Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Die schnelle Karriere der Katarina Barley
Nachrichten Politik Die schnelle Karriere der Katarina Barley
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:22 16.10.2018
Bundesjustizministerin Katarina Barley Quelle: imago/Emmanuele Contini
Berlin

Jetzt also doch. Katarina Barley wird Spitzenkandidatin der SPD zur Europawahl. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) exklusiv aus Parteikreisen.

Von ihrer Vita her passt die Aufgabe zur Bundesjustizministerin wie zu keiner anderen Person in der Partei. Denn Barley steht für Internationalität: Sie ist die Tochter eines britischen Redakteurs der Deutschen Welle und einer deutschen Ärztin. Geboren in Köln, studierte Barley Jura sowohl in Marburg als auch in Paris.

Der Lebenslauf der heute 49-Jährigen ist auch sonst kein ganz gewöhnlicher in der Spitzenpolitik. Barley war Rechtsanwältin in einer Großkanzlei, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht und arbeitete als Richterin am Landgericht. In die SPD trat sie im Alter von 26 Jahren ein. Im Bundestag sitzt sie seit dem Jahr 2013. Seitdem hat sie eine Blitzkarriere hingelegt.

Anfang November 2013 hatte der damalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Barley zur Kandidatin für die Nachfolge von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi gemacht. Zur Überraschung für alle – vor allem für den Parteilinken Ralf Stegner, der bis kurz zuvor gedacht hatte, er würde den Job erhalten. Gabriel entschied es in letzter Minute anders: unter anderem, damit die SPD neben dem Vorsitzenden auch von einer Frau vertreten würde.

Barley als „sympathisches Gesicht“ der SPD

Viele lobten, Barley habe der SPD als Generalsekretärin ein sympathisches Gesicht gegeben – was ja nicht immer leicht ist. Andererseits fanden Kritiker auch, sie habe die Kanzlerkandidaten-Kampagne von Martin Schulz im Jahr 2017 als Generalsekretärin nicht gut im Griff gehabt. Als die Schulz-Kampagne ins Schlingern kam, wurde Barley als Generalsekretärin kurzerhand durch Hubertus Heil ersetzt. Die Gelegenheit ergab sich, weil Manuela Schwesig aus dem Familienministerium als Ministerpräsidentin nach Mecklenburg-Vorpommern wechselte. Barley wurde für wenige Monate Familienministerin – der nächste Karrieresprung.

Lesen Sie auch: SPD bereitet sich auf Europawahl vor

Als klar war, dass die Sozialdemokraten nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen nun doch in eine große Koalition gehen würden, galt Barley als Minister-Kandidatin gesetzt. Sie wurde öffentlich für alles Mögliche gehandelt: als alte und neue Familienministerin, als Arbeitsministerin und sogar als Außenministerin. Sie scherzte über sich selbst als „Universalwaffe“ – was einige in der Partei ihr übel nahmen. Schließlich wurde sie Justizministerin.

Das wäre sie auch gern geblieben. Doch die SPD benötigte dringend eine Spitzenkandidatin für die Europawahl, der in Zeiten schlechter Umfragen etwas zugetraut wird. Der bisherige Spitzenmann Udo Bullmann gilt als kompetent aber langweilig. Parteichefin Andrea Nahles sah dringenden Handlungsbedarf.

Barley erhielt von Nahles also mehrfach das Angebot, Europa-Spitzenkandidatin zu werden. Anfangs lehnte Barley höflich ab. Schließlich wurde die Ministerin gegenüber Nahles deutlich: „Ich sehe meinen Platz in Berlin, Andrea“, sagte sie. Doch der Druck dürfte immer weiter gewachsen sein. Jetzt kandidiert Barley für ein Mandat in Brüssel und Straßburg.

Von Tobias Peter/RND

In der Terrormiliz Ahrar al-Sham kämpfte ein 25-jähriger Syrer zwei Jahre lang gegen Regierungstruppen und den IS – nun hat ihn das Oberlandesgericht in Hamburg zu einer Jugendstrafe verurteilt. In einem weiteren Anklagepunkt wurde das Verfahren eingestellt.

16.10.2018

Mehrmals hat sie SPD-Chefin Andrea Nahles abgesagt, jetzt will die bisherige Justizministerin Katarina Barley die SPD doch als Spitzenkandidatin in die Europawahl 2019 führen. Sie befreit damit Parteichefin Andrea Nahles aus einer misslichen Lage.

16.10.2018

Der Ehemann der in der Türkei angeklagten deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu darf das Land verlassen. Das hat ein türkisches Gericht unter Auflagen entschieden.

16.10.2018