Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Fridays for Future: Lehrer werfen Politik “Doppelzüngigkeit” vor
Nachrichten Politik Fridays for Future: Lehrer werfen Politik “Doppelzüngigkeit” vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:20 16.09.2019
Demonstration von Fridays For Future in Berlin. Quelle: imago images / Christian Mang
Berlin

Mit Blick auf den geplanten Klimastreik am Freitag erwartet die Lehrergewerkschaft VBE von Politikern eine klare Ansage, wie Schulen mit Fehlstunden von Schülern umgehen sollen.

Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann erklärte am Montag: "Es muss Schluss sein mit der Doppelzüngigkeit, auf der einen Seite das Engagement der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und sie offen oder indirekt zur Teilnahme aufzufordern, aber auf der anderen Seite den Schulen die Verantwortung aufzubürden, zu entscheiden, wie und ob sie Verletzungen der klar gesetzlich geregelten Schulpflicht ahnden."

Die Bewegung Fridays for Future hat zu einer globalen Streikwoche für mehr Klimaschutz, die am Freitag beginnt, Proteste in mehr als 2000 Städten in 129 Staaten angekündigt. Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung wird von Schülern und Studenten getragen. Sie demonstrieren seit Monaten in vielen Städten jeden Freitag - auch während der Schulzeit.

"Politik macht Schulen zum Sündenbock"

Die Politik dürfe sich in Sachen Fridays for Future nicht länger "aus der Verantwortung stehlen", erklärte Beckmann. "Damit macht die Politik Schulen zum Sündenbock."

Die „Fridays for Future“-Bewegung selbst wirft der Bundesregierung wenige Tage vor dem weltweiten Klimastreik Versagen in der Klimapolitik vor. Statt einer ambitionierten Klimaschutzpolitik liefere sie nur leere Versprechungen, denen keine Taten folgten, sagte ein Sprecher von „Fridays for Future“ am Montag in Berlin. Nötig seien gerechte und wirksame Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz. Dafür gebe es eine gesellschaftliche Mehrheit.

Für Freitag hat ein breites gesellschaftliches Bündnis rund um „Fridays for Future“ zu einem weltweiten Klimastreik aufgerufen. Bislang seien mehr als 400 Demonstrationen und Aktionen allein in deutschen Städten angemeldet, hieß es. Ziel sei es, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. „Scheinlösungen und gute Worte werden wir nicht akzeptieren“, sagte Sprecher Linus Steinmetz.

Unterstützt werden die Schüler und Studenten von mehr als 200 Organisationen und Initiativen. Am Freitag will die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket beschließen, mit dem die deutschen Klimaziele erreicht werden sollen.

Unterstützung durch Kirchen und Gewerkschaften

Unterstützung erhält „Fridays for Future“ auch von Gewerkschaftsseite und Kirchen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, rief am Montag Arbeitnehmer dazu auf, sich an den Aktionen am Freitag zu beteiligen: „Wem immer es möglich ist.“

Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, erklärte, „wir sind Teil der Schöpfung Gottes und mitverantwortlich, sie zu bewahren“. Deshalb würden in evangelischen Landeskirchen die Mitarbeitenden dazu aufgerufen, sich an dem Klimastreik zu beteiligen, wo es möglich ist, unterstrich die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Steinmetz betonte, „wir demonstrieren, weil uns nichts anderes übrig bleibt“. Die Politik müsse endlich handeln. „Wir steuern auf eine lebenszerstörende Krise zu und bislang passiert nichts“, so Steinmetz. Er forderte ein Klimaschutzgesetz mit klaren Zielvorgaben für die einzelnen Bereiche wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft. Am vorangegangenen globalen Klimastreik am 15. März beteiligten sich laut „Fridays for Future“ mehr als 200.000 Jugendliche allein in Deutschland.

"Wir zahlen kein Streikgeld"

Antje von Broock, Vertreterin des Bündnisses und stellvertretende Geschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte mit Blick auf arbeitsrechtliche Probleme für Beschäftigte, es gebe diverse Möglichkeiten, sich am Klimastreik zu beteiligen. Dabei verwies sie unter anderem auf Überstundenabbau, einen gemeinsamen Betriebsausflug oder eine verlängerte Mittagszeit.

Bsirske betonte, der Klimastreik sei nicht vergleichbar mit einem Streik während eines Arbeitskampfes: „Wir zahlen kein Streikgeld.“ Wer aber die Möglichkeit habe, am 20. September Flagge zu zeigen, solle dies tun.

Mehr zum Thema: Warum Klimaschutz nicht zur PR-Masche werden darf

RND/cle/dpa/epd

Björn Höcke bricht ein Interview ab. Alexander Gauland weigert sich, Zuschauerfragen zu beantworten. Die AfD will die Spielregeln des Umgangs mit der Presse bestimmen. Dagegen hilft nur, klar und kompromisslos zu sein.

27.09.2019

Rechtsextreme haben ihr schon mehrfach Drohschreiben geschickt. Jetzt wird bekannt, dass die Anwältin Seda Basay-Yildiz im Juni ein weiteres Fax mit einer Morddrohung erhalten hat. Der Verfasser des Schreibens bezog sich darin auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

16.09.2019

Bis zu einem atomwaffenfreien Nordkorea dürfte es trotz Gesprächen zwischen dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump ein weiter Weg sein. Bald könnte es jedoch neue Verhandlungen geben. Das nordkoreanische Außenministerium stellt schon mal Bedingungen für eine “Denuklearisierung”.

16.09.2019