,Weiter so’ kann es unter diesen Bedingungen nicht geben.“ Einfach aufzugeben, komme aber genauso wenig in Frage: „Dazu geht’s im Land immer noch nicht gerecht genug zu.“

Groß will politisch aktiv bleiben

Als einziger Direktkandidat mit Wurzeln in der Kleeblattregion dankte Dieter Groß von den Linken, allen, die ihm ihre Stimme gegeben hatten. Doch selbst in seiner Heimatstadt hatte es nicht für eine Spitzenposition gereicht.

Groß interpretiert das Wählervotum und vor allem die Gewinne der AfD so: „Alles läuft auf die soziale Frage hinaus. Das haben Populisten und Demagogen aufgegriffen.“ Und das offensichtlich mit mehr Erfolg als seine Partei auf Landesebene. „Wir müssen darauf achten, dass wir in unserem politischen Wirken nicht die Bodenhaftung verlieren.“

Zugleich komme es darauf an, rechtsextremen und rassistischen Tendenzen noch klarer entgegenzutreten. „Ein ehrliches Umdenken ist mehr denn je nötig.“

Der Gewinnerin des Direktmandats im Wahlkreis 2 Katrin Lange von der SPD wünschte der Kyritzer eine glückliche Hand. Er selbst wolle sich weiter politisch engagieren: „Ich bleibe Stadtverordneter.“

Katrin Lange zeigt sich gesprächsbereit

Auch Katrin Lange dankte ihren Wählern. Das schlechte Abschneiden der Linken zeige, dass die Menschen ihr die Rolle als „Partei des Ostens“ nicht mehr abnähmen. Vor allem ihre Haltung zur Einwanderung und zur Windenergie seien zu Recht auf wenig Gegenliebe gestoßen. Ähnliches habe auch das Ergebnis der Grünen beeinflusst.

Das gute Abschneiden der AfD auf Platz 2 im Wahlkreis zeige, „wie viel Unmut und auch Wut über bestimmte Entwicklungen sich angesammelt hat. Der Riss in der Gesellschaft geht tief und er hat seine Gründe.“ Katrin Lange betont, zum Gespräch mit jedermann bereit zu sein.

In jedem Fall führt das Wahlergebnis vom Sonntag dazu, dass die Kleeblattregion, also der Altkreis Kyritz, auch in der neuen Legislaturperiode keinen eigenen Vertreter im Landtag haben wird. Katrin Lange lebt in Beveringen bei Pritzwalk. Harald Pohle (SPD), der im Wahlkreis 1 das Direktmandat erhielt, ist Cumlosener. Die Gewinnerin des Wahlkreises 4 Katja Poschmann (SPD) wohnt in Premnitz. Auch auf die Listenplätze der Parteien hat es niemand aus der Region um Kyritz geschafft.

Blankenberg ist die SPD-Hochburg

Die SPD errang mit 58,3 Prozent in Blankenberg ihr bestes Ergebnis. Weitere Spitzenwerte: Die CDU erhielt in Trieplatz 39,2 Prozent aller abgegeben Zweitstimmen, die Linke kam in Tornow auf 37,5 Prozent, die AfD in Schönberg auf 40,5 Prozent. Die Grünen erreichten mit 33,3 Prozent in Roddahn ihr bestes Resultat, die Freien Wähler brachten es in Groß Welle auf 13,3 Prozent. Den meisten Zuspruch für die FDP gab es in Lögow mit 10,5 Prozent.

Die Wahlbeteiligung betrug in Kyritz laut Landeswahlleiter 53,7 Prozent (Achtung: die Wahl-App der Kommune selbst nannte am Montag eine falsche Zahl), im Amt Neustadt 54 Prozent, in der Gemeinde Wusterhausen, 56,1 Prozent und in der Gemeinde Gumtow 63,8 Prozent. Landesweit waren es 61,3 Prozent.

Von Alexander Beckmann

Im Februar hatte eine Frau eine ihr unbekannte 17-Jährige in Berlin ins Gleisbett gezogen. Das Mädchen konnte sich vor dem einfahrenden Zug retten. Nun hat das Gericht entschieden, dass die Täterin in eine Psychiatrie muss.

02.09.2019

Sie kam wie aus dem Nichts: Eine Springflut hat mehrere Touristen und ihren Guide in einer Schlucht im Hell’s-Gate-Nationalpark überrascht. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben, einer wird noch vermisst.

02.09.2019

Touristen aus Deutschland, die auf den Bahamas Urlaub machten, wurden durch den Reisekonzern Tui in Sicherheit gebracht. Der Hurrikan “Dorian” hat dort erhebliche Schäden verursacht.

09.09.2019