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Politik Ein Linker macht Merkel zur Ehrenbürgerin Templins
Nachrichten Politik Ein Linker macht Merkel zur Ehrenbürgerin Templins
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15:36 01.02.2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag. Kommende Woche wird sie Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt Templin. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Leicht sei es nicht, an diesen Titel zu kommen, sagt Detlef Tabbert. Erst zwei Mal habe die Stadt Templin seit 1945 die Ehrenbürgerwürde verliehen, vor gut 70 Jahren an einen Landrat und dann vor 26 Jahren an eine Mundartschriftstellerin. Jetzt kommt eine Bundeskanzlerin dazu: Am kommenden Freitag wird Tabbert auf dem Neujahrsempfang der Stadt Angela Merkel die Urkunde überreichen. Ein Politiker der Linkspartei ehrt also die CDU-Kanzlerin. Tabbert hat nichts dagegen. „Damit kann ich gut leben“, sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Laudatio halte übrigens ein SPD-Politiker, Merkels Schulfreund Bodo Ihrke.„Bundeskanzler ist ein sehr anspruchsvoller, arbeitsintensiver Job“, sagt Tabbert. Und Merkel habe „viele Krisen doch ganz ordentlich gemeistert“. Man müsse politisch nicht einer Meinung sein. „Aber die Leistung eines Menschen kann man anerkennen.“

Stadtrat befindet: Merkel ist ehrenbürgerwürdig

So hat es auch der Stadtrat gesehen, der vergangenen Sommer mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit befand, Merkel stehe für „friedliches Miteinander und humanitären Ausgleich in einer Welt mit vielen unberechenbaren Staatschefs“ und sei damit ehrenbürgerwürdig. Zwei Jahre waren da vergangen, seit der Unternehmerverband Uckermark Merkel vorgeschlagen hatte. Sie hat sich dann etwas Zeit genommen für die Entscheidung, sich auf diese Art feiern zu lassen.

Merkel ist im brandenburgischen Templin aufgewachsen

Sie war Kanzlerin, damals noch CDU-Chefin, hatte den höchsten US-Orden und Ehren-Doktorwürden von Universitäten auf der ganzen Welt. Als Ehrenbürgerin hatte sie noch keine Erfahrung. Aber mit Templin immerhin schon. In der brandenburgischen 16.000-Einwohner-Stadt ist sie aufgewachsen. Ihre Mutter lebt dort bis heute, Merkel ist immer wieder zu Besuch. Öffentlich macht sie das allerdings nicht. Ihre Beziehung zu der Stadt sei eng, wenngleich sie es „vermeidet, Templin als Kanzlerstadt zu zelebrieren“, stellt also der Stadtrat fest. Vielleicht ändert sich dabei gar nicht so viel, der Rückzug Merkels als Kanzlerin ist absehbar.

Templin bald Ex-Kanzlerinnenstadt. Merkel bekommt einen Titel, eine Urkunde und einen Blumenstrauß. Mehr nicht, auch keinen freien Eintritt ins örtliche Thermalbad.

Von Daniela Vates/RND

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