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Politik „The Squad“: Diese vier Frauen nehmen es mit Donald Trump auf
Nachrichten Politik „The Squad“: Diese vier Frauen nehmen es mit Donald Trump auf
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14:32 16.07.2019
Die Kongressabgeordneten Rashida Tlaib, Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley (v.l.) wehren sich gegen die Äußerungen von Präsident Trump. Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa
Berlin

Von US-Medien werden diese vier Frauen „The Squad“ (zu Deutsch: das Aufgebot) genannt: die aufstrebenden Parlamentarierinnen Alexandra Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Ayanna Pressley bieten Donald Trump die Stirn. Die Frauen stehen für progressive, linke Politik und werfen ihm Rassismus und weißen Nationalismus vor.

Der Grund: Der US-Präsident hatte in Wochenendtweets den „progressiven“ Abgeordneten der Demokraten eine Rückkehr in ihre „kaputten und von Kriminalität befallenen“ Herkunftsländer nahegelegt. Sie sollten zuerst dort für Ordnung sorgen, statt der US-Regierung Ratschläge zu erteilen.

Doch Trump legt weiter nach und macht die Politikerinnen zur Zielscheibe für seine Ablehnung von Migranten – und das, obwohl Ocasio-Cortez, Tlaib, Omar und Pressley die US-Staatsbürgerschaft besitzen. Ohne die Namen der vier zu nennen, forderte er sie in einem Tweet auf, in ihre vermeintliche Heimatländer zurückzukehren. „Sie hassen unser Land“, sagte er am Montag. „Wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann können sie gehen.“

Nun wehren sich die vier Frauen gegen Trumps Äußerungen. „So sieht Rassismus aus“, twitterte Pressley. Selbst „dieser rassistische Präsident“ werde sie nicht von ihrer Arbeit abhalten, twitterte Tlaib. Ocasio-Cortez schrieb auf Twitter, der Präsident habe vor der Welt mit seinem weißen Nationalismus geprahlt. Wahrscheinlich ist, dass es nicht die letzte Konfrontation der vier Demokratinnen mit Trump war. Ein Überblick über die Ziele und Forderungen von Ocasio-Cortez, Tlaib, Omar und Pressley.

Alexandria Ocasio-Cortez: Die Einwanderungsbehörde abschaffen

Die 29-jährige New Yorkerin wird häufig nur mit ihren Initialen genannt: AOC. Die Demokratin repräsentiert seit Januar Teile der New-Yorker Stadtteile Bronx und Queens im Repräsentantenhaus – als jüngste Frau in der Geschichte. Sie bezeichnet sich als demokratische Sozialistin.

Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in der Bronx zählt sie sich zu den sogenannten „Nuyorican“. In Boston studierte sie Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen, nach dem Abschluss unterstützte sie ihrer Mutter, in dem sie einem Taco-Restaurant arbeitete.

Alexandria Ocasio-Cortez. Quelle: imago/ZUMA Press

In den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2018 arbeitete sie für die Kampagne von Bernie Sanders. Im parteiinternen Wahlkampf um einen Sitz im Repräsentantenhaus im vergangenen Jahr gewann sie überraschend gegen den langjährigen Abgeordneten Joe Crowley – ihr erster großer Erfolg. Dabei wurde sie von Gruppierungen wie Black Lives Matter und der hispanischen Bevölkerung unterstützt.

Politisch verfolgt AOC eine links-grüne Agenda: Sie fordert die Einführung einer allgemeinen, staatlichen Krankenversicherung, den Mindestlohn und einen ökologischen Umbau der Industrie. Sie setzt sich für die Abschaffung der US-Einwanderungsbehörde ein.

4,8 Millionen User folgen Ocasio-Cortez bei Twitter. In den sozialen Netzwerken gehört sie damit zu den bekanntesten Politikern der Demokraten.

Rashida Tlaib und Ilhan Omar: Die ersten Muslima im Repräsentantenhaus

Die 42-jährige Rashida Tlaib gilt als scharfe Trump-Kritikerin und setzt sich für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten ein. Anfang Januar bezeichnete sie Trump als „Motherfucker“. Kurz zuvor war sie als erste muslimische Abgeordnete für ihren Kongresswahlbezirk Michigan ins Repräsentantenhaus eingezogen.

Trump beklagte seinerseits in mehreren Tweets, die Demokratin rede schlecht über die USA und Israel. Er warf ihr vor, sie verbreitete „üble Sprache und rassistischen Hass“.

Rashida Tlaib (links). Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Tlaib stammt aus einer palästinensischen Einwandererfamilie. Mit einigen ihrer Positionen zur Israel-Politik sorgte sie für Aufsehen: Sie unterstützt eine palästinensische Initiative, die sich für Boykotte gegen Israel einsetzt. Außerdem setzt sie sich für eine Ein-Staat-Lösung ein, bei der aus dem heutigen Israel, dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen ein einheitlicher Staat gebildet werden soll.

Ilhan Omar: Aus dem Bürgerkrieg zur Trump-Gegnerin

Die 37-jährige Omar ist die einzige der vier linken Demokratinnen, die nicht in den USA geboren wurde. Als Achtjährige flüchtete sie vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland Somalia ins Nachbarland Kenia. Dort wuchs sie in verschiedenen Flüchtlingscamps auf. Sie ging in die USA, mit 17 Jahren erhielt sie die US-Staatsbürgerschaft.

Die Kongressabgeordnete llhan Omar. Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Für ihren Wahlbezirk in Minnesota wurde sie als erste Somalierin und Muslima in den Kongress gewählt. Bis dahin war im Repräsentantenhaus das Tragen von Kopfbedeckungen verboten. Die Demokraten stellten einen entsprechenden Antrag, damit Omar auch dort Kopftuch tragen darf.

Im Februar hatte sich Omar mit republikanischen Kongressabgeordneten angelegt. Sie warf ihnen ihre Nähe zur pro-israelischen Lobby AIPAC vor. Nancy Pelosi und andere Demokraten verurteilten Omar für ihre Aussagen. Trotz einer Erklärung forderte Präsident Trump die 37-Jährige zum Rücktritt als Abgeordnete auf und forderte ihren Ausschluss aus dem Ausschuss für internationale Beziehungen. Omar kritisierte in der Folge weiterhin den Einfluss von Lobby-Organisationen.

Ayanna Pressley: Erster Wahlkampf mit zehn Jahren

Die vierte Frau im „Squad“ ist die 45-jährige Ayanna Pressley. Erste politische Schritte unternahm sie bereits im Alter von zehn Jahren, als sie den afro-amerikanischen Bürgermeisterkandidaten Harold Washington unterstützte.

Zwischen 2009 und 2017 war sie durchgehend Stadträtin in Boston – als erste afro-amerikanische Frau. Im vergangenen Jahr kandidierte sie für den Kongresswahlbezirk von Massachuchetts –mit Erfolg. Zu ihren Unterstützern zählen Ex-Präsident Barack Obama wie auch Ocasio-Cortez. Pressleys setzt sich vor allem gegen Rassismus, häusliche Gewalt, Waffen und soziale wie ökonomische Ungleichheit ein.

Ayanna Pressley (rechts). Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Von Manuel Behrens/RND

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