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Politik G7: Beunruhigender Spiegel der Weltlage
Nachrichten Politik G7: Beunruhigender Spiegel der Weltlage
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16:03 26.08.2019
26.08.2019, Frankreich, Biarritz: Paul Kagame (l-r), Präsident von Ruanda, Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, und Abdel Al-Sisi (r), Präsident von Ägypten, nehmen an einer Arbeitssitzung zu Klimapolitik und Biodiversität teil. Der G7-Gipfel findet vom 24.-26. August in Biarritz statt. Foto: Ludovic Marin/POOL AFP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

Wer bestimmt über die Gleichgewichte in der Welt - wenn kein Sheriff da ist, der garantiert, dass sie nicht noch mehr aus den Fugen gerät? Wie lässt sich die Rolle der EU, die selbst gerade mit sich ringt, inmitten der Weltkrisen finden? Gibt es noch belastbare Vereinbarungen in Zeiten der Donald Trumps und der Boris Johnsons als Staatenlenker, deren Handeln auf kurzfristige Wahlerfolge und maximale nationale Selbstbezogenheit abzielen?

Das Fehlen eines Welt-Sheriffs, hat der G7-Gipfel in Biarritz gezeigt, führt an vielen Stellen zu einer gewissen Ratlosigkeit. Auch wenn Gastgeber Emmanuel Macron diese Rolle zu übernehmen versuchte, indem er vermittelte, ausgiebig die Schultern seiner Gäste klopfte und vor allem US-Präsident Trump bei Laune hielt.

Als Erfolge kann es Macron verbuchen, spontane Hilfszusagen für das Amazonas-Gebiet erreicht und mit der überraschenden Einladung des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif ein Signal des fortgesetzten Dialogs zur Lösung der gefährlichen Spannungen gesetzt zu haben.

Die Weltlage steht im verstörenden Widerspruch zum freundlich zur Schau getragenen Lächeln der Staats- und Regierungschefs.

Inwiefern nutzen aber Gespräche über den Iran ohne Beteiligung Russlands, das seit der Krim-Annexion zu Recht aus dem einstigen G8-Kreis ausgeschlossen wurde?

Ebenso erscheinen Verhandlungen über den Schutz des Klimas und der Meere, die fortschreitende Digitalisierung sowie die Handelsstreitigkeiten ohne die Einbeziehung Chinas unvollständig und damit unbefriedigend.

Die EU tritt in ihrer aktuellen Verfassung kaum als starke Einheit auf. Mit der Regierungskrise in Italien, dem Ringen um den Brexit und der eigenen Neuausrichtung nach den Wahlen befindet sie sich selbst im Umbruch. So illustrierte der G7 mit den anwesenden sowie den abwesenden Teilnehmern die derzeitige, beunruhigende Weltlage. Sie steht im verstörenden Widerspruch zum freundlich zur Schau getragenen Lächeln der Staats- und Regierungschefs.

Von Birgit Holzer/RND

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