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Politik Die Bilanz nach dem Super-Wahltag: AfD-Politiker gewinnt in Görlitz die erste Runde
Nachrichten Politik Die Bilanz nach dem Super-Wahltag: AfD-Politiker gewinnt in Görlitz die erste Runde
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13:15 27.05.2019
Sebastian Wippel, AfD-Landtagsabgeordneter und Oberbürgermeisterkandidat für Görlitz, jubelt während einer Wahlparty seiner Partei in einer Gaststätte. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Berlin

Zeitgleich mit der Europawahl haben die Wähler am Sonntag in zehn Bundesländern in Kommunalwahlen über die neuen Mehrheitsverhältnisse in Städten, Gemeinden und Landkreisen abgestimmt.

Mit Spannung war das Ergebnis im sächsischen Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschland, erwartet worden. Umfragen sahen voraus, dass der AfD-Politiker Sebastian Wippel die Oberbürgermeisterwahl gewinnen könnte.

AfD-Politiker Wippel nimmt in Görlitz die erste Hürde

Zumindest die erste Hürde hat Wippel genommen. Mit 36,4 Prozent gewann er die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl. Da Wippel jedoch die absolute Mehrheit deutlich verfehlte, muss er sich nun am 16. Juni in einer weiteren Runde mit den anderen Kandidaten messen.

Dabei könnte ihm besonders CDU-Kandidat Octavian Ursu gefährlich werden. Dieser erhielt 30,3 Prozent, dicht gefolgt von Grünen-Politikerin Franziska Schubert mit 27,9 Prozent. Görlitz wäre die erste Stadt in Deutschland, in der die AfD einen Oberbürgermeister stellt.

AfD wird in Sachsen stärkste kommunale Kraft

Alles in allem gelang es der AfD, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern auf kommunaler Ebene tiefe Wurzeln zu schlagen. Bei der Europawahl in Sachsen ist die AfD stärkste Kraft geworden.

Sie setzte sich dem vorläufigen Ergebnis zufolge mit 25,3 Prozent der Stimmen vor der CDU von Michael Kretschmer durch, die auf 23 Prozent kam. In Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt

Drei Monate vor der Landtagswahl hat die AfD auch bei den Kommunalwahlen in Brandenburg zugelegt - und die SPD hat in ihrem Stammland im Osten große Verluste erlitten. Allerdings landete die AfD in Brandenburg nur an dritter Stelle.

Stärkste Kraft wurde hier dem vorläufigen Endergebnis zufolge die CDU mit 18,3 Prozent, wie der Landeswahlleiter bekanntgab. Die SPD erreichte 17,7 Prozent, die AfD 15,9 Prozent.

SPD in Mecklenburg-Vorpommern nur bei 14 Prozent

Ähnlich zu Brandenburg das Bild in Mecklenburg-Vorpommern: In der ersten Wahl, die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) als Regierungschefin landesweit zu verantworten hatte, landeten die Sozialdemokraten abgeschlagen bei 15,4 Prozent nur wenig vor der AfD (14 Prozent).

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Stärkste kommunalpolitische Kraft im Nordosten blieb nach vorläufigen Ergebnissen trotz Verlusten die CDU mit 25,4 Prozent, gefolgt von der Linken mit 16,4 Prozent. Die Grünen erzielten mit landesweit 10,3 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei Kommunalwahlen.

CDU verteidigt ihren Nimbus im Westen – Grüne legen zu

In den westdeutschen Bundesländern verteidigte die CDU ihre Stellung als stärkste Kraft in Städten und Gemeinden – allerdings mit unübersehbaren grünen Einsprengseln.

In Baden-Württemberg überholten die Grünen nach ersten SWR-Zahlen die CDU im Stuttgarter Gemeinderat und wurden stärkste Kraft mit 27,8 Prozent (plus 3,8 Punkte). Die CDU stürzt auf 19,3 Prozent ab (minus 9 Punkte); die SPD kommt auf 11,6 Prozent (minus 2,7 Punkte).

In Karlsruhe erreichen die Grünen nach der Prognose 30,3 Prozent (plus 10,4 Punkte). Die CDU liegt bei 17,9 Prozent (minus 8,8 Punkte), die SPD bei 14,6 Prozent (minus 7,3 Punkte).

In Mannheim geht die Prognose von 24,9 Prozent für die Grünen aus (plus 8,6 Punkte). Die CDU erreicht 19,3 Prozent (minus 6,8 Punkte) und die SPD 20,8 Prozent (minus 6,5 Punkte).

Auch in Rheinland-Pfalz sind die Grünen den SWR-Prognosen zufolge die großen Gewinner der Kommunalwahlen. In Trier (29,3 Prozent), Koblenz (29,3 Prozent) und Mainz (28 Prozent) ist die Partei demnach die stärkste Kraft.

Von köp/RND

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