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Politik „Höhenflug der Ultrarechten” - das sagen ausländische Medien
Nachrichten Politik „Höhenflug der Ultrarechten” - das sagen ausländische Medien
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13:54 02.09.2019
Die internationale Presse berichtete vor allem über den Wahlerfolg der AfD. Quelle: imago images/photothek / Screenshot Corriere della sera/Washington Post/Der Standard / Montage RND
Berlin

Die AfD hat bei den Landtagswahlen am Sonntag in Brandenburg und Sachsen stark zugelegt. Stärkste Kraft wurde sie jedoch in keinem der beiden Bundesländer. Auch im Ausland wurde sehr genau verfolgt, wie stark das Pendel bei den Wahlen nach rechts ausschlagen würde. Einige Überschriften ausländischer Zeitungen vom Sonntagabend:

Gazeta Wyborcza“ (Polen): Die Attacke der AfD-Populisten wurde abgewehrt, doch das Ergebnis ist rekordverdächtig. Bei den Regionalwahlen in Sachsen und Brandenburg erzielte die Alternative für Deutschland ein Rekordergebnis. Und doch hat sie die CDU und die SPD, die dort seit Jahren regieren, nicht schlagen können.

„Rzeczpospolita“ (Polen): Ergebnis zeigt, dass die Kräfte Mitte-Rechts und Mitte-Links trotz sinkender Popularität an der Spitze bleiben werden. AfD zweite Kraft.

Guardian“ (Großbritannien): Rechte AfD erzielt große Gewinne, kann aber die Parteien der Mitte nicht überholen.

„Politico“ (USA): Deutsche Rechte bei Wahlen im Osten im Aufwind. Obwohl die AfD keinen der beiden Staaten gewann, wie einige befürchtet hatten, erzielte sie in beiden das bisher beste Ergebnis und sandte eine deutliche Botschaft an die Koalition Merkels in Berlin.

Washington Post“ (USA): Deutschlands extrem rechte Partei hat am Sonntag in zwei der östlichen Bundesländer bedeutende Gewinne erzielt, hat es aber nicht geschafft, die etablierten Parteien zu überholen und die meisten Stimmen zu bekommen.

Le Monde“ (Frankreich): Starker Erfolg der extremen Rechten bei zwei regionalen Wahlen.

„La Vanguardia“ (Spanien): Konservativen und Sozialdemokraten gelingt es, die Ultrarechte in Brandenburg und Sachsen zu bremsen.

El País“ (Spanien): Die deutschen Regierungsparteien können im Osten den Aufstieg der Ultrarechten aufhalten. Der AfD gelingt es trotz starker Zugewinne nicht, stärkste Kraft in Sachsen und Brandenburg zu werden.

„De Telegraaf“ (Niederlande): Doppelte Ohrfeige für die instabile deutsche Koalition.

„Volkskrant“ (Niederlande): Die AfD hat bei den Wahlen in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen enorme Gewinne erzielt – so groß, dass sie sich im Osten als „Volkspartei“ bezeichnen kann. Trotzdem wurden die Rechtspopulisten in beiden Staaten nicht die größte Partei.

„Der Standard“ (Österreich): Deutsche Landtagswahlen: Viel Frust im Osten. Weil der Jubel gar so laut war bei der AfD am Sonntag, sei vorab eines erwähnt: Richtig – viele Menschen haben die Partei gewählt. Die große Mehrheit der Wählerinnen und Wähler aber tat dies nicht.

„La Repubblica“ (Italien): Es ist ein Schock, aber nicht das Erdbeben, das alle fürchteten. Ein Überholen der AfD konnte verhindert werden.

„Corriere della sera“ (Italien): Höhenflug der Ultrarechten.

„Politiken“ (Dänemark): Zwei deutsche Wahlniederlagen lösen paradoxe Erleichterung aus. Die konservative CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel und die SPD erlitten in zwei ostdeutschen Bundesländern deutliche Niederlagen, umgingen aber die große Katastrophe.

Lesen Sie auch: Darum bangt die Sachsen-AfD trotz Rekordergebnisses

RND/dpa

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