Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Wilke-Wurstskandal: Richter verliest ekelerregende Details aus Prüfbericht
Nachrichten Panorama Wilke-Wurstskandal: Richter verliest ekelerregende Details aus Prüfbericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:32 14.10.2019
Wilke Wurst scheitert mit seinem Eilantrag vor Gericht. Quelle: Uwe Zucchi/dpa
Korbach/Kassel

Der hessische Wursthersteller Wilke bleibt nach Keimfunden im Fleisch weiter geschlossen. Das Verwaltungsgericht Kassel habe einen entsprechenden Eilantrag des Unternehmens gegen die Schließung abgelehnt, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Damit hatte sich das Unternehmen gegen die Entscheidung der Lebensmittelüberwachung des Landkreises Waldeck-Frankenberg gewehrt, die Produktion nach dem Fund von Listerien zu stoppen. Wilke könnte nun noch in der Sache Beschwerde vor den hessischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. (Aktenzeichen 5 L 2504/19.KS)

In Wilke-Wurst waren wiederholt Listerien gefunden worden. Drei Todesfälle werden mit Waren des Unternehmens in Twistetal-Berndorf in Verbindung gebracht. Wilke hat mittlerweile vorläufige Insolvenz angemeldet. Die 200 Mitarbeiter wissen nicht, wie es weitergeht. Der Insolvenzverwalter äußert sich nicht öffentlich zur Zukunft des Unternehmens und die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Mehr zum Thema

Keime in Milch und Wurst: Was Verbraucher wissen müssen

Verstöße gegen das Lebensmittelrecht

Nach Angaben der Richter hat der Landkreis fehlerfrei Verstöße des Unternehmens gegen das Lebensmittelrecht festgestellt. Dabei hob das Verwaltungsgericht besonders eine Feststellung der Prüfer hervor: Diese hätten von einem Lagerraum berichtet, in dem zum Verzehr untaugliches Fleisch lag, das entsorgt werden sollte. "Der Raum war gefüllt mit völlig vergammelter Ware, Schimmel, Fäulnis, Gestank… am Boden war eine stinkende Flüssigkeit", zitierten die Richter. Durch diese Flüssigkeit fahrend sei mit einem Gefährt Ware nach draußen gebracht worden. Anschließend sei man erneut durch die stinkende Flüssigkeit in Räume gefahren, die als rein galten.

Diese beschriebenen Mängel machten es nachvollziehbar, dass der Betrieb ideale Bedingungen für eine "Ansiedlung, Vermehrung und Verbreitung von Listerien" biete, erklärt das Verwaltungsgericht. Das Gericht habe keinen Zweifel daran, dass Produktionsstopp und Rückruf bei dem Unternehmen alternativlos seien, "um erhebliche und schwerwiegende Gefahren für Leib und Leben einer Vielzahl von Menschen soweit wie möglich zu minimieren."

Mehr zum Thema

Wurst-Skandal bei Wilke: Verwirrung um Zahl der Todesopfer

Ob es im Rechtsstreit über die Firmenschließung ein Hauptsacheverfahren gibt, ist unklar. Laut Verwaltungsgericht wäre dieses nötig, falls Wilke Schadenersatzansprüche gegen den Landkreis wegen der Schließung anstreben sollte. Nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist eine Wiederaufnahme des Betriebs unwahrscheinlich. "Ich sehe da schwarz", sagte Gewerkschaftsgeschäftsführer Andreas Kampmann: Die einzige Hoffnung für die Mitarbeiter sei weiterhin nur, dass sich ein Investor finde, der für die Firma eine neue Verwendung habe.

Lesen Sie auch: Wurstskandal: Wilke will gegen Betriebsschließung vorgehen

RND/dpa

Im Fall der 20-jährigen Lübeckerin, die nach einer Erstsemesterparty gefesselt an einem Feld gefunden wurde, ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts auf eine versuchte Aussetzung mit Todesfolge.

15.10.2019

Ein 33-jähriger Afghane soll einen 63-Jährigen erstochen haben, um an dessen Fahrzeug heranzukommen. Noch ist der mutmaßliche Täter auf der Flucht.

14.10.2019

Die Iren sind für ihren speziellen Humor bekannt. Davon konnten sich auch die Trauergäste einer Beerdigung in Kilnamanagh in der Nähe von Dublin überzeugen.

14.10.2019