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Politik Gesetzentwurf von Spahn: Hebammen müssen künftig generell studieren
Nachrichten Politik Gesetzentwurf von Spahn: Hebammen müssen künftig generell studieren
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09:30 21.03.2019
Eine Hebamme bei der Arbeit. Quelle: dpa
Berlin

Wer Hebamme werden will, muss künftig studieren. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Donnerstag) vorliegt. „Die Anforderungen an die Geburtshilfe steigen ständig. Dafür ist ein duales Studium mit einem großen praktischen Anteil die beste Vorbereitung“, sagt Spahn dem RND. „Dadurch erhöht sich auch die Attraktivität des Berufes insgesamt“, betonte der CDU-Politiker.

Bislang wurden Hebammen an Hebammenschulen ausgebildet. Bewerben konnte sich dort jeder mit mittlerer Reife oder gleichwertigem Schulabschluss. Künftig ist eine zwölfjährige Schulausbildung unabdingbar. Neben dem dualen Studium mit einem hohen Praxisanteil sind künftig keine anderen Ausbildungswege mehr möglich.

Umsetzung EU-Richtlinie

Spahn setzt damit nicht nur ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um, sondern auch eine Richtlinie der Europäischen Union (EU). Sie schreibt vor, dass die Ausbildung für das Berufsfeld bis spätestens Anfang 2020 reformiert werden muss. Vorgegeben von der EU sind zwölf Jahre Schulbildung und mehr Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten aus den Bereichen Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemeinmedizin und Pharmakologie.

„Hebammen sollen den Anforderungen des komplexer werdenden Gesundheitssystems durch eine anspruchsvolle, stärker wissenschaftlich ausgerichtete und gleichzeitig berufsnahe Ausbildung begegnen können“, hießt es in dem Entwurf von Spahn. Die Gesundheitsversorgung sei in den letzten Jahrzehnten insgesamt, aber auch spezifisch für die Hebammen, anspruchsvoller geworden, wird argumentiert. „Die hohe Kaiserschnittrate in der Geburtshilfe macht evidenzbasierte Konzepte für die hebammengeleitete Geburtshilfe dringend erforderlich“, heißt es weiter. Hebammen müssten zudem in der Lage sein, ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren. Der medizinische Fortschritt eröffne darüber hinaus neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege. Auch die Digitalisierung verändere die Gesundheitsversorgung.

Engpässe in der Hebammenversorgung

In dem Gesetzentwurf wird auch auf die bestehenden Engpässe in der Hebammenversorgung verwiesen. „Eine qualitativ hochwertige, modern ausgestaltete Hebammenausbildung soll entscheidend zur Attraktivität des Hebammenberufs beitragen“, wird prognostiziert.

Eine Änderung wird es auch für männliche Interessenten an dem Beruf geben. „Das Hebammengesetz führt die Berufsbezeichnung „Hebamme“ einheitlich für alle Geschlechter (weiblich/ männlich/ divers) ein“, heißt es im Gesetzentwurf. Die männliche Sonderbezeichnung „Entbindungspfleger“ werde nicht weitergeführt, kündigt das Gesundheitsministerium an. Der deutsche Begriff „Hebamme“ kommt vom germanischen „Hevianna“ und bedeutet: „Großmutter, die das Neugeborene aufhebt“.

Von Rasmus Buchsteiner und Timot Szent-Ivanyi/RND

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