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Nachrichten Politik Juncker fordert höhere Löhne für Ostdeutschland
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14:48 17.06.2019
Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, vor dem Thüringer Landtag. In Erfurt erhielt er den Point Alpha-Preis. Quelle: Bodo Schackow/dpa
Erfurt

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich für eine Lohnangleichung zwischen Ost- und Westdeutschland ausgesprochen. „Ostdeutschland braucht höhere Löhne“, sagte Juncker am Montag im Thüringer Landtag in Erfurt vor Studenten, Schülern und Landespolitikern. Juncker bekam in Erfurt den Point Alpha-Preis des Kuratoriums Deutsche Einheit verliehen.

Seiner Meinung nach muss es für gleiche Arbeit am gleichen Ort auch den gleichen Lohn geben. „Die Würde der Arbeit ist ein Wert, den wir langsam aus den Augen verloren haben“, mahnte Juncker selbstkritisch. Man dürfe sich nicht wundern, wenn sich viele arbeitende Menschen von Europa abwendeten.

„Wir kommen in Europa nicht weiter, wenn wir uns dem Thema soziales Europa nicht in Riesenschritten annähern“, sagte Juncker. Zu einem sozialen Europa gehöre die Angleichung der Löhne, „sofern sie produktivitätsmäßig abgefedert sind.“ Menschen, die mehrere Jobs machen müssten, um überhaupt bis zum Ende des Monats zurecht zu kommen - das sei nicht das Europa, von dem er träume.

Europa ist nicht der Platz, wo Menschen, die arbeiten, fast genauso arm sind, als wenn sie nicht arbeiten würden. Deshalb bin ich dafür, dass wir überall in Europa einen Mindestlohn einführen.“ Allerdings könne der Mindestlohn nicht überall gleich hoch sein.

Es sei klar, dass zum Beispiel Unterschiede zwischen Luxemburg und Bulgarien bestünden. „Aber man muss dafür sorgen, dass jeder Anspruch auf einen Mindestlohn hat“, sagte Juncker. Dieser muss seiner Meinung nach der Ausdruck für den Willen sein, jede Arbeit gerecht zu entlohnen.

Seinen Gastgeber schmeichelte Juncker mit einem Hinweis auf die lokalen kulinarischen Errungenschaften: Er ignoriere im Alltag den regionalen Schutz für die Thüringer Bratwurst. „Wir schützen ja diese Ursprungsbezeichnungen mit einem Fanatismus, der die Grenzen sprengt“, so Juncker. Er habe sein Leben lang in Luxemburg „Thüringer“ bestellt, wenn er eine Bratwurst essen wollte. Das dürfe man aber nicht mehr sagen, weil es verboten sei. „Ich bin also immer gesetzesbrechend unterwegs, weil ich bestelle immer noch eine ,Thüringer’.“

Thüringer Bratwurst ist eine von der EU geschützte Bezeichnung, weshalb solche Würste auch tatsächlich in Thüringen hergestellt sein müssen. Juncker sagte, er werde trotzdem weiterhin Thüringer Bratwurst essen und nicht „Grillwurst luxemburgischer Herkunft“.

Von RND/dpa

Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich vor dem Thüringer Landtag für ein sozialeres Europa ausgesprochen – und dabei auch Selbstkritik geübt. Juncker wusste aber auch seinen Gastgebern zu schmeicheln.

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