Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Carola Rackete wählt nach Freilassung emotionale Worte
Nachrichten Politik Carola Rackete wählt nach Freilassung emotionale Worte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 03.07.2019
Carola Rackete aus Kiel, deutsche Kapitänin der “Sea-Watch 3“, aufgenommen an Bord des Rettungschiffs. Quelle: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa
Rom/Agrigent

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, Carola Rackete, hat mit Erleichterung auf ihre Freilassung reagiert. „Mich hat die Solidarität, die mir so viele Menschen ausgedrückt haben, berührt“, sagte die 31-Jährige am späten Dienstagabend einer Mitteilung einer Sea-Watch-Sprecherin zufolge. Die Entscheidung, keine freiheitsentziehenden Maßnahmen gegen sie zu verhängen, empfinde sie als großen Gewinn für die Solidarität mit Flüchtlingen, Migranten und Asylbewerbern und gegen die Kriminalisierung der Helfer.

Rackete war am Samstag festgenommen worden, nachdem sie das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren hatte. Am Dienstag hatte ein Ermittlungsrichter den Hausarrest für Rackete aufgehoben. Aus dessen Erklärung gehe hervor, „dass das Recht auf der Seite der Kommandantin war“, erklärten Racketes Anwälte. Durch Bezugnahme auf internationale Normen habe der Richter gezeigt, dass die von Innenminister Matteo Salvini angeordnete Schließung der Häfen und das Anlegeverbot illegitim gewesen seien - Entscheidungen, die nach Ansicht der Anwälte aus „propagandistischen Gründen“ getroffen wurden.

Nach der Einfahrt in Hafen wurde die „Sea-Watch 3“ beschlagnahmt

Nach Angaben von Sea-Watch betonte die Richterin, dass der Entschluss Racketes notwendig war, den Hafen von Lampedusa als nächsten sicheren Ort anzulaufen. Libyen und Tunesien könnten nicht als sichere Ziele angesehen werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin wegen Beihilfe zur illegalen Migration gegen Rackete.

Lesen Sie auch: Nichts ändert sich, wenn Carola Rackete wieder in Deutschland ist

Die Besatzung des Schiffs hatte am 12. Juni insgesamt 53 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. In mehreren Fällen nahmen die italienischen Behörden Kranke und Babys auf, verweigerten jedoch die Einfahrt des Schiffes nach Lampedusa. Am Mittwoch hatte Rackete angesichts des verzweifelten Zustands der verbliebenen 40 Menschen an Bord den Notstand ausgerufen und war in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Nach der Einfahrt in den Hafen von Lampedusa in der Nacht zum Samstag wurden die „Sea-Watch 3“ beschlagnahmt und Rackete festgenommen. Die Migranten durften an Land.

Mehr zum Thema:
Mehr als 1,3 Millionen Euro Spenden für Sea Watch-Kapitänin Rackete

Von RND/dpa/EPD

Smart-Cars oder Smart-Home – die Digitalisierung verändert jede Menge, auch Geschäftsmodelle. Jetzt schlägt das Handwerk Alarm und warnt vor einer Benachteiligung gegenüber Großkonzernen bei der Nutzung von Kundendaten.

03.07.2019

Die Vorsitzende der Linken will technische Produkte so konstruieren lassen, dass sie möglichst lange halten. Wer bewusst das Gegenteil tue, solle bestraft werden, sagt sie – der Umwelt zuliebe.

03.07.2019

Mit einem neuen Gesetz will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Strukturen in der Selbstverwaltung des Gesundheitssystems ändern. Das jedoch stößt nun auf Kritik – auch bei der Rentenversicherung.

03.07.2019