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Politik Terrorverdacht in Limburg? – Behörden ermitteln „in alle Richtungen“
Nachrichten Politik Terrorverdacht in Limburg? – Behörden ermitteln „in alle Richtungen“
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08:55 09.10.2019
Ein Lastwagen ist im hessischen Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel vor dem Landgericht stehende Fahrzeuge aufgefahren. Quelle: Sascha Ditscher/dpa
Limburg

Der Lkw-Zwischenfall in der hessischen Kleinstadt Limburg wird laut Medienberichten von den Behörden als terroristischer Akt eingestuft. Das berichten „ZDF“ und „Bild“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer allerdings ist der Hintergrund zu dem Vorfall noch unklar. Auf die Frage nach möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag sagte der CSU-Politiker am Dienstag am Rande eines EU-Innenministertreffens in Luxemburg: „Da wird ermittelt, und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist.“

Es sei noch zu früh für Wasserstandsmeldungen zur Motivlage, sagte auch Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittele in dem Fall – und zwar in alle Richtungen. Weitere Informationen würden voraussichtlich im Verlauf des Tages bekanntgegeben.

Die Bundesanwaltschaft sieht den Lkw-Zwischenfall aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Das sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde auf Anfrage. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden. Nähere Angaben machte er nicht. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig.

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Laut dem Bericht der „Bild“-Zeitung soll der Täter bereits mehrfach versucht haben, einen Lkw zu kapern. Zudem sei er der Polizei bekannt gewesen, allerdings nicht als islamistischer Gefährder. Den Behörden soll bislang keine Verbindung zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten bekannt sein. Der Täter wird verhört, soll aber bislang keine Aussage gemacht haben.

Es handelt sich um einen Syrer, der sich seit 2015 in Deutschland aufhält und 2016 einen subsidiären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten hat, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach ist er bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden auch laut dpa bislang nichts bekannt.

In der Nacht zum Dienstag wurde eine Wohnung im südhessischen Langen durchsucht. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Limburg, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Offenbach. Weitere Details nannte sie nicht. Zuvor hatte die „Offenbach-Post“ darüber berichtet. An dem Einsatz in Langen war der Sprecherin zufolge ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt.

Polizei untersucht Lkw

Am späten Montagnachmittag war ein Mann mit einem gestohlenen Lastwagen in der Innenstadt von Limburg auf acht Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben. Neun Menschen wurden verletzt – darunter auch der Fahrer, den die Polizei danach festnahm. Zunächst hatte es geheißen, eine Person befinde sich im kritischen Zustand. Das bestätigte ein Polizeisprecher am frühen Morgen laut ZDF nicht mehr.

Die „Frankfurter Neue Presse“ hatte am Abend den eigentlichen Fahrer des Lasters zitiert: „Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt.“ Als er vor einer roten Ampel wartete, habe der Unbekannte die Fahrertür des Lasters aufgerissen und ihn mit weit geöffneten Augen angestarrt, so der Fahrer. „Was willst Du von mir?“, habe er den Mann gefragt. „Aber er hat kein Wort geredet. Ich habe ihn noch mal gefragt. Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt“, heißt es weiter in dem Bericht.

Der Zeitung zufolge soll der Mann, der bei der Kollision am Steuer saß, von Passanten erstversorgt worden sein. Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals „Allah“ gesagt haben, wie ein Reporter berichtete.

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Am frühen Dienstagmorgen hatten die Ermittler zudem die Spurensicherung vor Ort abgeschlossen. Der Laster wurde abgeschleppt. Er werde weiter in einem Polizeigebäude untersucht, sagte ein Sprecher. Der Lkw war zuvor in unmittelbarer Nähe des Schauplatzes gestohlen worden.

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RND/dpa/das

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